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Jriarte (Juan de)
Jriarte (Tomas de)
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ferung durch die Schotten, vollends zu verderben. Die Verleitung des Königs zur Fluchtvon Hamptoncourt auf die Insel Wight, die Aufreizung und Fanatisirung der Truppen,die Mishandlungen des ParlameMs waren ebenso sehr ein Werk J.'s wie seines Schwie-gervaters. Einer der glühendsten Independenten, wurde I. Mitglied des außerordentlichenGerichtshofs, der über Karl I. das Todesurtheil aussprach, und als Cromwell mit derVollziehung des Urtheils zögerte, drängte Z. denselben zu diesem letzten Schritte. Jm Aug.IK19 begleitete er seinen Schwiegervater zur Unterwerfung Irlands (s. d.). Beide lie-ßen das Blut in Strömen fließen und hatten es auf gänzliche Ausrottung der Katholikenabgesehen. Als Cromwell im folgenden Jahre die Insel verließ, um Schottland zu züch-tigen, übernahm I. den Oberbefehl und führte denselben in gleich blutiger Weise. AlleGefangene, die am Blutbade im I. 1611 irgendwie Theil genommen, wurden ohneSchonung am Leben gestraft. Endlich im Herbst 1651, nachdem die Irländer fast gänz-lich besiegt waren, unternahm er die Belagerung ihres letzten Platzes, Limerick, den er auchnach großen Anstrengungen eroberte. Einige Tage daraus, am 26. Nov. >651, wurde I.durch ein Fieber hingerafft, nachdem er noch zuvor den größten Theil der Besatzung hattemederhauen lassen. Cromwell sah sich durch dessen Tod von einem Genossen befreit, dessenUnbeugsamkeit und fanatischen Republikanismus er fürchtete. J.'s Witwe vermählte sichmildem General Fleetwood (s.d.), der nach Cromwell's Tode eine wichtige Nolle spielte.
Jriarte (Juan de), ein ausgezeichneter Philolog, wurde am 15. Dec. 15 62 zuOrotava auf Teneriffa geboren. Nachdem er in Paris und Rouen die alten Sprachen stu-dirthatte, führte ihn 1724 das Studium der Rechtswissenschaft nach Madrid. Hier er-warb er sich durch sein öfteres Besuchen der königlichen Bibliothek die Freundschaft des er-sten Bibliothekars, Juan Ferreras, durch dessen Verwendung er eine Anstellung bei dieserBibliothek erhielt, worauf er 1732 Bibliothekar, 1712 Interpret im Ministerium desAuswärtigen und 1713 Mitglied der königlichen Akademie wurde. Er starb am 23.Aug.>771. Seine vorzüglichsten Werke find der Katalog der griech. Handschriften der königst-chen Bibliothek, wovon aber nur der erste Band (Madr. 1769) erschien; eine lat. Gram-matik, an der er sein ganzes Leben gearbeitet hatte, die aber erst nach seinem Tode von sei-nem Neffen Tomäs de Jriarte herausgegeben wurde (Madr. >771), und endlich seine lat.und span. Epigramme und Sprüchwörter (retranes), die nebst einigen lat. epischen Ge-dichten ebenfalls von seinem Neffen Tomäs und Domingo unter dem Titel „Odra, suol-ts>" (2 Bde., Madr. 1771,1.) bekannt gemacht wurden.
Jriarte (Tomäs de), einer der bekanntesten span. Dichter, der Neffe des Vorigen,geb.am I8.Sept. 1756 zu Orotava aufTeneriffa, machte seine ersten Studien in seinerVaterstadt unter der Leitung seines Bruders, des Predigermönchs Juan Tomäs deJ.Später ließ ihn sein Oheim Juan nach Madrid kommen, unter dessen Führung er sich in denHumanitätswissenschaften, den modernen Sprachen, der Poesie und Musik vervollkomm-uete. Seiner unter dem Anagramm Tirso Jmareta herausgegcbenen Originalkomödie„Lscer giie Kacemos" (Madr. >770) folgten mehre im Aufträge der Theaterintendanzverfaßte Übersetzungen franz. Dramen und einige Originalstücke. Nach seines OheimsTode wurde er dessen Nachfolger als Interpret im Ministerium des Auswärtigen. Im I.1772 übertrug man ihm die Nedaction des „blercurio Kistorico ^ politico cle Aluiliid",die er aber wegen überhäufter Arbeiten im Ministerium nur elf Monate bekleiden konnte.Hierauf wurde er 17 7 6 Archivar des obersten Kriegsraths. Seinen Ruf verdankt er haupt-sächlich dem didaktischen Gedichte „I-a muoiea" (1786) und den „IHuIas literarias"(1782), die beide sehr viele Auflagen erlebten und in die meisten europ. Sprachen über-seht wurden. Besonders machte das letztere, das rein literarische Zustände und Charaktere-um Gegenstände hat, bei seinem Erscheinen durch die Repliken der Angegriffenen vielAufsehen. Nachdem er darauf die ersten vier Gesänge der „Äneis" überseht, verfaßte er«n Aufträge des Grafen Florida-Blanca mehre Elementarbücher für Schulen und über-all Campe's „Neuen Robinson". Auch veranstaltete er 1787 eine Sammlung seinerWerke in sechs Bänden, von der nach seinem Tode eine um zwei Bände vermehrte Ausgabe"schien (Madr. 1805), und ließ 1788 die Komödie „l-a seSonia mal criscka" erscheinen.
2»»». - Lex. Neunte Ausl. Vll. 31