Jnvestitnrstreit Jo 473
das Beibchalten jener Folgereihe nicht ohne nachtheiligen Zeitverlust erlauben würde. Insolchen Fällen zieht man den Aufmarsch mit Inversion um so mehr vor, da bei einer gutgeübten Truppe dadurch keine anderweitigen Nachtheile zu befürchten sind.
Jnvestiturstreit heißt der in Folge des von Gregor VII. 1075 erlassenen Anvesti-turgesehes, durch welches er unter Androhung des Banns die weltliche Investitur, Beleh-nung (s. d.) geistlicher Personen mit Kirchengut als Simonie verbot, veranlaßte Streit.Kaiser Heinrich I V. ließ zwar den Papst als einen Tyrannen, der sich am Gesalbten desHerrn vergreife, auf einer Synode zu Worms am 21. Jan. 1076 absetzen, sah sich aberdafür mit dem Banne belegt und mußte sich demüthigen. Hierauf wurde der Streit mitden Waffen geführt; Gregor starb 1085 überwunden, HeinrichlV. 1106 unter dem Bann.Kaiser Heinrich V. fuhr fort zu investier«, und als er I > 10 mit einem Heere über die Al-pen zog, entschloß sich der Papst Paschalis II., ihm gegen die Freiheit der Bischofswahlendie bischöflichen Reichslehen zurückzugcben. Doch die Lateransynode im I. l 112 erkanntein dieser Handlung des Papstes einen Hochverrats; an der Kirche und nöthigte ihn, Alleszurückzunehmen. Endlich kam zu Worms 1122 zwischen Calixtus II. und Heinrich V. einConcordat zu Stande, nach welchem Heinrich dem Papste die Investitur mit Ring und Stabüberließ und Freiheit der Bischofswahlen, jedoch unter weltlicher Aufsicht, versprach; wäh-rend dagegen Paschalis II. dem Kaiser zugestand, den Prälaten die Reichslehen mittels desköniglichen Scepters zu ertheilen und von ihm vor der Consecration den Lehenseid zu em-pfangen. Ein gleiches Abkommen trafen Frankreich und England mit dem Papste. Dochschon 1125 milderte Kaiser Lothar II. das Concordat, indem er von den Prälaten nur denallgemeinen Unterthaneneid verlangte und die Consecration vor der Jnvestirung gestattete.Jnvocävit, s. Sonntag.
Inzucht nennt der Landwirth die absichtliche Vermischung der besten und schönstenblutsverwandten Thiere miteinander. Die Inzucht ist das einfachste, wohlfeilste und indm meisten Fällen auch das sicherste Mittel zur Verbesserung und Veredelung der Haus-thiere, indem durch sie die Organisation gleichartig und die Erwartung der Gleichheit desAbkömmlings in der einzelnen Eigenschaft gesichert wird, was besonders bei Veredelungder Schafe durch Inzucht sich zeigt. Die auffallendsten und günstigsten Resultate hatBakewell (s. d.) durch die Inzucht erzielt. (S. auch Kreuzung.)
Jo war der Sage nach die Tochter des Jnachus, oder des Jasu.s, oder des Peircn,in welche sich Zeus verliebte. Um dies zu verheimlichen, verwandelte er sie in eine schöneweiße Kuh. Here jedoch merkte auch so das Liebesverhältniß, bat sich die Kuh von ihremGemahl, der nichts Arges ahnete, zum Geschenk aus und übergab hierauf dieselbe dem all-sehenden Argos (Panoptes) zur Bewachung. Sie zu befreien, ertheilte Zeus dem Hermesden Befehl, ihren Wächter zu tödten. Aber in demselben Augenblicke, als dieses geschehen,sendete Here der I. eine Bremse, von der sie durch alle Welt gejagt wurde, bis sie am NilRuhe fand. Dies die gewöhnliche Erzählung, die sich in das graueste Alterthum verliert.Als Heimat der Sage und der I. ist Argos anzusehcn, wo das Wesen der I. mit dem dor-tigen Zeus- und Heredicnst auf das innigste verbunden war. Ihre Wanderungen, die imVerlauf der Zeit jedenfalls sehr ausqeschmückt wurden, lassen sich schwer mit der mythischenGeographie in Übereinstimmung 'bringen; nur die Hauptrichtung derselben bleibt sichgleich. Hauptquclle dafür ist des Äschylus „Prometheus", womit aber wieder Vieles inden „Schutzflehenden" nicht vereinbar ist. Von Argos aus kam sie an das Meer, welchesbon ihr den Namen des Jonischen erhielt; hierauf nach mancherlei Irrfahrten in den Kau-kasus, wo sie den Prometheus traf, welcher ihr den Weg zeigte, den sie zu nehmen hätte.Zuleht gelangte sie nach Ägypten, wo sie Erlösung von ihren Leiden fand, unter der Be-rührung des Zeus den Epaphus gebar und den Jsisdienst stiftete. Daß sie mit der Isis(s- d.) geradezu identificirt wurde, dazu gab namentlich die Kuhgestalt Veranlassung. Un-ter den mannichfachen Deutungen ihres Mythus hat diejenige die meiste Wahrscheinlich-ste daß I. den Mond oder die Mondgottin bedeute; ihr Umherirren zeige den unvermeid-uchen Kreislauf des Mondes, der hundert- oder tausendäugige Argos aber den Sternen-himmel cm. Nach G. Hermann ist der Schlüssel zur Deutung in dem wichtigsten Natur-twgniß Ägyptens, in dem jährlichen Anschwellen des Nil, zu suchen. Buktmann sah d.e