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benen gesorgt; meist aber werden die Invaliden in besonders dazu bestimmten Anstaltenuntcrgebracht und verpflegt. Schon Athen und Rom sorgten in ähnlicher Weise für lang-gediente Krieger; im Mittelalter scheint König Philipp August von Frankreich, > >80-1223, zuerst die Einrichtung eines Jnvalidenhausesin Anregung gebracht zu haben;bis dahin und auch später noch wurden invalid gewordene Krieger in Klöstern zur Ver-pflegung untergebracht. Unter Ludwig XIV. wurde in der letzten Hälfte des l'.Jahrh.das Invalidenhaus zu Paris errichtet, das in neuerer Zeit Napoleon großartig ausstaktete.Zn Berlin errichtete Friedrich II. 1745 das Jnvalidenhaus mit der Inschrift: I^aezo sesinvicto militi. Das prachtvolle Jnvalidenhaus zu Chelsea (s. d.) für Invaliden derLandarmer und das für Seesoldaten in Greenwich (s.'d.) stammen ebenfalls aus denletzten Decennien des >7. Jahrh. — Jnvalidencompagnien werden in der Re-gel nur in den Jnvalidenhäusern selbst gebildet und erhalten z. B. in Preußen den Na-men Garnisoncompagnie, wenn sie von Halbinvaliden gebildet, noch zum Festungsdiensteoder zu einzelnen, den Kräften der Leute angemessenen, leichten Diensten verwendet werden.
Inventarium, überhaupt jedes genaue Verzeichniß Vorgefundener Sachen, nenntman insbesondere das genaue Verzeichniß aller einzelnen Sachen, welche das bewegliche Ver-mögen eines Menschen ausmachen. Dergleichen Verzeichnisse werden bei Antretung ein«Vormundschaft über das Vermögen des Mündels, bei Sterbefällen über die Verlassen-schaft der Verstorbenen, bei Übernahme eines ererbten oder erkauften Gutes, bei Pachtenu.s. w. ausgenommen. Unterder Rcchtswohlthat des Inventar! ums (benellciuminventurii) versteht man diejenige gesetzliche Bestimmung, welche den Erben, der in derebenfalls gesetzlichen Frist (in Sachsen ein Jahr, sechs Wochen und drei Tage) das Jnven-tarium einreicht, gegen die Ansprüche der Erbschaftsgläubiger sichersiellt, fall-der Nach-laß nicht zureichen sollte. Bei Landgütern ma ht das Wirthsch a ft s i nventa, ium einenwesentlichen Bestand aus, welches in das lebendige oder das Viehinventarium, auch Ms-ventien, und in das tobte oder leblose Inventarium, auch Fahrniß oder Mobilien genannt,zerfällt. Das Wirthschaftsinventarium muß in demselben Zustande zurückgegeben werden,in dem es übergeben worden ist. In der Regel wird es von Taxatoren nach Geldwerth ge-schätzt. Die Kaufleute sind verpflichtet, jährlich ein Inventarium ihrer vorhandenen Waa-renbestände aufzunehmen, was man Inventur nennt. (S. auch Handlungsbücher.)
Jnvernesi, die Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft in Nordschottland, amMoray Frith, mit I5000E., meist engl. Abkunft, weshalb sie auch noch Englisch sprechen,einem guten, durch zwei Forts geschützten Hafen, einen, befestigte» Schloß, einer Akademieund mehren guten Schulen, ist der Hauptmarktplatz für die Bergschotten, welche hier ihreProducte verhandeln. In der Nähe hatten die alten caledonischen Könige ihren Sitz, derjetzt nur noch in seinen Trümmern sich erkennen läßt. Historisch merkwürdig wurde dieStadt durch ein glückliches Gefecht des Prätendenten Karl Eduard (s. d.), welches er imFebr. >746 nach dem siegreichen Treffen bei Falkirk gegen den General Loudon bestand.
Inversion (lat.), d. i. Umkehrung, bezeichnet als stilistische und rhetorische Figurdie Versetzung eines Worts oder ganzen Satztheils ans seiner, der strengen grammati-schen Construction nach, ihm gebührenden Stelle an eine andere, um den Begriff desselbenherauszuheben und die Aufmerksamkeit auf denselben zu lenken, z. B. „Zum Genießennicht hat uns Gott geschaffen", statt „Gott hat uns nicht zum Genießen geschaffen". Auchwird sie oft, namentlich in der Poesie, durch den Wohlklang und Rhythmus hervorgerüfcnund gerechtfertigt. Unter den alten Sprachen lassen die griechische und lateinische wegenihrer außerordentlichen Freiheit in der Wortstellung die meisten Inversionen zu, wahrendsie in den neuern Sprachen, besonders in der französischen, weit beschränkter sind. Die Rö-mer selbst verstanden übrigens unter Inversion im tropischen Sinne die Ironie (s-d.). —In der Taktik versteht man unter Inversion die Verwechselung der ursprünglich festge-setzten Folgereihe neben- oder hintereinander stehender Truppentheile oderGeschühe. Wenndie Ordnung und Übersicht es erfodert, daß jedem Theile der Truppe, z. B. der Compagnieim Bataillon, dem Zuge in der Compagnie u. s. w., ein bestimmter, gewöhnlich durch eineNummer bezeichneter Platz bei der Aufstellung und Bewegung angewiesen sei, so kann eS-och auch Verhältnisse geben, wo der rasche Übergang aus einer Formation in dir andere
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