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7 (1846) Heim bis Juwelen
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467
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Znternnntien Jnterpunction 467

mezzo vorzüglich kleinen komischen Opern, in welchen eine, höchsten- zwei Personen auf.treten, und die weder mit dem vorhergehenden noch, mit dem nachfolgenden Stücke in irgend-einer Verbindung stehen. Da die Kritik an diese Art Erzeugnisse, weil sie durch die geringeAnzahl Personen sehr beschrankt sind, keine strengen Anfoderungen zu machen scheint, sofühlt man sich von denselben hinlänglich befriedigt, wenn sie sich nur durch Laune und ko-mische Kraft auözeichnen, ohne es gerade mit dem inner» Zusammenhänge der beschränk-tem Handlung sehr genau zu nehmen. Die neuem Intermezzi sollen anfangs inMadri -galen (s.d.) bestanden haben, welche zwischen denAufzügen abgesungcn wurden und aufdas Stück Beziehung hatten, aber bald von ihrer ersten Bestimmung sich entfernend, zuselbständigen Stücken geworden sein. Als eins der ältesten und schönsten Intermezzi giltBardi's „II combuttimento ll'^pvlline col rerpenle". Auch in den älter« franz. Opernkamen Intermezzi unter den Namen Nondeaux oder Sarabanden vor, um mittels dersel-ben dem Sänger Zeit zur Erholung zu schaffen.

Jntcrnuntien heißen die Gesandten des Papstes an auswärtigen kleinern Höfen»der bei Republiken, im Gegensätze der Nuntien (s. d.) an kaiserlichen oder königlichenHöfen. Auch der östr. Botschafter zu Konstantinopel führt den Titel Jnternuntius.

Jnterpoliren (lat.), eigentlich anders gestalten oder bilden, heißt in der philologi-schen Kritik, den ursprünglichen Text einer Schrift durch Einschaltung einzelner Wörter,Satze oder ganzer Abschnitte verfälschen, daher man dergleichen Stellen und Schriften in-terpo li rte, di« Handlung selbst Interpolation, und den Verfertiger solcher Verfäl-schungen einen Interpolator nennt. Diese Sitte ist, wenigstens in Hinsicht der griech.und röm. Schriftdenkmal!, sehr alt, da schon Solon einen Vers in die „Jliade" auf dieseWeise eingeschoben und OnomakrituS die ehrwürdigen Orakelsprüche des Musäus verfälschthaben soll. Später trugen besonders jüd. und christliche Gelehrte selbstgemachte Stellenoder Verse in die Werke Anderer über, um ihren eigenen Lehren dadurch höheres Alter undAnsehen zu verschaffen. Vorzüglich aber geschah dies im Zeitalter der Grammatiker, woman seltene und ungewöhnliche Ausdrücke durch bekannte, die man Glosseme nennt, zu er-setzen suchte. Die Nachweisung und Ausscheidung solcher Zusätze von fremder Hand, mitder sich bereits die alexandrin. Grammatiker, wie Aristarchus (s. d.) beschäftigten, ist Auf.gäbe der Kritik (s. d.). — Zn der Mathematik heißt Jnterpoliren zwischen zweiGlieder einer an ein bestimmtes Gesetz gebundenen Reihenfolge von Größen mehre Gliederso einrcihcn, daß sie, wenn auch nicht ganz, doch so nahe als möglich dem in der genanntenReihenfolge herrschenden Gesetze sich anschließen, wobei man in der Regel die Reihe alseine arithmetische Reihe höherer Ordnung zu betrachten pflegt.

Interpretation, s. Exegese und Hermeneutik.

Interpunktion nennt man die gesetzmäßige Anwendung gewisser Schriftlichen,durch welche die Verbindung und Trennung Dessen, was in einer Rede, dem Sinne nach,zusammengehört oder getrennt werden muß, und die Hebung und Senkung der Stimmeangedeutet werden, sodaß sie in ersterer Hinsicht der logischen Deutlichkeit, in der andernder Vollkommenheit des mündlichen Vortrags dient. Die Morgenländer kennen nur Ton-zeichen, aber keine eigentlichen Interpunktionszeichen; die Römer hatten zwar den NamenInterpunktion, verbanden aber damit einen ganz andern Begriff. Ihre Interpunktion war,sowie die der Griechen, größkentheils eine blos oratorische, d. h. sie bezog sich nur auf denVortrag und die Deklamation der Worte, und wurde oft gar nicht oder höchstens durch ei»um Punkt am Ende des Satzes, oder durch neue Linienansänge und Absätze (versus, griech.Slichoi) angedeutet. Die neuere, größkentheils grammatische Interpunktion ist angeblicheine Erfindung dcS alexandrin. Grammatikers Aristophanes (s. d.), welche von denfolgenden Grammatikern mehr ausgebildet wurde, sich aber zu Karl's des Großen Zeitenschon wieder so verloren hatte, daß dieser für nöthig fand, sie durch Warnefried und Al-chuin (s. d.) Herstellen zu lassen. Sie bestand anfangs nur in einem auf dreifache Art an-Sebrachten Punkte oder Stigma (daher in der Diplomatik dieBennungStigmeologie),und bisweilen noch in einem Striche, die beide auf sehr verschiedene Art geformt wurden.Da «an aber bei dem Gebrauche dieser Zeichen keine bestimmten Regeln befolgte und sich