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7 (1846) Heim bis Juwelen
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463
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Intelligeiizblättcr

Intensivum

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nerhalb dessen seine Überzeugungen von Wahrheit und Jrrthum wurzeln. Es ist natür-lich, daß wir auch höhern geistigen Wesen, selbst dem höchsten, Gott, eine Intelligenz bei-,»legen geneigt sind, deren Merkmale wir nach der Analogie Dessen, was wir in uns selbstfinden, bestimmen. Mit welchem Rechte oder Unrechte dies geschieht, würde nur eine aufdie letzten Bedingungen und allgemeinen Gesetze des geistigen Lebens überhaupt zurück-gehendeUntersuchung entscheiden können. — Zm weitern Sinne des Worts nennt manintelligent Jeden, der ein Gebiet des Wissens oder Handelns mit Klarheit und Si-ckerheit beherrscht, z. B. einen Baumeister, Staatsmann u. s. w.

Jntellistenzblätter nannte man die seit Anfänge des >8. Jahrh.'täglich oderan bestimmten Tagen erscheinenden Blätter mit Nachrichten, die schleunig zur öffent-lichen Kenntniß oder Intelligenz gebracht werden sollten, und Jntelligenzcom -teir die Anstalt, welche dergleichen Nachrichten sammelte und durch den Druck bekanntmachte. Schon die Römer hatten etwas den Jntelligenzblättern Ähnliches in den>»gm>i i-om.", in welchen die Geborenen, Gestorbenen, die Verheirathungen, Ehescheidun-gen, Todesstrafen, Adoptionen, Manumissionen, auch die angekommenen Fremden ver-zeichnet wurden, und die an öffentlicher Stelle Jedermann einsehen konnte. In neuererZeit sind an die Stelle der Jntelligenzblätter, die aber auch noch hier und da in Folge frühererhaltener Privilegien fort erscheinen, die umfassendern Zeitungen (s.d.) und besser einge-richtete Lokalblätter unter den verschiedensten Titeln getreten. Den ersten Vorschlag zur Ein-richtung eines Jntelligenzcomtoirs soll der Vater Montaigne's, der l56!> starb, gemachtlaben; John Jnnys war dagegen der Erste, der 1637 in London eine solche Anstalt unterdem Namen „'Lim oMce nt' Intelligence" ins Leben treten ließ. In Deutschland über-reichte zuerst der Baron Wilh. von Schröder, der >663 ermordet wurde, dem Kaiser Leo-pold einen Entwurf zu einem Jntelligenzcomtoir, welchen dann von Boden 1763 wicder-lM, worauf >722 in Frankfurt am Main, >723 in Hamburg, 1727 zu Berlin, >72!»zu Halle, 1732 in Dresden, >733 zu Augsburg, >735 zu Braunschwcig, 1738 zu Nürn-berg, 1750 zu Hannover und 1763 zu Leipzig Jntelligenzcomtoirs errichtet wurden.

Jntcllistibcl, d. h. nur durch Denken erkennbar, s. Intel lectuell.

Intendant heißt soviel als Obcraufscher oder Direktor. In Preußen führen diesenTitel die ehemaligen vbcrn Kriegscommissare, welche bei dem Armcecorps die Bezahlung,Verpflegung und Bekleidung der Truppen leiten und über die Wirtschaft und das Rech-nungswesen die Aufsicht führen. Ihnen sind Jntendanturräth e zum Beistände gege-ben, und alle stehen unter dem Generalintendanten der Armee. In Frankreich wurdeder Titel Intendant, weil crandasKönigthnm erinnerte, in Präfect (s.d.) umgewandelt.

Intensiv», d. i. Anspannung, mithin Verstärkung der innern Kraft, nennt man die»höhte innere Wirksamkeit im Gegensätze der Extension (s. d.), die mit ihr häufig imumgekehrten Verhältnisse steht. So spricht man von einer Jntension der Gefühle,wenn man die Innigkeit derselben anzeigen will, und in diesem Sinne wird auch das Bei-wort intensiv gebraucht. — Intensives Leben nennt man ein solches, welches mannicht nach der Zeitdauer, sondern nach der innern Wirksamkeit und seinem Gehalte beur-tbeilt.— Unter intensiver Größe versteht man die Größe deS Inhalts oder der innernKraft. Auch nennt man zuweilen Licht, Wärme, Kraft u. s. w., insofern sie einer Messungsühig sind, intensive Größen im Gegensätze der räumlich ausgedehnten oder extensiven Grö-ßt». — Etwas intensiv vergr ößern heißt solches seinem innernWerthe nach erhöhen.

Intensität ist ein in der Physik sehr gebräuchlicher Ausdruck, der die Stärke einerAnrkung im Vergleich mit der Stärke einer andern Wirkung, unter ähnlichen UmständenMzeigt. So sagt man, das Licht der Sonne hat mehr Intensität als das des Mondes.Vejvnders wichtig ist der Begriff der Intensität in der Lehre von de» galvanischen Strö-men, wo sic von der Quantität zu unterscheiden ist. (S. Galvanismus.)

Jntensivum (lat.) heißt in der Grammatik ein solches Zeitwort, welches, meistMn durch seine besondere Bildung charakterisirt, eine Verstärkung oder das eifrige Behar-renbei einerThätigkeitausdrückt, wie „ängstigen", „horchen" u.s.w., und, weites zugleich>e öftere Wiederholung derselben Handlung einschließt, häufig als Frequentativum"derZterativum (s. d.) erscheint.