Institut
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hat, so ist dies vorzugsweise auf Rechnung des Hofes zu setzen, welcher in der Akademieblos ein Werkzeug sah, auf den Geschmack der Nation bestimmend einzuwirken. Daherlassen sich die unzähligen Misgriffe erklären, die von der Akademie seit dem unglücklichenVerdammungSurtheile des „Cid" (s. Corneille) bis auf die neuere Zeit gethan sind.Auch die Wahl der Mitglieder, deren Anzahl auf 4« bestimmt ist, hat oft unter dem Ein-flusse großer Willkür gestanden, obschon man bei der Beurtheilung dieser Akademie vondem Gesichtspunkte ausgehen muß, der von früh an festgehalten ist, daß nämlich nicht bloseigentlich literarisches Verdienst, sondern auch besondere Gewandtheit der mündlichen Redezur Aufnahme in dieselbe befähigen. Freilich kann dieser Umstand nicht als Entschuldigungdafür dienen, daß Männer wie Moliere gar nicht und Boileau und Labruyere nur auf aus-drücklichen Befehl Ludwig's XIV. in die Akademie gewählt wurden. In Bezug auf dieAusarbeitung des großen Wörterbuchs der franz. Sprache, mit der die Akademie frühbeauftragt wurde, sind ihre Verdienste vielfach angefochten. Statt mit dem Tone dictato-rischer Machtvollkommenheit dieses Werk zu einem Gesehbuche des guten Geschmacks ma-chen zu wollen, außerhalb dessen es kein Heil gäbe, hätte die Akademie sich durchaus nurauf den Standpunkt der historischen Sprachforschung stellen und außer der Etymologieeine geschichtliche Begriffsentwickelung jedes Wortes liefern sollen. Dadurch wäre die franz.Sprache mehr gefördert worden als durch kleinliche Bestimmungen und Gesetze, welche auf diefreie Production nur lästig einwirken können. Der Geschmack an Devisen, Inschriften undMedaillen, der im l 7. Jahrh. herrschte, gab Ludwig XIV. die Idee zur Stiftung der ^cs-<>emie <l«8 in°cri;,ti»n!-, welche bei spaterer Erweiterung ihres ursprünglich beschränktenund in der That nur untergeordneten Zwecks der Geschichte und Alterthumskunde ringe-meine Dienste geleistet hat. Vier Mitglieder der ^caclcmie kranysise bildeten bei der Stif-tung >66:; den ursprünglichen Stamm dieser neuen Akademie, deren nächste Aufgabewar, die Geschichte durch Medaillen u. s. w. zu erläutern. Als dieseArbeit durch Benutzungder im königlichen Besitze sich befindenden Alterthumsdcnkmäler erledigt schien, drohte derGesellschaft Auflösung; der Abbe Bignon aber, damals Vorsteher der königlichen Biblio-thek, sicherte das Fortbestehen dieser Akademie. Sie erhielt den Namen Xcsciemic royalelies iiiscriptions et delles-Iettres und ein neues Reglement mit bestimmten Einkünften;die Zahl ihrer Mitglieder wurde vermehrt und im Louvre am 16. Juli >76l ihre ersteSitzung gehalten. Die dritte der franz. Akademien, durch wiffenschaftlicheBedeutung undWirksamkeit noch gegenwärtig die erste der Welt, die Vcaclemie ro^sle lies Sciences,wurde von Colbert >666 gestiftet, 1699 von dem schon genannten Bignon neu cingp-richtet und in sechs Claffen eingetheilt, wozu 1785 noch zwei neue Claffen kamen. DerMaler Lebrun hatte I6 <8 eine Akademie der Malerei gestiftet, welche 1655 ein Patenterhielt und 1664 als ^cselemis 6e psintnre et sculpture von Colbert neu eingerichtetwurde. Außerdem gab es noch eine ^cselemie ll'arcliitecture.
Alle diese Akademien wurden durch ein Edict des Convents vom 8. Aug. 1793 un-terdrückt; doch am 25. Oct. 1795 beschloß das Direktorium, einen National-Gelehrten-»erein ins Leben zu rufen, dessen Aufgabe die Pflege und Förderung der Künste und Wis-senschaften sein sollte. Diese Anstalt erhielt den Namen Institut nationul; fast gleichzeitigwurden die Normalschulen, die Polytechnische Schule, ursprünglich Lcals Ues trsvsuxpublics genannt, das Längenbureau, das Museum der Naturgeschichte und mehre anderegroße Anstalten gegründet und erweitert. Das Institut war in drei Claffen, nämlich fürdie Sciences pb^siques et mstkemstiqnes, für die Sciences morsles et politigues und fürdie litterature et desux-srts getheilt, deren jede wieder in mehre Sektionen zerfiel, undbestand aus einer Anzahl in Paris wohnender Mitgleider (membres lesillsnts) und einergleichen Anzahl Affocics in den verschiedenen Theilen der Republik; auch sollte außerdemAs Klasse sich acht auswärtige Gelehrte zugesellen können. Die Zahl der wirklichenMitglieder war ohne die Affocics auf 144 bestimmt. Um diese nicht ganz bequeme Orga-nisation zu verbessern, ließ Bonaparte, der, selbst Mitglied des Nationalinstituts, dieseEhre so hoch schätzte, daß er während des ägypt. Feldzugs seinem Titel als ObergeneralMS den eines Mitglieds des Instituts vorsetzte, im I. >862 eine Commission bilden, aufderen Gutachten das Nationalinstitut am 23. Jan. eine neue Einrichtung und vier Claffen