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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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Institut

Verlaufe seines Daseins immer von dem Totalzustande seines Organismus abhängig istund daß sein Begehren durch ihn bestimmt wird. Damit stimmt zusammen, daß auch beiden Menschen der Jnstinct erst von der geistigen Bildungwerdrängt wird, bei Verwilderungwieder hervortritt und namentlich in Zuständen der Krankheit sich nicht selten geltest»macht. Es ist dann, als wenn die Seele ein dunkles Gefühl von dem ungewöhnlichen Be-dürfnisse des Körpers erlangte. So zeigt sich z.B. in Fiebern ein größeres Verlangen nachFlüssigkeiten, zumal nach säuerlichen, bei großer Schwäche Durst nach Wein; bei Kindern,die viel Säure im Magen haben, zuweilen ein Trieb zu erdigen Mitteln, Kreide, Thonu. s. w.; bei Kranken zuweilen mitten in der Krankheit ein plötzlicher Appetit zu irgendEtwas, und gemeiniglich ist dies ein Jnstinct, welcher ein inneres, der Krankheit angemesse-nes Bcdürfniß verkündigt, dessen Befriedigung öfters nicht nur unschädlich, sondern sogarheilsam ist. Vielleicht gehören hierher auch manche somnambule Zustände. Falsch ist csaber, alle unwillkürliche Neigungen und Bestrebungen des Menschen Naturtriebe odrrJnstincte zu nennen, insofern bei denselben eine Nöthigung der Natur nicht siattfindct.

Institut nennt man gegenwärtig vorzugsweise eine von Privatpersonen und für be-stimmte Korporationen errichtete Erziehungs- oder Unkerrichtsanstalt, in welcker Kinderund junge Leute gegen Vergütung oder auf öffentliche Kosten verpflegt, erzogen und unter-richtet werden. Je nach den besondern Zwecken unterscheidet man, nächst den Instituten imAllgemeinen, Militair-, Handlungs-, landwirthschastliche, Forst-, Sing-, Hebammen- undandere Institute. Dieselben sollen die Vorzüge des öffentlichen Unterrichts mit den Dor-theilen der häuslichen Erziehung vereinigen. Im Alterthume, wo die Erziehung einenganz andern Charakter hatte als gegenwärtig, kannte man solche nicht. Ebenso wenigkönnen die Kloster-, Stifts- und andere Schulen des Mittelalters als Institute im neuernSinne angesehen werden, wenn sie auch zum Theil lediglich den Bemühungen von Priva-ten und Korporationen ihre Entstehung verdankten. Erst nach der Mitte des 18. Jahrh.entstanden eigentliche Erziehungsinstitute im Gegensatz gegen die in äußerlichem Forma-lismus mehr oder weniger untergegangenen öffentlichen Schulen. B asedow (s. d.) undseine Freunde glaubten Locke's und Rousseau's Ideen einer naturgemäßen Erziehung nichtleichter ausführcn zu können, als wenn sic Institute errichteten, die, unabhängig von Staatund Kirche, ein freies Feld zu Ausführung der pädagogischen Theorien und Weltvcrbesse-rungsplane des Tages darböten. Das 1774 zu Dessau eröffnete Philanthropin, sowie diediesem nachgebildeten Erziehungsinstitute von Salis zu Marschlins, von Bahrdt zu Hei-desheim, von Campe und Trapp zu Trittow, von Salzmann zu Schnepfenthal, von Feder,Spazier, Olivier und Tillich zu Dessau fanden ein empfängliches Publicum. (S. Ph>-lanthropinismus.) Doch gingen mehre dieser Institute ebenso schnell unter, als siebegonnen hatten; mehre kamen in andere Hände, und nur das Salzmann'sche hak sich er-halten. Unter den übrigen allgemeiner bekannt gewordenen Instituten sind das ehemalsChristian'sche bei Kopenhagen, das eingegangene Hundeiker'sche zu Vechelde bei Braun-schweig, das von K. Lang in Tharand gegründete, 1816 nach Wackerbarthsruhe bei Dres-den verlegte und von Serrius in derselben Gegend fortgesetzte, insbesondere die von Pesta-lozzi (s. d.) zu Ave rdun (s. d.) und von Fellenberg (s.d.) in Hofw yl (s.d.) begrün-deten Institute, sowie das Blochmann'sche Institut in Dresden zu erwähnen.

Institut (königliches) von Frankreich. Das Bcdürfniß wissenschaftlicher Ver-einigung und geistigen Zusammenwirkens rief zur Zeit der Wiederbelebung der Künsteund Wissenschaften verschiedene Akademien ins Leben, welche nach ital. Mustern literari-sche Centralpunkte bildeten. Die meisten derselben, wie z. B. der poetische Verein des Sie-bengestirns, 157V—91 (s. Französische Literatur), hatten nur eine kurze Dauer,bis unter Richelieu's Schutze eine Privatgesellschaft, welche 1625 im Hause ValentinConrart's von Chapelain und andern mittelmäßigen Dichtern gebildet war, sich > 635 zurStaatsanstalt umgestaltete und als ^cuckeinio ttan^ise am Iv. Juli 1637 ihre erstenöffentlichen Sitzungen hielt. Dieses Institut war vorzüglich zur Pflege und Ausbildungdcr franz. Sprache bestimmt; doch hatte es zugleich den Nebenzweck, verdienten Schrift-stellern ein anständiges Auskommen zu sichern. Wenn dessenungeachtet die Akademie zu»>Theil durch Erstickung der freien selbständigen Entwickelung der franz. Literatur geschadet

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