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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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452 Insekten

schlechtstheile unausgebildet sind und die als Lebenszweck nur Ernährung und Ansamm-lung von den Stoffen verfolgt, die später verarbeitet werden sollen. Durch Einspinnungentsteht aus ihr die Puppe (Nymphe oder Chrysalidc), die, ohne je zu fressen, nur durchAthmung mit der Außenwelt in Verkehr bleibt, endlich zerreißt und von den« ausschlüpfen-den vollendeten Schmetterling als leere Hülle zurückgclassen wird. Aus ähnliche, jedochhäufig verkannte Weise geschieht die Metamorphose bei Käfern, deren Larven oft für Wür-mer gehalten werden, bei Fliegen, deren Larven Maden heißen. Die genauesten wissen-schaftlichen Untersuchungen haben übrigens gelehrt, daß in allen diesen Zuständen das In-sekt nicht sowol eine eigentliche Verwandlung erfahre, sondern daß nur seine Körpcrkheile,die schon bei der Raupe in ihren Anfängen vorhanden waren, sich gradweise entwickeln, daßalso die wunderbare Erscheinung der Umgestaltung einer unansehnlichen Raupe in einenherrlichen Schmetterling ein einfacher und regelmäßiger Proceß sei. Die Lebensdauer derInsekten hängt in der Regel von dem Verlaufe ihrer Metamorphose ab; die Mehrzahl derSchmetterlinge, Immen und Netzflügler ist einjährig, d. h. aus dem im Herbste gelegtenund überwinterten Ei wird im nächsten Sommer ein vollständiges Insekt sich gebildet ha-ben, welches gemeiniglich die Begattung nicht lange überlebt, aber den Keim seiner Nachkom-menschaft zurückläßt. Bei Käfern, z. B. den Maikäfern, dauert der Larvenzustand (derEngerling) mehre Jahre, das vollkommene Thier aber lebt nur einen Sommer. Nicht großist die Zahl derjenigen Insekten, welche als ausgebildete einige Jahre leben.

Die Verbreitung der Insekten reicht über die ganze bewohnbare Erde; fehlen sie selbst inGrönland und auf den höchsten Alpen nicht gan^ so sind sic jedoch in Äquatorialländern amzahl- und artenreichsten und zugleich durchGröße und Pracht der Färbung am meisten aus-gezeichnet. Sie sind mehr Luft- als Wasserthiere, kommen im Meere niemals vor, zeigen aberin Hinsicht auf Wohnung, Ernährung und Lebensweise so viele Mannichfaltigkeit, daß esunmöglich ist, hierüber etwas Allgemeines zu sagen. Ihr Instinkt ist oft von großer Schärfeund einzelne seiner Äußerungen, besonders bei den Bienen, sind auch dem Volke nicht »ntgan-gen; er läßt sie stets die passendsten Mittel zur Erreichung eines Endzwecks ergreifen, Ge-fahren entdecken und solche im Gcdächtniß bewahren; er befähigt sie sogar zu jenen gegen-seitigen Mittheilungen, die mindestens bei Bienen und Ameisen unzweifelhaft Vorkommen-In gesteigertem Grade entwickeln die Insekten diesen Instinkt in ihrem Haushalte und inder Sorge für ihre Jungen, wovon der vielbeschricbene und am besten bekannte Staat derBienen eines der auffälligsten Beispiele liefert. In der Natur ist den Insekten eine wich-tige Rolle überwiesen, die sie auch vollkommen erfüllen, denn die Machtlosigkeit, die in ih-rer Kleinheit zu liegen scheint, wird vollkommen ausgewogen durch die Zahl ihrer Indivi-duen. Die übermäßig wuchernde Pflanzenwelt wird durch sie allein beschränkt und hier-durch das Fortbestehen derselben befördert; auf einen Theil des Thierreichs wirken die In-sekten in ähnlicher Ärt ein; sie beseitigen die alljährlich neuentstehenden Trümmer organi-scher Körper und erscheinen im großen Haushalte der Natur als eine ausgleichende Macht.Unter einem großartigem Gesichtspunkte aufgefaßt muß diese Nützlichkeit die Nachtheilegering erscheinen lassen, die bisweilen, besonders wenn eine jener Epochen unbegreiflicherFruchtbarkeit erschienen ist, durch Kerfe eintreten, welche, selbst unabwehrbar, Forsten undErnten zerstören, wie die Wanderheuschrecke grünende Gefilde schnell kn Wüsten verwan-deln oder als blutsaugende Moskiten große und fruchtbare Länder dem Menschen fast un-bewohnbar machen. Das Reich der Kerfe zieht ebenso sehr an durch seinen Neichthum anFormen und durch seinen Farbenglanz als durch den Ausdruck einer nimmer rastendenThätigkeit und das Wunderbare der Organisation, und daher erklärt es sich, warum dieJnsektenku nd e oder Entomologie von jeher so hoch in Gunst gestanden und eine größereZahl von Bearbeitern aufzuweisen hat als die übrigen Classen des Thierreiches zusammen-genommen. In Folge dieser allseitigen Bestrebungen mehrt sich das schon jetzt an UM"»Arten begreifende Verzeichnest in das Unübersehbare, während die Anatomie, Entwickc-lungsgeschichte, Physiologie und Systematik der Insekten durch Entomologen einer HähernClasse täglich neue Aufklärung erhält. Zwar ist auch die systematische Anordnung dieserMyriaden von Thieren vielfachem Wechsel unterworfen gewesen, indeß genügt cs, die In-sekten in Kerfe mit beißenden un^> in solche mit laugenden Mundtbeilcn einzutheilen. Zu