Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
445
Einzelbild herunterladen
 

445

Inkas Inn

ememderGesetzgebungmeistbesondershervorgehobeneArt der Injurien ist das Pasquill(s.d.). Verschieden von der eigentlichen Injurie ist übrigens die Verleumd»ng (s. d.).

Inkas hießen die Beherrscher Perus vor der Eroberung durch die Spanier. DieUrgeschichte dieses Landes ist ebenso dunkel als diejenige der neuen Welt überhaupt, wo,wie Tagen und Trümmer großartiger Bauwerke beweisen, in unbekannter Vorzeit mächtigeVölker gelebt und eine hohe Civilisation geherrscht haben müssen, auf welche eine langePeriode der Verödung und der Verwilderung folgte. Zwischen die peruanischen Wilden,die nicht einmal eine deutliche Erinnerung an die bessere Vorzeit bewahrt hatten, trat plötz-lich ein Fremdling, Manco Capac, der sich einen Sohn der Sonne nannte, sich Achtung undGehorsam zu verschaffen wußte, ein Volk aus vereinzelten Stämmen bildete und einenStaat nach theokratischen Grundsätzen errichtete, der unter den Nachfolgern zum ausge-dehntesten und mächtigsten der historisch nachweisbaren der neuen Welt anwuchs. Gegenvier Jahrhunderte bestand derselbe; der 13. Inka verlor Reich und Leben im I. 1533durch die span. Eroberer.. So viel Unsicheres sich auch in der Geschichte eines Volks findenmuß, welches mit dem Schreiben unbekannt war, so sind doch die umständlichsten Nachrich-ten über Staatseinrichtungen und sittliche Zustände der Peruaner, wie sie zur Zeit der Er-oberung bestanden, durch span. Augenzeugen an uns gekommen. Sie beweisen, daß dieInkas nicht allein als sichtbare Beherrscher, sondern auch als Vertreter und Organe derGottheit galten, die unbedingteste Unterwerfung verlangten, jedoch mit ebenso großer Gütrals Staatsklugheit das Volk regierten, welches in genau geschiedene Kasten geordnet, völligwillenlos sich verhielt. Nur einer der 13 Inkas war ein eigentlicher Eroberer; die andernvergrößerten durch friedliche Unterjochung roher Volksstämme, welche in kurzer Zeit civili-ßrt wurden, ihr Reich so sehr, daß es zur Zeit seines Falls sich von Quito bis Chile aus-dehnte. Die Staatscinrichtung war sehr geregelt, aber sie konnte nur unter einem geringbegabten und ruhigen Volke bestehen; Fortschritte erlaubte sie nur bis zu festen Grenzen.Für öffentliche Bedürfnisse, für den Cultus, der die bei den Mexikanern gewöhnlichen Men-schenopfer verwarf, und für die Wehrhaftigkeit des Reichs war vorsichtig gesorgt. Nochsind die Trümmer gewaltig großer Magazine und Tempel übrig, und theilweise wird nochgegenwärtig diesogenannte Jnkastraße benutzt, die, ein wirklich staunenerregendes Bau-werk, sich über den Rücken der Andes durch fast 2» Breitegrade hinzog, als Militairstraßediente und selbst in ihren Trümmern den Vergleich mit manchen ägypt. Bauten aushält..Zm Znkareiche wurden nur eine Sprache und eine Religion geduldet; der Unterdrückung,war überall vorgebeugt; aber die Fürsten und der Adel, Orejones von den Spaniern ge-nannt, verhielten sich stets als abgesonderte Kaste zum Volke und rechtfertigen hierdurchdie Bermuthung, daß sie die Nachkommen eines fremden erobernden Stamms gewesensind. Der Ackerbau blühte, und ungeachtet des Mangels an eisernen Werkzeugen, wurdensiele Handwerke mit Erfolg geübt. Handel kannte man nicht, da die Grenzen streng be-wacht wurden und jede Verbindung mit den ununterjochten Nachbarvölkern verboten war.Dennoch befand das Volk sich sehr wohl, bis die Spanier erschienen und mit ihnen Elend,Verwilderung und Entvölkerung über Peru hereinbrachen. Die Familie des letzten Inkaßarb aus; jedoch leiten von Seitenzweigen derselben mehre peruanische Halbweiße Fami-lien ihren Ursprung ab, und eine derselben wurde schon im II.Jahrh. von der span. Negie-rung in den Grafenstand erhoben. Die umständlichsten, wenn auch nicht ganz zuverlässigenNachrichten über die Inkas gaben die span. Eroberer selbst, wie Cieza und zumal Garn-laso delaBega (s. d.), welcher mütterlicher Seite vom letzten Inka abstammte. Ihre Nach.Achten sind von Robertson in seinerGeschichte Amerikas" gut verarbeitet worden. Dersiacht RomanDes Incas" von Marmontel ist ohne allen historischen Werth.

Inn, der Oenus der Alten, der größte Nebenfluß der Donau, entspringt im obernMgadin und wendet sich, nachdem er durch den schaurigen Gebirgspaß Finstermün; durch-Sebrochen, als wildtobender Bergstrom nach Tirol, wo er einem der größten und an Natur-schönheiten reichsten Thäler des Alpengebirgs den Namen gibt und Innsbruck bespült,unterhalb Kufstein geht er nach Baiern über, wo er mehre Seen bildet, mehre Nebenflüsseunstnmmt, bei Telfs schiffbar wird und nach einem Laufe von 65 M. bei Paffau, 160schritte breiter als die Donau, in diese sich ergießt. Nach ihm ist das Jnnviertel be-