Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
442
Einzelbild herunterladen
 

442 Jilgermanland Ingersleben

weilen den Ausdruck, daß ei» wohlgcnirrcr Büchscnmeister am liebsten zum Ingenieurangenommen wurde. Bei der weitern Fortbildung des Kriegswesens erweiterte sich auchder Umfang der Geschäfte der Ingenieure, und cs siel ihnen meist alles Das zu, was manunter dem allgemeinen Ausdruck der Terrainvcrwandlung begreifen kann, weshalb ihnenauch in der neuesten Zeit in den meisten Armeen eine eigene Truppe, bestehend aus Pion>nieren (s. d.), Sappeuren, Mineuren und Pontonieren beigegcbcn wurde, welche die Be-aufsichtigung und zum Theil auch die unmittelbare Ausführung der militairischen Bautenaller Art zu besorgen hat. Der Fcstungskrieg, der die Verbindung derBautechnik mit demVerhalten beim Angriff und der Dcrtheidigung an Festungen in ihrer eigentlichsten Wirk-samkeit umfaßt, bedingt für den Ingenieur, nächst der crfoderlichen militairischen und tech-nischen Ausbildung, nicht minder Muth, Entschlossenheit, Haltung und Umsicht, die alsallgemeine Eigenschaften eines guten Soldaten ihm vorzugsweise beiwohnen müssen. Sullybildete 1604 in Frankreich das erste Jngenicurcorps, zum Festungsbau und Belagerungs-kriege bestimmt; ihm folgten hierin nacheinander Gustav Adolf von Schweden, der deut-sche Kaiser, König Friedrich Wilhelm l. von Preußen, und August der Starke von Sachsenund Polen. Ingenieurschulen wurden 1742 in Dresden, 1747 in Wien, l750,nMezie-res und 1788 in Potsdam gestiftet. Bei dem wesentlichen, stets fortschreitenden Einflüsseder Physik, Chemie und Mechanik auf Kunst und Gewerbe ist die Benennung Ingenieureauch auf die in diesen Richtungen thätigen Techniker übergegangen, oder doch von ihnen inAnspruch genommen worden, sodaß es gegenwärtig neben den ursprünglichen Feld - undKriegsingenieuren auch Bergwerks-, Mühlen-, Brücken- und Straßen-, Gasbelruch-tungs- und Eisenbahn-, überhaupt Civilingenieure verschiedener Art gibt.

Jngermanlaud, ein Theil des ruff. Gouvernements Petersburg, heißt der StrichLandes zwischen dem Ladogasee, der Newa, dem Finnischen Golf, der Narwa und derpleß-kowschen und nowogorodschen Statthalterschaft. Die Bewohner, nach dem Flusse Ingeroder Zschora Jngrier oder Zschoren genannt, sind finnischen Ursprungs, haben aber in Sit-ten und Sprache viel von den Russen angenommen, mit denen sie seit langer Zeit vermischtleben. Sie sind träge, unwissend, abergläubisch und leben darum in großer Dürftigkeit.Ihre Hauptnahrungszweige sind Ackerbau und Viehzucht. Der Name Jngermanlaud kamerst auf, als das Land 1617 von Rußland, wozu es seit dem l 3. Jahrh. gehört hatte, anSchweden abgetreten wurde. Durch Peter den Großen 1702 wiedererobert, wurde e§1783 zum Gouvernement Petersburg geschlagen.

Ingersleben (Karl Heinr. Ludw. von), ehemaliger preuß. Geh. Staatsminister,geb. am 1. Apr. 1753, widmete sich zunächst der militairischen Laufbahn, die er aber beider geringen Aussicht auf Beförderung 1786 verließ. Im folgenden Jahre von der Ritter-schaft der Altmark zum Landrath des tangermünder und arneburger Kreises erwählt, zeich-nete er sich bald so aus, daß er von Friedrich Wilhelm ll. 1793 zum Präsidenten derKriegs-und Domainenkammer in Halberstadt ernannt wurde. Von Friedrich Wilhelm III. I"98in gleicher Eigenschaft in die Provinz Pommern versetzt, machte er sich namentlich durchdie gänzliche Auflösung der Leibeigenschaft in den ausgedehnten pommerschen Domainenhöchst verdient. Im I. 1806 wurde er Minister und zugleich Chef der Organisationscom-mission, welche für Preußen das Kurfürstenthum Hannover in Besitz nahm, wobei er sichdurch Milde und Gerechtigkeit ein bleibendes Andenken bei den Bewohnern Hannoversgründete. Nach dem tilsiter Frieden seines Ministeriums, in Folge der Beschränkung despreuß. Staats, enthoben, lebte er als Privatmann, bis ihn der König, auf die Bitte Herpommerschen Stände, 1812 zum Präsidenten der pommerschen Regierung ernannte, wo ersich bei den bald erfolgenden Kriegsrüstungen ebenso rastlos als wirksam bewies. Unter seinerLeitung faßten die pommerschen Stände den Beschluß, ein Cavaleriercgiment auf Kostender Provinz zu errichten, das an dem Kampfe gegen Frankreich theilnahm und demsich auchJ.'s einziger Sohn angeschlossen hatte, der in derSchlachtbei Großbeeren fiel. Jm J. >61»zum Oberpräsidenten von Pommern ernannt, wurde er mit der Besitzergreifung und An-nahme der Erbhuldigung in Neu-Vorpommern beauftragt, die er auch mit Würde undHumanität und zugleich mit zarter Berücksichtigung des Königs von Schweden voll-zog. Hieraufwurde er i8i6Oberpräsident des mit der preuß. Monarchie vereinigtenGroß-

he

ka

' geB

ss

! er

w!

T

n«

Ul

B

in

ge

at

so

>»!

»aneur! E

sp

du

lei

) du! Le^ he

de

A>

U>

au

Ur

na

de!

ne

ja

UN

3 .

er

) si-isindei

na

du

di!

k°i

ter

s-i

Bi

3 >