E Jngävonen Ingelheim
Millimeter, und nur wenige, dem nackten Auge als gefärbte Punkte erscheinend«Arten erreichen die in ihrer Claffe riesige Größe von 3 Millimeter; die kleinsten aber ha.ben einen Durchmesser von Vro»» Linie; eine Cubiklinie Wasser kann daher, nach Ehrenberg, san 50 Mill. Infusorien enthalten. Ihr gewöhnlich rundlicher Körper besteht aus einem >gallertartigen, durchscheinenden, selten lebhaft gefärbten Gewebe und hat keine eigentlichen !Glieder, sondern nur sehr zarte Wimpern und Aäden, die wie Ruder gebraucht werden 'und bisweilen zu einer Art von Rädern vereint sind. Ehrenbcrg schreibt den meisten eine !sehr zusammengesetzte Organisation zu, einen oder mehre Mägen, Darmkanal, Gebiß, Au-gen und Geschlechtswerkzeuge; er fand auf ihnen sogar Läuse, die selbst wieder andereParasiten auf sich trugen; doch wurden diese höchst wunderbaren Entdeckungen durch an- ^derc Beobachter, namentlich Dujardin, in Zweifel gezogen, oder wenigstens einfacher geben,tet. Die der Ernährung wegen in den Hähern Thierclassen geführten Kriege wiederholen jsich auch bei den Infusorien. Sie sind niemals schlafend beobachtet worden, vielmehr sinddie meisten in ununterbrochener Bewegung. Ihre Lebensdauer ist kurz; beim ZersetzenderFlüssigkeit, die sic umgibt, zerfließen sie, jedoch können unter günstigen Umständen ihreBruchtheilc die ursprüngliche Lebhaftigkeit wieder erlangen; keine Art jedoch kann, wieman ehedem wol behauptete, Jahre lang eingetrocknet liegen und durch Anfeuchtung wie-der belebt werden. Sie pflanzen sich entweder durch Eier oder durch Selbsttheilung oderauf beide Weisen zugleich fort. Die Selbsttheilung besteht darin, daß der Körper irgendwobeginnt, eine Einschnürung zu zeigen, die gradweise zunehmend mit dem Zerfallen in zweiselbständige Individuen endet und sich so vielfach wiederholt, daß aus einem einzigen Zn-fusionsthierchen in wenigen Stunden durch Selbsttheilung möglicherweise an eine MillionIndividuen entstehen kann. Da viele von ihnen mit Panzern bekleidet sind, die, aus Kiesel-erde bestehend, Zerstörung durch Fäulniß nicht erleiden, so können bei rascher Vermehrungbinnen vier Tagen l 30 Billionen dieser Panzer entstanden sein, die zusammen zwei Cubik-fuß Erde bilden. In der That hat man auch entdeckt, daß viele Gebilde der jünger« Erd-schickten, Polirschiefer, Feuerstein, Kieselguhr der Hauptsache nach aus Zusammenhängen- sjden Panzern theils der Jetztwelt angehörender, theils untergegangener Arten von Insu-sorien bestehen, die man scharf unterschieden und beschrieben hat. Zu vielfachen noch ?keineswegs abgeschlossenen Kämpfen hat die Frage geführt über die Entstehung der Zn- !susorien, die auch dann vor sich geht, wenn man ursprünglich ganz reines Wasser in bedeck-ten Gläsern mit einigen Pflanzentheilen gemengt ein paar Tage aufbewahyk. Der Ge-danke an Urzeugung (s. Zeugung), d. h. an die Möglichkeit des Entstehens niederer Or-ganismen ohne Ei oder Altern und nur mittels des Zusammentretens günstiger elemen- ^tarer Bedingungen, liegt hier sehr nahe, und Versuche, die man mit äußerster Vorsicht vor-nahm, sprechen so zu Gunsten dieser Annahme, daß Ehrenberg's vollständige Verwerfungderselben und seine Behauptung, die Infusorien entständen nur durch Eier, die überallverbreitet sich erst entwickeln, wenn sie in Flüssigkeiten gelangen, sehr viele Angriffe erfah-ren hat. Die Jnfusorienkunde wird gegenwärtig von vielen Seiten her bearbeitet, dennselbst über die Infusorien weitentlegener Länder empfängt man gegenwärtig Nachrichten,und daher ist die Zahl der beschriebenen Arten schon sehr ansehnlich, ihre systematische Ein-theilung auf fester Basis begründet, und der innere Bau vieler durch sinnreiche Versuche .oder sogar durch Anatomirung festgestellt. Obschon zu dieser tiefen Forschung große Übung ^und Vorkenntniß gehören, so wird doch auch der Laie bei einiger Vertrautheit mit dem Mi-kroskop und mittels einer nur I50—200fachen Vergrößerung in einem halben TropfenSumpfwasser eine Wunderwelt entdecken. R^sh an den herrlichsten Abbildungen ist dasHauptwerk C. G. Ehrenberg's „Die Jnfusionsthierchen als vollkommene Organismen"(Lpz. 1838, mit 64 color. Taf., Fol.).
Jngävönen hieß nach Ing oder Ingo, einem der drei Söhne des Mannus, der eineder drei Zweige, in welche die Germanen sich theilten. (S. Germanien.) Zu ihm rech-,net Plinius die Cimbern, Teutonen und die Chauken; nach neuern Forschungen muffenauch die Sachsen, Angeln und Jüten, die Friesen und die Heruler ihnen beigezählt werden.
Ingelheim, zwei am Rhein nahe beieinander gelegene Orte, in der großherzoglichHess. Provinz Rheinhessen, beide bedeutend durch ihren trefflichen Rothwein, mehr aber