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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Jnferien

Jnflexioil

bald weniger hart sich im Dickdarme festsetzen und Ursache der Hämorrhoidalkrankheit, Me.lancholie u. s. w. sein sollten. Nachdiesen Voraussetzungen waren allerdings Klystiere einsehr paffendes Mittel gegen dieses Übel; jedoch führte die ganze Annahme sehr bald zumMisbrauch dieses sonst so nützlichen Heilmittels, der auch die Lehre von den Infarkten wie-der so tief stürzte, daß man sie für eine leere Einbildung hielt. Allein auch hierin wurde zuweit gegangen, da das Vorhandensein von Infarkten leicht erklärlich ist und solche sich wolannehmen lassen, ohne daß man ihnen deshalb die früher angenommenen Folgen beizulegenund die dagegen angewendeten Mittel in der sfrühern Ausdehnung anzuwenden braucht.

Jnferien (inkeriae) hießen bei den Alten die Todtenopfer, welche den unterirdischenGottheiten für die Seelen der Verstorbenen gebracht wurden. Etwas Ähnliches der christ.lichen Kirche sind die Exequien (s. d.).

Jnfibulation nennt man eine Operation, mittels deren die männlichen oder weib-lichen Geschlechtstheile zur Vollziehung der Begattung oder zu unnatürlichen Ausschwei-fungen vorübergehend untauglich gemacht werden. Die Anwendung dieser Operationstammt aus dem frühesten Alterthume und wahrscheinlich aus Asien, von wo aus sie zuden Griechen und dann zu den Römern gelangte, bei denen ihr vorzüglich Sänger undSchauspieler unterworfen wurden, deren Talente man dadurch, daß ihnen Ausschweifun-gen unmöglich gemacht wurden, sicherer zu bewahren glaubte. Die Jnfibulation der Man-ner wird schon von Celsus beschrieben und von Juvenal und Martial erwähnt; in neue-rer Zeit ist sie wieder empfohlen und zuweilen auch an Knaben und Jünglingen aus-geführt worden, um diese von unnatürlichen Ausschweifungen abzuhalten. Der VorschlagWeinhold's in der SchriftVon der Übervölkerung in Mitteleuropa u. s. w." (Halle1827), alle unverheiratheten Männer zu infibuliren, um der allzugroßen Vermehrung derMenschen Einhalt zu thun, wurde mit dem verdienten Hohne, namentlich in der Schriftvon Wahrhold,Die Weinhold'sche Übervölkerung betreffend u. s. w." (Halle 1827) zu-rückgewiesen. Die Angaben, daß die Jnfibulation des weiblichen Geschlechts bei manchenVölkern bis in die neuere Zeit allgemein in Gebrauch sei, sind unzuverlässig, ebenso dirNachrichten von den Keuschheitsgürteln, durch welche sich im Mittelalter besonders im süd-lichen Europa eifersüchtige Ehemänner der Treue ihrer Frauen versichert haben sollen.

Infinitesimalrechnung oder AnalysisdesUnendlichen nennt man gewöhn-lich die Differentialrechnung (s. d.) und Integralrechnung (s. d.).

Infinitiv (lat.) heißt in der Grammatik derjenige Theil des Zeitworts, welcher dieHandlung oder auch den Zustand des letztem in abstracter Allgemeinheit, ohne Bezeichnungdes persönlichen und numerischen Verhältnisses ausdrückt. Er enthält mithin für sich alleinkeine aussagende Kraft, sondern ist nur die unbestimmte Form des Zeitworts, in welcherdieses ohne Subject selbständig dargestellt wird, und nähert sich dadurch dem abstractenSubstantiv, jedoch mit dem Unterschiede, daß er das Thun noch als etwas in der Zeit Ver-fließendes denken läßt, während dasselbe in jenem als etwas Selbständiges erscheint, z. B.Lügen ist schändlich", undDie Lüge ist schändlich". In diesem Falle nimmt er auch dieModifikation des Substantivs an, wird als Neutrum betrachtet und in einigen Sprachen,wie in der griech. und deutschen, mittels des Artikels declinirt. Indem nun das Zeitworteine Thätigkeit oder einen Zustand bezeichnet, welche in zeitlichen Verhältnissen steht, sokann auch der Infinitiv der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft angehören, obgleichdiese Beziehungen nicht in allen Sprachen durch besondere Formen hervortreten.

Jnfierion.. oder Beugung des Lichts. Wenn man einen Sonnenstrahl durcheine ganz kleine Öffnung eines verfinsterten Zimmers auf einen feinen Draht oder über-Haupt einen schmalen undurchsichtigen Körper fallen läßt, so werfen dieselben einen Schat-ten, den man mit einer weißen Fläche auffangen kann. Hierbei wird man finden, daß dieserSchatten breiter ist, als er der Rechnung und der gradlinigen Fortpflanzung des Lichts zu-folge sein sollte, und daß er an seinen Grenzen einen farbigen Saum hat, den man sonstan keinem Schatten zu bemerken pflegt. Läßt man ebenso einen Lichtstrahl senkrecht aufeine sehr schmale, den 400. Theil eines Zolls nicht übersteigende Ritze fallen, die sich zwi-schen zwei stählernen oder überhaupt metallenen Schneiden befindet, so theilt sich dieserLichtstrahl und läßt in der Mitte einen Schatten, ja auch farbige Streifen zurück. Diese

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