Infanterie Infarkten 437
nand's Vll. von Spanien, geb. um 1773, aus dem Geschlecht der Silva, wurde in Frank-, reich unter den Augen seiner Mutter, einer Prinzessin von Salm-Salm, erzogen. ImKriege von >793 warb er in Catalonien ein Regiment auf seine Kosten und schloß sichdem damaligen Prinzen von Asturien näher an, weshalb er 1896 Madrid verlassen mußte.Seitdem in noch engerer Verbindung mit dem Prinzen, scharten sich nun um ihn die mitdem Günstlinge des Königs, dem Herzog von Alcudia (s. d.), unzufriedenen Großen.So wurde er in den Proceß vom Escurial verwickelt, in welchem der Generalprocuratordes Königs gegen ihn auf Todesstrafe antrug, die man jedoch nicht auszusprechen wagte.Zm I. >898 begleitete er den König Ferdinand VII. nach Bayonne, Unterzeichnete daselbstam 7. Juli 1898 die Constitution, welche Napoleon für Spanien bestimmt hatte, und trat
> als Oberst in die Garde des Königs Joseph. Doch sehr bald legte er seine Stellen nieder' und fodertc die Nation aus, die Waffen gegen Frankreich zu ergreifen, weshalb ihn Napo-1 leon am 12. Nov. l 898 als Verräther ächtete. Im 1.1899 befehligte er ein span.Armee-^ corxs, wurde aber von den Franzosen unter Sebastiani zweimal geschlagen und ging, nach-! dem man ihm den Oberbefehl genommen, nach Sevilla. Durch die Cortes wurde er 1811
zum Präsidenten des Raths von Spanien und Indien ernannt und mit einer außerordent-lichen Sendung an den Prinz-Regenten von England beauftragt. Als einem der Häup-ter der Partei der Servilen schenkte ihm Ferdinand VII. (s. d.) nach seiner Wiederein-setzung seine vorzügliche Gunst und ernannte ihn zum Präsidenten des Raths von Casti-lien. Nach der Wiederherstellung der Constitution im März 1829 legte er seine Stellennieder und wurde dann nach Majorca verwiesen. Im I. >823 wurde er Präsident derwährend der franz. Occupation in Madrid eingesetzten Regentschaft, und nachdem er imAug. dem Könige die Regierung übergeben, Mitglied des Staatsraths. Nachdem er anverschiedenen Staatsgeschäften thätigen Antheil genommen, trat er im Oct. 1825 an dieSpitze des Ministeriums, doch schon im Oct. 1826 sah er sich genöthigt, seine Entlassungzu nehmen. Seitdem privatisirte er in Madrid, wo er scharf beobachtet wurde, sodaß man1 ihm 1839 nicht einmal nach Italien zu reisen erlaubte. Nach dem Tode Ferdinand's VIl.begab ec sich nach Frankreich, wo er l 832 starb.
Infanterie oder Fußvolk heißen diejenigen Soldaten, welche mit Schießgewehrund dem Bayonnet bewaffnet fechten und nicht beritten sind. Der Name soll daher entstan-den sein, daß eine span. Infantin, als sie erfuhr, daß ihres Vaters Heer von den Maurengeschlagen sei, eine große Anzahl Fußvolk versammelte, an der Spitze desselben gegen denFeind zog und einen glänzenden Sieg davon trug, worauf zum bleibenden Andenken dieserWaffenthat das span. Fußvolk Infanterie genannt worden sei. DaSpaniens Militaircin-richtungen lange Zeit als Vorbild dienten, ging dieser Name auch auf das Fußvolk andererNationen über. Die frühere Eintheilung in leichte und schw ere Infanterie ist nichtmehr ganz anwendbar, seit die Ausbildung der Truppen überall so gesteigert wird, daß dieSelbstthätigkeit des einzelnen Mannes als unentbehrliches Bedürfnis erscheint. Der Gegen-latz von Linieninfanterie und Tirailleurs(s. d.) beruht nur auf der Art der Aufstel-lung der Truppen in zusammenhängender Linie, also als Einzelfechter. Unterabtheilungenber Infanterie sind die Grenadiere (s. Granaten), welche noch im SiebenjährigenKriege als der Kern der Infanterie betrachtet wurden; dieMusketiere (s. Muskete), die
> m Masse oder Linie zu fechten bestimmt sind; die Füsiliere (s.d.), vorzugsweise zum zer-streuten Gefecht ausgebildet, und die Schützen und Jäger, mit Büchsen bewaffnet, mehrdurch die große Wirksamkeit ihrer Waffe als durch den Gebrauch des Hirschfängers, derhier die Stelle des Bayonnets vertritt, eine vorzügliche Truppe. Die Infanterie ist unterallen Truppengattungen die selbständigste und wird mit Recht als der Haupttheil jedesHeers betrachtet, weil sie weit unabhängiger vom Terrain als alle andere Truppen fechtenkann, leichter unterhalten und schneller ausgebildet wird. Nur im Orient ist aus localenGründen die Anzahl der Cavalerie größer als die der Infanterie; in allen andern Heeren
. bildet die letztere die Hauptmasse jedes größern oder kleinern Corps.
Infarkten ist ein medicinischer Ausdruck, welcher besonders in den Schriften des 18.3ahrh. häufig vorkommt. Man verstand darunter gallertartige Klumpen, welche aus geron-rmem Blute, verhärtetem Speisedrei, fleischiger und häutiger Masse bestehend, bald mehr