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Ines de Castro 435
burg-Schwerin, in Baden unter der Regierung des Markgrafen Karl Friedrich, in Hessen,Hannover, Braunschweig und Baiern errichtet, und gegenwärtig gibt eswol keinendeutschen Staat ohne solche Anstalten, die freilich nach Verschiedenheit der Örtlichkeitenund Mittel eine sehr mannichfache Einrichtung haben. Nichtsdestoweniger steht Deutsch-land in Hinsicht der Industrieschulen Frankreich und England bciweitem nach. Besondersberühmt und eine wahre Musteranstalt ist die mit dem Fellenberg'schen Institut zu Ho f-wyl (s. d.) in Verbindung stehende Arbeitsschule. Zn Frankreich ist vorzüglich die Arbeits-schule zu Strasburg vortrefflich eingerichtet. Neuerdings hat man die Aufmerksamkeitnamentlich auf die Gründung landwirthschastlicher Armenschulen hingerichtet. Vgl. Lange,„Feldgärlnereicolonien oder ländliche Erziehungsanstalten für Armenkinder" (2 Bde.,2. Auf!., Dresd. 1836—37) und Preusker, „Andeutungen über Sonntags-, Real - undEewerbsschulen" (2. Aust. Lpz. 1835).
Ines de Castro, die Tochter Pedro's Fernande; de Castro, entsprossen vomcastil. Königsstamme, fesselte als Hofdame der Gemahlin des Jnfanten Dom Pedro, desSohnes Königs Alfons' IV. von Portugal, durch ihre Schönheit diesen dermaßen, daß ersich nach dem Tode seiner Gemahlin, 1345, heimlich mit ihr vermählte. In der Stille desKlosters der heil. Clara zu Coimbra genossen nun beide des lang ersehnten Glücks, bis dieNeider der schönen I., die hinterlistigen Rathgeber des Königs, Diego Lopez Pacheco, Pe-dro Coelho und Alvaro Gonsalvez, das Geheimniß durchschauend, bei diesem die Besorg-niß zu erwecken wußten, daß diese Verbindung seinem unmündigen Enkel, Ferdinand, demSohne Dom Pedro's von seiner verstorbenen Gemahlin, nachtheilig werden könnte. DomPedro, von seinem Vater wegen seiner Vermählung befragt, wagte es nicht, die Wahrheitzu gestehen, noch weniger aber konnte er des Königs Befehl gehorchen, sich mit einer Andernzu vermählen. Im Rathe des Königs mit seinen Günstlingen wurde nun beschlossen, dieunglückliche Z. zu tödten. Während der Abwesenheit Dom Pedro's auf einer Jagd im I.>355 eilte der König nach Coimbra; doch gerührt durch den Anblick der Unglücklichen, diesich mit ihren Kindern zu seinen Füßen warf und um Gnade bat, hatte er nicht den Muth,die grausame That zu vollführen. Doch kaum war die erste Rührung vorüber, so gelanges seinen Rathgebern, von ihm die Erlaubniß zu erhalten, den beschlossenen Mord zu voll-ziehen, und noch in derselben Stunde erlag I. unter den Dolchen ihrer Feinde. Dom Pe-dro empörte sich nun zwar wider seinen Vater, doch gelang es der Königin und dem Erzbi-schof von Braga, Vater und Sohn zu versöhnen. Letzterer erhielt mebre Vorrechte, woge-gen er eidlich versprochen haben soll, sich an den Mördern seiner geliebten I. nicht zu rächen.Zwei Jahre darauf starb der König; nock vor seinem Tode waren, auf seinen Rath, jenedrei Männer, auf welchen die schwere Blutschuld lastete, aus dem Reiche gegangen, um inKastilien Sicherheit zu suchen. Hier herrschte damals Peter der Grausame, vor dessenfurchtbarer Strenge mehre edle Castilier nach Portugal entflohen waren. Er ließ dem Kö-nige von Portugal den Antrag machen, diese Flüchtlinge gegen die Mörder der Z. auszu-wechseln. Dom Pedro ging darauf ein und bekam 1360 Pedro Coelho und Alvaro Gon-salvez in seine Gewalt, während Diego Lopez Pacheco noch Zeit gefunden hatte, nach Ara-gon zu entfliehen. In grausamer Weise wurden nun die Mörder, um ihre Mitschuldigen zuerforschen, vor des Königs Augen gefoltert, der ihnen dann das Her; aus dem Leibe reißen,die Körper verbrennen und ihre Asche in die Lust streuen ließ. Zwei Jahre später berief derKönig die Ersten seines Reichs nach Cantanheda und erklärte durch einen feierlichen Eid,daß er sich nach dem Tode seiner Gemahlin Konstantia, kraft päpstlicher Erlaubniß, mit I.^ Castro zu Braganza habe trauen lassen, und zwar in Gegenwart des Erzbischofs vonEuarda und eines seiner Hofbeamten, Stephan Lobato. Der Erzbischof und Lobato muß-ün des Königs Wort bekräftigen, und die päpstliche Urkunde, worauf sich der König bezo-gen, wurde öffentlich verkündet. Sodann ließ der König den Leichnam seiner geliebten I.aus dem Grabe heben und mit dem königlichen Gewände und einer Krone geschmückt aufeinen Thron sehen, dem alle Großen des Reichs sich nahen mußten, um den Saum des Ge-wands zu küssen und der Königin nach dem Tode die Huldigung zu leisten, die sie im Lebenweht hatte empfangen sollen. Nachdem dieses geschehen, wurde dieLeiche auf einem Trauer-