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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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433
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Industrie 433

den und Maschinen aus dem gesammten Verlage für Rohstoff und Arbeitslohn, .welchergemacht werden muß bis zum Verkauf der Waare. Was von dem Verhältnisse verschie-dener Staaten untereinander gesagt ist, gilt zum Theil auch von der Concurrenz der ein-heimischen Industriellen unter sich, da auch hier der Eine mehr günstige Löcalnmstände,größere Intelligenz, größeres Capital, bessern Arbeiterschlag und umfassendere Verbin-dungen für sich hat als der Andere.

Sowie nun die einzelnen Individuen alle Kräfte anspannen, um die Vortheile derConcurrenz auf ihre Seite zu lenken und ungünstige Umstände zu besiegen, ein Wetteifer,welcher der Haupthebel alles industriellen Fortschritts ist, so kann man nun auch fragen,soll man die Industrie ganzer Nationen ihrer eigenen Entwickelung überlassen, oder vonSeiten der Staatsverwaltungen direct fördernd einwirken? Diese Frage ist schon der Ge-genstand viclfacker Diskussionen gewesen und noch gegenwärtig eine der schwierigsten undwichtigsten Materien nationalökonomischer Besprechung. Man hat in dieser Beziehungviel von künstlicher Industrie gesprochen und als solche jeden industriellen Zustandbezeichnet, der, ohne in der natürlichen Begebung des Landes eine Wurzel zu haben oderaus dem natürlichen Entwickelungsgange der Dinge hervorgegangen zu sein, nur durchvorübergehende günstige Umstände, wie z. B. die Contincntalsperre zur Zeit Napoleon's,und durch directe Unterstützung und Förderung der Regierung herbeigeführt ist. (S. Con-tinentalsystem.) Es gibt unleugbar solche Fälle, wie z. B. die elsasser Industrie inihrer Entwickelung, in der für dauernde industrielle Bestrebungen gerade ungünstigstengelegenen Gegend Frankreichs, zum großen Theil eine künstliche genannt werden muß.Die Erfahrung zeigt dann allerdings, daß nach dem Aufhören jener vorübergehenden Um-stände dergleichen Industrien allmälig zurückgehen und in sich zerfallen oder in andereGegenden verpflanzt werden, was natürlich nicht ohne mannichsache nachtheilige Rückwir-kung geschehen kann. Daraus folgt freilich die Lehre, daß man bei thätiger Beförderungeines unter den gerade vorliegenden Umständen Erfolg versprechenden Industriezweigs> sorgfältig zu überlegen habe, ob jene Umstände eine längere Dauer versprechen oder nicht .Wenn man aber so weit gegangen ist, jede nicht auf die Verarbeitung einheimischer Roh-stoffe gegründete Industrie als eine künstliche zu verwerfen und zu fodern, daß der Staatgar nichts für Beförderung der Industrie thun, sondern Alles der völlig freien, d. h. jederConcurrenz ungehindert bloßgestellten, Entwickelung überlassen soll, wobei sich schon vonselbst Alles in das richtige Verhältniß stellen werde, so ist dies jedenfalls ein Zrrthum.Das Vorhandensein des Rohstoffs ist nur Eine der Bedingungen für das Gedeihen einerIndustrie; wo nun die übrigen Bedingungen in zureichender Weise erfüllt sind und manstch durch Regulirung und Beförderung der Schiffahrts- und Handelsverhältniffe Zu-fuhren eines für die inländische Verarbeitung geeigneten Rohstoffs sichern kann, wäre csVernachlässigung einer der wichtigsten Quellen des Nationalreichthums, die Einführungsolcher Industrie hindern zu wollen, insbesondere da, wo die Zahl der vorhandenen Händedurch den Ackerbau und ähnliche Beschäftigungen nicht ganz in Anspruch genommen wird,also die Nothwendigkeit vorliegt, für jene überzähligen Hände lohnende Beschäftigungenzu finden. Wäre keine Concurrenz anderer Staaten zu bestehen, so würde jeder Staat sehrbald dahin kommen, den eigenen Bedarf an Fabrikaten zu erzeugen. Diese Concurrenzs macht aber für emporblühende Industrie den Kampf zu ungleich, da jeder neue Industrie-Mig, selbst unter den günstigsten Bedingungen, eine Entwickelungsperiode durchzumachen! hat; sollte eine neue Industrie von Anfang an mit ihren ältern Rivalen Preis halten, sowürde sie während dieser ganzen Periode mit Verlust arbeiten und dieser Verlust also daserfoderüche Capital auf eine solche Weise erhöhen, daß daran häufig die Versuche scheitern.Hier scheint es nun Pflicht der Verwaltungen, einestheils durch freie Einfuhr der Roh-stoffe, Begünstigung der Schiffahrt, Beförderung des Transportwesens, Ermunterungund Bevorzugung derjenigen Betriebsweisen, welche den besten Erfolg sichern, die Hinder-. risse hinwegzuräumen, anderntheils aber durch angemessene Eingangszölle, deren Höhe sichnach den Preisdifferenzen der in- und ausländischen Waare zu richten hat, jenen Verlustzu beseitigen. Die letztere Maßregel ist offenbar ein der Industrie indirect gewährter Ca-Sonv.-Ly. Neunte Aufl. VII. 28