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7 (1846) Heim bis Juwelen
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432
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432 Industrie

w erbs- und Fabrik,'kdustrie zu nennen. In diesem Sinne hat sie auch einem beson-der» nationalökonomischen Systeme den Namen gegeben, indem man die drei Hauptrich-lungen der Nationalökonomie, die dem Ackerbau, Bergbau u. s. w., dem Handel oder end-lich den Gewerben den Hauptantheil an Vermehrung der Nationalreichthümer zuschrei-ben, mit den Namen des Physiokratischen Systems (s. d.), des Merkantil-systemsss. d.) und des Jndustriesystems belegt hat. Gegenwärtig ist man darübereinig, daß jede solche einseitige Richtung verwerflich sei, und der Streit geht nur noch überden vergleichungsweisen Grad der Wichtigkeit fort, wclchejedcr dieser Richtungen zugebenist.Ohne Industrie im weitesten Sinne kann kein Volk bestehen, da es fortwährend Wcrtheconsumirt, also auch stets neue produciren muß, wenn es nicht untergehen will. In demGrade, in welchem die geistige Bildung sich steigert und somit die Zahl der Bedürfnissewächst, vermehren sich einerseits die Gegenstände der Industrie im engen, Sinne, anderer-seits aber auch die in Kenntniß und Übung bestehenden Mittel zu Erreichung des Zwecks,sodaß also ein Wachsen der Industrie innerhalb der durch die Umstände dargebotenen Gren-zen eine ganz natürliche und nothwendige Folge der steigenden Entwickelung der Völkerist. Jene die Industrie bestimmenden äußern Umstände sind aber die natürliche Beschaffen-heit des Landes in Beziehung auf die daselbst producirten Rohstoffe, die vorhandene»Wasserkräfte und Brennmaterialien u. s. w.; ferner der Grad der Intelligenz der Ein-wohner und die Zahl der vorhandenen Arbeiter, die vorhandenen Capitalien und die Be-schaffenheit der Verbindungen mit dem Auslande. Denkt man sich einen Staat völligisolirt, so würde er natürlich für alle Bedürfnisse seiner Einwohner selbst sorgen und derWerth der Manufacte im Verhältniß der Schwierigkeit ihrer Erzeugung steigen müssen,und was man nicht selbst produciren könnte, z. B. wegen Mangels an Rohstoff, würdevon selbst ausgeschlossen bleiben. Davon findet aber ganz das Gegentheil statt; der Handelhat die verschiedensten Länder, welche für die verschiedensten Industriezweige geeignete Be-dingungen darbieten, in Verbindung gebracht und dadurch Concurrenz (s. d.) erzeugt.Da der Werth der Manufacte nur insofern ein reeller ist, als die Waare Begehr findet,als sie consumirt wird, so handelt es sich bei der Concurrenz Mehrer nicht mehr alleindarum, die Waare zu fertigen, sondern sie bei gleicher Güte am billigsten und in größterMasse zu liefern. In dieser Beziehung hat denn nun von vornherein stets derjenige Staatden Vorzug, bei welchem in Hinsicht auf den betreffenden Industriezweig die genanntenBedingungen am vollkommensten erfüllt sind. Was den Einfluß jener Bedingungen an-langt, so ist die natürliche Beschaffenheit des Landes von Wichtigkeit, zuerst, indem sie dieeinheimischen Rohstoffe bedingt, welche zunächst und vorzugsweise der Verarbeitung unter-liegen, so z. B. in England das Eisen und Kupfer, in Deutschland Wolle und Flachs, inFrankreich die Seide u. s. w.z zweitens, indem von ihr, und natürlich zugleich vom Zu-stande des Ackerbaus, die Menge der möglicherweise ohne Zufuhr zu ernährenden Arbeiter,die Preise der Lebensmittel und somit die Arbeitslöhne abhängen, eine Bedingung, welchein Deutschland vorzüglich erfüllt ist, in England am wenigsten; drittens endlich, indemvon ihr das Vorhandensein und der Preis der wichtigsten aller Hülfsmittel der Industrie,der Wasserkräfte und des Brennmaterials, abhängt, ein Punkt, in dem England unend-lich viel voraus hat. Von den Einwohnern des Landes hängt die Industrie ab, weil diesean Zahl hinreichend sein müssen, um die Industrie betreiben zu können, ohne dem Acker-bau die nöthigen Hände zu entziehen, weil ferner von dem Grade ihrer Bildung und ihrespraktischen Sinnes die Brauchbarkeit und von der gewohnten Lebensart zum Theil derPreis der Arbeiten abhängt; England erfüllt die beiden ersten Bedingungen sehr voll-kommen, in der letzten Beziehung ist Deutschland voraus. Die Verbindungen mit demAuslande, der Handel, die Colonien sind in doppelter Beziehung wichtig, denn erstensbängt von ihnen der vortheilhafteste Bezug solcher Rohstoffe ab, die nicht im Lande erzeugtwerden, und zweitens der Absatz des Überschusses von Fabrikaten über den innern Be-darf, und es ist auch hier England im großen Vorsprunge. Daß endlich eine Industrieohne Capitalien nicht bestehen kann, daß sie also nur da eine rasche und kräftige Entwicke-lung erreicht, wo ein durch Ackerbau erzeugter Wohlstand schon vorhanden ist, bedarf kaumeines Beweises; das Capital eines industriellen Etablissements besteht aber außer Gebäu-

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