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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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Individuell Indo-germanische Sprachen 429

Eigenschaften besitzen. Der altern Behauptung, daß diese Vögel ihre Nester aus gewissenan Gallert reichen Arten von Seegräsern (Tang) oder aus mancherlei schleimigen See-thiercn jusammensetzkcn, widerspricht die gleichförmige Textur der letzter«. Die Untersu-chungen des engl. Anatomen Everard Home (s. d.) machen es sehr wahrscheinlich, daß diebauenden Schwalben jener Länder im Schlunde und Magen einen reichlichen Schleim ab-söndern, heraufwürgen und verarbeiten. Das Einsammeln dieser Nester ist im ind. Ar-chipel ein wichtiges Geschäft, denn nach Crawfurd soll sich die jährliche gesammelte Mengeauf 240 «>» Ctr., in Java allein auf 27000 Pf., belaufen. Ihr Preis ist zwar schwankend,aber dennoch hoch, denn in Kanton wird das Pfund mit 18 24 span. Thalern bezahlt.

Individuell heißt der Etymologie und dem Begriffe nack Dasjenige, was einemeinzelnenEegenstande untheilbar und untrennbar, d.h. so angehört, daß es von ihm nicht ab-gesondert werden kann, ohne seine Natur, als besonderes Ding, aufzuheben, und Indi-vidualität nennt man den Inbegriff der Merkmale, wodurch sich ein Ding von andernseiner Art unterscheidet. Das Individuelle ist daher Gegenstand der Anschauung und kannnur durch diese erkannt werden; das Allgemeine dagegen läßt sich nur durch Vergleichungund Nachdenken finden; deshalb müssen die Künste nicht blos idealisiren, sondern auch in-dividualisiren, weil ihre Producte Objecte der Anschauung werden sollen. Das, wodurchsich die Vorstellung des Individuellen dem Begriffe nähert, ist das Gemeinbild oder Schemader Einbildungskraft, d. h. ein Typus der Gesetzmäßigkeit, nach welchem sich die individuel-

> len Bestimmungen einer gewissen Classe von Dingen gestalten. Je viclfältigern Bestim-^ mungen eine Classe von Dingen zugänglich ist, desto reicker entfaltet sich innerhalb dersel-^ ben die Individualität, am reichsten da, wo das geistige Leben einer selbständigen Ausbil-dung fähig ist. Deshalb bedient man sich des Worts Individuum vorzugsweise zurBezeichnung eines Wesens, dem eine eigene geistige Regsamkeit untheilbar und ihm

> ausschließend angehörig inwohnt, und bezeichnet durch Individualität den Inbegriff dergeistigen Eigenthümlichkeiten, die dieses Wesen von allen andern seiner Gattung unterschei-den. Eleichwol ist die Individualität nicht mit dem CH arakter (s. d.) zu verwechseln.Die Ursachen einer bestimmten Individualität können höchst mannichfaltig sein, wie es dieUnterschiede der Individualitäten sind; jedenfalls liegen sie nicht blos in der Gesetzmäßig-keit des geistigen Lebens, sondern zum großen Theile in dem Verhältnisse des Geistigen undLeiblichen. Die Frage nach dem Princip der Individualität (principmm inclivilluationw)hat übrigens in einem viel ausgedehnter« Sinne die Metaphysik, namentlich bei den Scho-lastikern, lange Zeit beschäftigt, und wurde die Veranlassung sehr verschiedener Lehrmei-nungen. Sie entstand dadurch, daß man nach Platonischer Art die allgemeinen Begriffefür dm Ausdruck des wahren Wesens der Dinge erklärte und dadurch in Verlegenheit ge-rieth, wie man sich die Entstehung der individuellen Bestimmungen, durch welche sich allesWirkliche thatsachlich zu erkennen gibt, zu denken habe.

Indo-germanische Sprachen nennt man nach zwei Hauptvölkcrstämmen die durchUrverwandtschaft untereinander verbundenen Sprachen einer großen Zahl von Völkern,welche, dem kaukaf. Menschenstamm angehörig, über einen beträchtlichen Theil Asiens, fastüber ganz Europa und von diesem aus nach andern Erdtheilen, vornehmlich Amerika, ver-breitet sind. Es scheidet sich aber dieser große Sprachstamm in sechs Unterabtheilungen,, beren jede aus Sprachen besteht, die, wie die Völker, welche sie sprechen, wieder in engererVerwandtschaft untereinander als mit den andern desselben Stammes stehen, l) Die I n'-dischen Sprachen (s. d.), an deren Spitze, als die älteste, nicht nur dieser, sondern alsdie älteste der Sprachen des ganzen Stamms das Sanskrit (s.d.) steht. 2) Die Mcdo-bersjschen oder arischen (iranischen) Sprachen, deren älteste das sich noch eng an dasSanskrit schließende Zend ist, erhalten in dem Zendavesta (s- d.), dem heiligen BucheberBekenner des Zvroaster'schen Glaubens. Mit ihm verwandt ist daß Altpersische,und aus diesem entstand das Parsi der Parsen oder Gebern und dasNeupersischcst'Persische Sprache und Literatur); ferner gehören hierher die Sprachen derz Afghanen und Beludschen, der Kurden und Osseten, und die mit vielen dem in-bv-germ. Stamm nicht angehörigen Elementen gemischte Sprache der Armenier. (S. Ar-menische Literatur.) Das P eh lwi dagegen, zur Zeit der Parther die heilige Sprache