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428 Jüdische Vogelnester
die Käwisprache" (3 Bde., Berl. l838—40, 4.). Unter den lebenden Sprachen Indiens,welche unmittelbar aus dem Sanskrit abstammen und deren Zahl 24 beträgt, bemerkenwir im nördlichen Indien l)das Kaschmirischc. 2) Das Bengalische, fürdasHaugh.ton eine Grammatik (Land. 1821) und ein Wörterbuch (Land. 1834) lieferte und in wel-ches viele Sanskritwerke übersetzt sind. 3) Das Hindi, das ursprünglich in der Gegendvon Agra und Delhi gesprochen wird, aber besonders durch die Mohammedaner als all-gemein verstandene Sprache über ganz Indien verbreitet ist und, wenn es mit pcrs. undarab. Wörtern gemischt ist und mit arab. Buchstaben geschrieben wird, Hindostäni heißt.Ein hindostanisches Lexikon (Lond. 1835) und eine Grammatik (Lond. 1843) liefert!Shakspeare; eine „Uistoire <1e I» litterutiiro lüiitloui et iiii,<!o„5tani" (Par. 1839) Gar-em de Tassy. 4) Das Bridsch-bakha in der Provinz Bundclkhund, welches der am mei-sten poetisch ausgebildete Dialekt ist. 5) Das Mahrattische, das Molesworth Kxika-lisch (Bombay 1831) und Carey grammatisch (Serampor 1808) bearbeiteten. 6)DaSGuzuratische, im nordwestlichen Indien; Grammatik von Drummond (Bombay 1808).7) Das Pendschabische, gleichfalls im nordwestlichen Indien; Grammatik von Carey(Serampor 1812). 8)DasOrissa, auch Utkala genannt, oderUrija; Grammatikvon Sutton (Kalkutta 1831). Im südlichen Indien weichen die Sprachen ihrem grammali-schen Baue nach gänzlich vom Sanskrit ab. Die wichtigsten sind: I) Das Tamulischeoder Malaberische, auf den Küsten Koromandel und Malabar, das von den Europäernvielfach bearbeitet wurde; Grammatiken von Beschi (Madras 1822) und Rhenius (Ma-dras 1830); ein Wörterbuch von Rottler (Madras 1842). 2) Das Karn a tisch ein derProvinz Karnate, in der Gegend vonMysore; Grammatik von Mackerell (Madras 1821);Wörterbuch von Reeve (2 Bde., Madras 1832, 4.). 3) Das Telinga oder Telugu,in der Mitte von Dekan; Grammatiken von Carey (Serampor 1814) und Campbell(Madras 1820); Lexikon von Campbell (Madras 1821). 4) Das SingalesischeanfCeylon ; Grammatik von Chater (Colombo 1815); Lexikon von Clongh (Colombo 1821).Alle die genannten Sprachen haben eine reiche Literatur, doch besteht sie meist nur ausÜbersetzungen und Bearbeitungen alter Sanskritwerke, zu denen noch die Bibelübersetzun-gen der Missionare kommen. Die Sprachen in Hinlerindien haben wieder, besonders durchdie Buddhisten, wenigstens zum Theil einige Einwirkung des Sanskrit erfahren. Dahingehören I) das Birmanische, im Reiche Ava, für welches Hough eine Grammatik(Serampor I825),Judson ein Lexikon (Kalkutta 1826); 2)das Siamesische oder Thai,in Siam, für das Low eine Grammatik (Kalkutta 1828) lieferte; und 3) das Malayische(s. d.). — Alphabete gibt es in Indien mancherlei. Das Dewanagari oder die Eöl-terschrift, für die Sanskritwcrke gebraucht, ist eine sehr zierlich gebildete Schrift; ältere For-men derselben findet man in Inschriften, die bis in das 5. Jahrh. v. Chr. Hinaufteichen.Die bengalische Schrift ist eine neuere, fließendere Bildung des Dewanagari, mit spitzi-ger» Zügen. Die tibetanische steht der altern Dewanagari sehr nahe. Dietamuli-sch e oder malabarische hat sehr abgerundete Züge. Auch das Pali und Kawi haben beson-dere Alphabete. Alle sind indeß in der Einrichtung dem Dewanagari ähnlich und werdenvon der Linken zur Rechten geschrieben. Vgl. Lepsius, „Paläographie als Mittel für dieSprachforschung zunächst am Sanskrit nachgcwiesen" (Berl. 1834). Übrigens sind dieind. Bücher theils mit einer scharfen Nadel ohne alle Farbe in Palmblätter eingeritzt, kheilsmit einem Rohrstift auf Palmblätter oder Baumwollenpapier geschrieben; die einzelnenPalmblätter aber werden in ein Bündel zusammcngeschnürt.
Indische Vogelnester oder eßbareNester sind von halbbeckcnförmiger Gestalt,etwa drei Zoll breit und drei Loth schwer. Im Handel kommen sie nur gereinigt vor vonSchmuz, Federn u. s. w.; sie gleichen dann im äußern Ansehen dem Tischlerleim und ha-ben Wandungen von der Dicke starken Leders. Mit Wasser zerkochen sic zu einer zähenGallerte und haben einen faden, dumpfigen Geschmack. Stark gewürzt und auf die nian-nichfachste Art zubereitet sind sie seit uralten Zeiten ein Lieblingsgericht reicher Chinesenund Ostindier gewesen, indem sie für sehr stimulirend gelten. Über ihre Entstehungsart istman trotz der vielfachsten Angaben noch nicht im Klaren; indessen kennt man bereits ge-gen sechs auf dem ostind. Archipel lebende Schwalbenarten, deren Nester die beschriebenen