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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Indische Kunst

eckig und verwandeln sich dann in einen sehr kurzen cannclirten Säulenschaft, der als Ca-pitäl einen gedrückten Wulst und über diesem einen cubischen Aufsatz mit Consolen trägt; ,darauf erst folgt die Decke mit architravähnlichen Streifen. Diese Stützen sind vielleicht !das künstlerisch Reinste, was die ind. Architektur geschaffen hat und drücken das Trageneiner Ungeheuern Last vortrefflich aus, obwol sie 'auch an den ind. Freibanken in derselbenGestalt wiederkehren. Bisweilen finden sich auch blos dicke vierseitige Pfeiler, während anandern kräftiges Laubwerk dieAbstumpfung des Pfeilers zur Säule bezeichnet. Doch zeigt sichschon an diesen Freibauten große Willkür; ganze Tempel ruhen auf dem Rücken von Elefan-ten und das Detail ist nach freiester Phantasie zum Theil in wunderlich geschweiften For-men gebildet. DaS Kolossalste ist der aus einem einzigen Steine gearbeitete riesige Kailasain Ellora; ein tief in den Felsen von oben herab ausgehöhlter Hof, in dessen Mitte ein gro- jßer Tempel mit Brücken, Pyramiden und sonderbar abgestuften Obelisken ausgespark ist.Neben diesen der brahminischen Religion angehörenden Bauten finden sich daselbst auäiFelstempel und Freibauten aus der buddhistischen Periode, die sich von den erstem durchrunden Abschluß, tonnengewölbartige Decke und geschlossene Vorderseite unterscheiden.Unter ihnen sind die Dagops besonders merkwürdig, welche aus einem cylindrischen Untcr-satz und einem halbkugelförmigen Abschlüsse bestehen. Letzterer soll die dem Buddhismusgeläufige Vergleichung des Menschen mit der Wasserblase versinnlichen; das Innere ent-hält in einem sehr engen cylindrischen Raume Reliquien. Der berühmteste buddhistischeTempel ist der des Wiswakarma in Ellora. Andere sehr merkwürdige Grottentempel fin-den sich in dem Hochlande von Dekan und an der Ostküste. Die erstem, unweit der StadtBaug, erinnern durch ihre starkenNundsäulen ohne den cubischen Untersatz und mit einemdem dorischen ähnlichen Capitäl an die griech. Kunst und gehören wol in der That der Pe-riode an, in welcher die Herrschaft der Diadochen, nach Alexander's Tode, bis über den In-dus griech. Bildung verbreitete. Kaum älter mögen die Monumente an der Ostküste sein,z. B. die der prachtvollen, jetzt ganz verlassenen Stadt Mahabalipuram, eine Stunde vonMadras, gewöhnlich die sieben Pagoden genannt. Endlich folgt eine große Anzahl neuerer j;Freibanken, zumal an der Ostküste, welche bis auf die Zeit der Mongolcneinfälle herabrci-chen. Diese sind die eigentlichen Pagoden (s. d.). Die Grundform der eigentlichen Tem-pel selbst ist eine mehrfach'abgestufte Pyramide, welche mit einer Kuppel schließt; die ein-zelnen Absätze sind meist mit ausgeschwungenen Dächern, kleinen Kuppeln und wunderli-chen Pilastern und Gesimsen, sowie mit zahllosen Sculpturen verziert. Durchweg hat dieDecoration die Grundform überwuchert und durch Schnörkel unkenntlich gemacht; beson-ders ist Anwendung und Ausbildung der Gesimse bis ins Widersinnige gesteigert. Eineder glänzendsten Pagoden ist die zu Dschagarnat in Orissa, die erst 1198 n. Ehr. vollendetwurde. Noch neuer, erst 1623 begonnen, ist der ungeheure Hauptsaal des PilgerhospitiumSvon Madura, dessen architektonische Glieder schon zum Theil aus Thier- und Menschenfor- ^men bestehen. Noch in dieser späten gedrückten Epoche der Moguls war das Volk andäch-tig genug, um das Hinaufschaffen der kolossalen Deckplatten auf die Pfeiler so zu ermög-lichen, daß zuerst der Raum mit Erde aufgefüllt, dann die Platten auf der schiefen Erd-stäche hinaufgeschafft und endlich die Erde wieder hinausgetragen wurde. In den ind. Ci-vilbautcn herrscht oft noch große Pracht; doch ist von den alten Königsresidenzen, mitAuS-nahme der Trümmer von Audh, fast nichts erhalten, da sie, zumal in dem Eangeslande, jvon den Sultanen und Moguls als Steinbrüche für ihre zum Theil sehr prachtvoll imarab. Stile aufgeführtcn Gebäude benutzt wurden. Gleichwol ist die Tradition der ccbtcn !einheimischen Baulehre gegenwärtig noch nicht erloschen, wie dies des Nammohun Roo,eines gelehrten Brahmanen,Lss»)- on tl»e -n-ckitecture «5 tbe Hindus" (Lond. > 83H de- ^weist, der ein lautes Zeugniß von der äußersten Verwilderung dieser Arcbitektur gibt.

Die Sculptur und Malerei der Inder fanden in der überreichen Mythologiederselben einen zwar der Masse nach unerschöpflichen, aber durch die willkürliche Phanta-sterei und Symbolik der Volksanschauung sehr ungünstigen Stoff. Denn der Künstlerwelcher beständig vier- bis zwölfarmige und dreiköpfige Gottheiten darzustellen hat, wirdschwerlich die Erscheinungen des wirklichen Lebens gründlich erforschen. Gleichwol dürft" .wir den Indern das Zeugniß nicht versagen, daß sie die großenthcils nackten, doch mit rei-

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