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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Indigo Indische Knnst 423

leicht wie bei Gesunden durch die Natur oder die Kunst sich heben lassen. Ist die Anlagezu Indigestionen so stark, daß auch leicht verdauliche Speisen in geringerer Menge nichtvertragen werden, so nennt man dieses zur vollen Krankheit gewordene Übel Dyspepsieund im höchsten Grade Apepsie.

Indigo, ein bekannter schön blauer Farbestoff, wird aus mehren Arten des Pflan-zengeschlechts Inciigolera gewonnen. Besonders sind es siitlignier-r ^nil in Westindienaus den Antillen und lntliAolera tinctoriu in Ostindien, namentlich in der Provinz Ti-nevelly in der Präsidentschaft Madras, welche Indigo liefern; aber auch IiickiFofora->r-ßenteu n. a. m. enthalten diesen Farbcstoff. Man bereitet in Indien und Amerika dieseSubstanz, indem man die Indigopflanzen in Gruben mit Wasser einige Zeit macerirenlaßt. Har sich das Wasser grün gefärbt, und beginnt die Gährung, so gießt man cs ab undvermischt es mit Kalkwasser, worauf sich dann der blaue Indigo absetzt, den man nun aufverschiedene Weise reinigt. Der Indigo besteht in seinem reinsten Zustande, in welchen erdurch Sublimation gebracht wird, aus purpurfarbenen, metallisch glänzenden, zusammcn-gedrückten, vierseitigen, rechtwinkeligen prismatischen Krystallen. Der in größer«, meistviereckigen Stücken im Handel vorkommende Indigo zeigt, wenn er gut ist, auf seinenmuschligcn Bruchflächen einen purpurgoldigcn Metallglanz. Durch eine geeignete Be-handlung mit Schwefelsäure wird der sogenannte blaue Karmin (s. d.) erhalten. DieBenutzung des Indigo zur Färbung der Wolle und der Tuche hat ihn zu einem bedeuten-den Handelsartikel gemacht. Es findet sich diese eigenthümliche Substanz des Pflanzen-reichs, die Döberciner als ein Pflanzcnmetall betrachtet, auch noch in mehren andern Ge-wächsen aus der Familie der Hülscngewächse (^eguminosse), sowie aus der der Apo-cyneen; ferner im Waid und im tinctorimn und cüiiiense. Daß der Indigo

schon vor 2000 Jahren in Gebrauch gewesen sei, hat man zufolge einer Stelle des Pliniusangenommen; doch ist es sehr wahrscheinlich, daß das bei ihm verkommende inüicnm bloßeine Malerfarbe sei. Dasselbe gilt von einer Stelle in einer Urkunde vom I. l >03, woebenfalls das Wort inüicim vorkommt. Zn der Mitte des >6. Jahrh. wurde der Indigodurch die Holländer ans Ostindien nach Europa gebracht, doch erst zu Anfänge des >7.Jahrh. allgemein bekannt. Aus der Provinz Tinevclly bezogen die Engländer >830 ge-gen 32000 Kisten, und in Bengalen allein werden jährlich im Durchschnitt neun Mill.Pf.Indigo gewonnen.

Indisches Feuer oder Bengalisches Feuer, besteht in einer Mengung vonSchwefel und Salpeter, die entweder bei dem Schmelzen des erstern, oder auch in Staub-form beider bewirkt wird. Auch setzt man noch andere Materialien, z. B. Antimon, Arse-nik u. s. w. hinzu. Die außerordentlich Helle, fast ganz ungefärbte, weiße, kräftige Flammedieser Mengung macht sie zu einem wesentlichen Thcile der Lustfeuerwerkc (s.Feuer-werk); wichtiger aber ist ihre Anwendung als Signalfeuer (s. d.).

Indische Knnst. Wie in der Literatur (s. Sanskrit), so entwickelte der Inderauch in der Kunst eine reiche Phantasie, welche hier freilich in ihrer Unbändigkeit alle übri-gen Bedingungen des Kunstlcbens sich nnterordnetc und im Gegensätze der ägypt. Kunstihre Schöpfungen in gesetzloser Willkür zu einem wirren, wenn auch einzelne Schönheitenbergenden Chaos zusammenfügte. In dem ind. Volksleben lassen sich zwei Blütcperiodenerkennen; die eine etwa >500 1000 v. Ehr., der wahrscheinlich auch die größcrn Grot-tcntcmpel angchören; die andere in den letzten Jahrhunderten v. Ehr. Geb. Die bedeu-tendsten, auch wol die ältesten Monumente der ind. Architektur sind die im westlichenThcile von Dekan, etwa zwischen Goa und Surate gelegenen Grottenbauten, nämlich dieGrotten von Carli undMhar, die Tempel aus den Inseln Salsette und Elcphante (s.d.)bei Bombay, die Grottcntempcl der Pandu Lena, endlich die Riesenbauten von Ellora(s d.) und die Grotten von Adjunta. Dieselben bestehen theils aus wirklichen Felsengrot-ten, theils aus freistehenden Bauten, welche indcß nicht aus einzelnen Steinen errichtet,sondern aus dem harten Fclsgcstcin frcigemeißclt und ausgespart sind. Gewöhnlich sind cSGrotten, viereckig, auf vielen Pfeilern ruhend, gegen vorn offen und auf einen freien Vor-hof mit Säulenhallen ausmündend; Hinte» findet sich, von einem Gang umgeben, ein Hci-llgthum als Cella ausgcspart-. Die Pfeiler sind meist bis zu einer bedeutenden Höhe vier-