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7 (1846) Heim bis Juwelen
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422
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422 Jndiffcrenzpunkt Indigestion

rentismus der Unkunde in Dem, was allen Menschen wichtig ist, muß man bemitlei-den, wenn er von Trägheit und Unfähigkeit des Geistes, über den Kreis der sinnlichen Er- ,fahrung hinauszugehen, herrührt; von ihm kann man noch den I ndiffercntismus 'derGesinnungslosigkcit unterscheiden. Mit den Äußerungen des moralischen J>differentismus darf man aber nicht verwechseln die Unparteilichkeit des Geschichtschreibers, >welcher, um treu und unbefangen zu bleiben, der eigenen Meinung keinen Einfluß auf seine !historischen Darstellungen »erstattet; sowie die Behutsamkeit und Selbständigkeit desEklektikers, der das Beste, wo er es findet, anerkennt; ferner die freilich an den religiösenJndiffcrentismus streifende Liberalität des Synkretisten, welche die Abweichung der ver-schiedenen Religionen voneinander für außerwesentlich und unschädlich erklärt; und endlichdie Ansicht des sogenannten Latitudinarier(s. d.). Am bedauernswürdigsten ist dertotale In differentismus, wo man überhaupt nichts mehr liebt oder haßt ; denn mitder warmen Theilnahmc für oder wider irgend Etwas stirbt auch das Leben und die That-kraft selbst ab. Endlich bezeichnet Jndisferentismus auch in Hinsicht der Lehre vonder Freiheit die Annahme einer Indifferenz des Willens oder einer unbedingten Unab-hängigkeit von Bestimmungsgründen. (S. Jndeterminis mus und Freiheit.)

Zndifferenzpunkt nannte die Schelling'schc Jdealitätsphilosophie den Punkt, inwelchem kraft der intellectucllen Anschauung die Gegensätze und Unterschiede des Subjecti-ven und Objectiven, des Realen und Idealen, der Natur und des Geistes als idealisch er-kannt werden sollten, und von welchem herabsteigcnd die Reflexion die Entwickelung dieserGegensätze aus der absoluten Einheit und Identität zu verfolgen habe. (S. Schell ing.)

Magnetischer Jndifferenzpunkt heißt gewöhnlich der in der Mitte zwischendem Nord- und Südpol eines Magnets liegende Punkt, wo gleichsam die beiden polarenHälften des Magnets zusammcnstoßen und keine Anziehung stattfindet. Bei der Voltä-schen Säule, deren eines Ende positive, das andere negative Elektricität zeigt und bei jedemlängern durch Verthcilung elektrifirten Körper gibt es in der Mitte einen Punkt, wo keineelektrische Spannung stattfindet, und dieser Punkt ist ein elektrischer Jndiffe- trcnzpunkt. '

Jlldigönat oder Jncolat, heißt das durch Geburt erlangte Recht an einen Staat,Mitglied desselben zu sein, an allen Vortheilen desselben Theil zu nehmen, Staatsbürger-rechte zu erwerben, Güter zu besitzen, Ämter und Würden zu erlangen, welchem dann auchdie Pflicht gegenübersteht, dem Staate seine Kräfte zu widmen, zu den Staatsabgaben bei-zutragen und vornehmlich zur Landesvertheidigung ordentliche und außerordentliche Kriegs-dienste zu leisten. DasJndigenat wird auch Fremden verliehen (s. Naturalisation) undist verwandt, aber doch nicht ganz eins mit dem Heimatsrecht (s. d.), indem sich dasletzte mehr auf den einzelnen Ort als auf den ganzen Staat bezieht, und man Landeseinge-borencr sein kann, ohne darum Heimatsrechte an einem bestimmten Orte zu haben.

Indigestion bezeichnet im weitern Sinne jede Störung der Verdauung, im engemjedoch nur eine solche, die aus Überfüllung des Magens oder aus Aufnahme unverdaulicherStoffe in denselben entspringt. Die gewöhnlichern Erscheinungen in den lehtern Fällen sindallgemeine Unbehaglichkeit mit Gefühl von Schwere im Magen, Mangel an Eßlust, Ekelvor Speisen, die vorher mit großem Appetite genossen worden waren, Durchfall und Erbre-chen; im höhern Grade kommen noch Beengung der Respiration mit dadurch gestörter ,

Circulation des Bluts und Symptome der Mitleidenschaft des Gehirns hinzu, welche sich i

vom Kopfschmerz bis zu Ohnmacht und Schlagfluß steigern können. Die Empfänglichkeitfür diese Äffection des Magens ist bei verschiedenen Individuen verschieden, wobei theilsDas, was man im gewöhnlichen Leben einen guten nnd einen schlechten Magen nennt, alsoüberhaupt die größere oder geringere Verdauungsfähigkeit des Magens, theils die häufigender Magenschleimhaut und den Magenncrven eigenthümlichcn Idiosynkrasien als ursäch-liche Momente zu betrachten sind. Bei einem übrigens gesunden Menschen wird eine In-digestion meist von der Natur selbst durch Erbrechen oder Durchfall, sowie durch gewöhn-liche Hausmittel bald beseitigt. Ändcrs verhält cs sich bei Kranken, welche Indigestionen >sehr sorgfältig zu vermeiden haben, theils weil sie bei ihnen leichter entstehen, theils weil sieviel schlimmere Folgen, besonders in Bezug auf die Krankheit, haben können und nicht so i