Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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421
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Jirdicienbcweis IndifferenLismuS 421

Jndicienbeweis, s. Anzeige.

Jndiction oder Römer ZinSzahl nennt man die Art, die Jahre zu zählen, zuwelcher das Ansagen oder die Jndiction gewisser den Römern unter Kaiser Konstantin demGroßen aufcrlegtcn, aller 15 Jahre zu entrichtenden Steuern oder Zinsen die Veranlassunggab. Die Jndictionen heben mit dem I. 313 n. Chr. an und umfassen immer eine Zeit-Periode von 15 Jahren. Wenn man diese Zeitrechnung auf die Geburt Christi zurückführt,so fällt diese in das dritte Jahr einer Jndiction. Demnach muß man, um die Jahre v. Chr.Geb. nach Jndictionen zu berechnen, zu der betreffenden Jahrszahl erst noch 3 hinzufügenund dann das Ganze mit 15 dividiren, wo der Rest dieJndiction ergibt, und wenn keinRest bleibt, so ist 15 dieJndiction. DieJndiction ;. B- für dasJ. 1835 ist 3 und seitChr. Geb. sind 123 Jndictionen verlaufen. Die Jndiction wurde sehr frühzeitig und dasganze Mittelalter hindurch in allen öffentlichen Schriften der gewöhnlichen Jahrzahl hin--»gefugt; sie begann anfangs mit dem 15. Sept., unter den später« grirch.Kaisern mit deml.Sevt., und dann zufolge einer päpstlichen Verordnung mit dem I. Jan. (päpstlicheJndiction). In Urkunden und Notariatsinstrumenten kommt sie, angeblich um Fälschun-gen vorzubeugen, selbst noch in neuerer Zeit bisweilen vor, weshalb sie auch in den Kalen-dein angegeben wird.

Indien nannten die Griechen und Römer das ihnen ferne, bis auf die Zeit Alexan-der des Großen fast ganz unbekannte Land jenseit des Indus,-welches schon für die Phöni-zier, Karthager und Ägypter der Zielpunkt ihres Handels war. Erst durch die Eroberun-gen der Perscrkönige und durch die Züge Alexander's und des Seleukus Nikator erhieltensie genauere Nachrichten über dieses Land. Nach dem Untergange des röm. Reichs, vor-züglich aber durch die Herrschaft des Islam in Asien, hörte die unmittelbare Verbin-dung Europas mit I. fast ganz auf, und die Europäer erhielten die ind. Maaren nur ausder zweiten Hand, theils über Ägypten, thcils auf einem langen Karavanenwege durch dasinnere Asien. Dieser Handel war von der Levante aus in den Händen der Venetianer undGenueser, bis die Portugiesen l 398 den Seeweg nach I. entdeckten. Seitdem erhielt daseigentliche I. den Namen Ostindien (s. d.). Der Name Indien kommt ohne Zweifel hervon dem Volke der Hind us (s. d.), als dem bedeutendsten und den Alten bckannntestenjener Gegenden. Doch umfaßten sie mit diesem Namen nicht blos das eigentliche Hindo-stan, sondern alle jenseit deS Indus liegenden Länder, welche sic in die Inclia intra 6anxein(das Land zwischen Indus und Ganges sammt der Halbinsel Dekan und der Insel Ceylon)und in die Inclia extri» 6angein (das heutige Hintcrindien sammt dem entfernten Serie«,China) thcilten, eine Eintheilung, die bis auf den heutigen Tag geblieben, und wenn auchnicht wörtlich richtig (denn der Ganges macht nicht die Grenze zwischen Vorder- und Hin-kcrindicn), doch ihren Grundzügcn (der Unterscheidung der beiden Halbinseln) nach blei-bend begründet ist. Die Eingeborenen J.'s haben kein entsprechendes Wort für den Län-dcrcomplex, den wir mit diesem Namen bezeichnen; das eigentliche Land der Hindus wirdvon ihnen mit dem Namen Dschambu-Dwipa, d.i. Insel des Dschambubaums, bezeichnet.(S. auch Indisch e Kunst, Ind ische Religion und Indische Sprach en.) Spä-ter wurde der Name Indien auf die Inseln vor dem Mexikanischen Meerbusen übcrgetra-gen. (S. Wcstindicn.)

Jndifferentismus bezeichnet diejenige Denkungsart, welche in Rücksicht auf dieWahl zwischen mehren verschiedenartigen Gegenständen der Beurtheilung, des Glaubensoder der Neigung unentschieden bleibt und den Werth dieser Gegenstände dahingestellt seinläßt, weil sie für keinen derselben eine überwiegende Neigung hat oder überhaupt keineKenntniß davon nimmt. So gibt cs einen politischen, philosophischen, religiö-sin und moralischen In differentismus. Kein gebildeter Mensch wird sich jedochden Mangel an aller Theilnahme für die Sache des Rechts und der Wahrheit, die immer»uv Eine ist, verzeihen; ja in Sachen des religiösen Glaubens und der moralischen Überzeu-gung kann man ohne strafbare Gleichgültigkeit gegen das Heiligste weder ganz indifferentnvchirgend neutral bleiben. Jener vornehme JndifferentismuS, welcher es unterder Würde hält, in die Wissenschaften cinzugchen, deren Anbau das Verdienst eines gerin-gtw Standes ist, verdient mindestens den Vorwurf der Inhumanität. Den Jndiffe-