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7 (1846) Heim bis Juwelen
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412 Imperativ Imperium

unveränderten Brote sich dachten, nach Ähnlichkeit der Menschwerdung gleichsam eineBrotwerdung des Leibes. Luther wurde von den Katholiken derselben Annahme beschuldigt

Imperativ (lat.), eigentlich die befehlende Art, heißt in der Grammatik diejenigeForm des Zeitworts, durch welche das Verlangen des Redenden, die Handlung verwirklichtju sehen, also ein Befehl, ein Gebot, eine Foderung oder Bitte direct ausgedrückt wird.Daher können einige Zeitwörter vermöge ihrer Bedeutung diese Form nicht annehmen,wiesollen",müssen",dürfen",können" undwollen". Am vollständigsten sind duFormen des Imperativs in der griech., lat. und zum Theil in den slawischen Sprachenausgeprägt. (S. auch Kategorischer Imperativ.)

Imperator hieß bei den Römern im weitern Sinne jeder Maglstratus, derZm-pcrium (s. d.) hatte, besonders wenn er den Oberbefehl im Felde führte. In einem en-gem Sinne wurde das Wort gebraucht, wenn das Heer auf der Wahlstatt den siegreichenFeldherrn feierlich als Imperator ausrief; er galt dann, vom Senate bestätigt, als Ehren-name, der dem Namen des Feldherrn nachgesetzt, aber nach dem Triumph, der gewöhnlichdarauf erfolgte, wieder abgelegt wurde. Zn anderer Weise erhielt Julius Cäsar nach seinerRückkehr aus dem span. Kriege im Z. 45 v.Chr. vom Senat auf Lebenszeit den Titel Im-perator; er wurde als Pränomen seinem Namen vorangestellt, um die ihm auf Lebenszeitzuerkannte höchste militairische Gewalt zu bezeichnen. Ebenso und in derselben Bedeutungließ sich Octavianus nach der Schlacht bei Actium im I. 29 v. Chr. den Titel vom Senatertheilen, und so führten ihn auch die folgenden Kaiser. Daher kam es, daß mit dem WorteImperator auch der Kaiser überhaupt, dessen Vorrang vor allen Bürgern eigentlich dosWort Princeps ausdrückte, bezeichnet wurde.

Imperfektum (lat.) ist in der Grammatik der Name für eine am Zeitworte ausge-drückte Form der Vergangenheit. Die letztere überhaupt, Präteritum (s. d.) genannt,kann entweder als absolute oder als relative, d. h. mit oder ohne Beziehung auf andereHandlungen und Zustände gedacht werden. Die beziehungslose Vergangenheit wird ei-gentlich durch das Perfectum bezeichnet, z. B.er hat geschrieben", die bezügliche durchdas Jmperfectum und Plusquamperfectum, z. B.er schrieb, als ich eiutrat";er hattegeschrieben, als ich eintrat". In beiden Sätzen beziehen sich zwar vergangene Handlun-gen aufeinander; in dem ersten aber werden beide Handlungen in Beziehung aufeinan-der als gleichzeitig, in dem zweiten als ungleichzeitig, die eine als die früher, die andereals die später vergangene gesetzt. Somit würde das Jmperfectum diejenige Zeit derVergangenheit ausdrücken, welche eine vollendete Handlung in Beziehung auf eine an-dere mit dem Nebenbegriffe der Gegenwart anzeigt, weshalb es von Einigen auch Prä-sens der Vergangenheit genannt wird. Daraus erhellt zugleich, warum im Deutschen dasJmperfectum überhaupt auch als erzählendes Tempus gebraucht wird; denn wenn mansagt:Homer lebte im 9. Jahrh. v. Chr.", so heißt dies, Homer lebte damals, als das?.Jahrh. war, in welches man sich, indem man so spricht, versetzt. Die beiden gebildetstenSprachen des Alterthums, die griechische und lateinische, haben die Zeitformen der Ver-gangenheit auch hierin genau unterschieden und erstere den Aorist (s. d.), letztere in dem-selben <Nnne das Perfectum als das eigentlich erzählende oder referirende, beide aber dosJmperfectum als das schildernde oder darstellende Tempus gebraucht.

Imperial ist die Benennung einer russ. Goldmünze im Werthe von zehn Rubel»,die seit der Regierung der Kaiserin Elisabeth geprägt wurde. Man unterschied sonst alteund neueJmperialnach dem Feingehalt des Goldes; erstere hatten den Werth vonl2'/-Thlr., letztere dagegen galten nur zehn Thlr. Conv.-Münze. Auch h a l b e I m p e ri a l zufünf Rubel wurden ausgemünzt. Nicht zu verwechseln mit dem russ. Imperial ist derKaiserdukaten der ehemaligen östr.Niederlande, den nian zuweilen auch Imperial nannteund der den Werth von vier Thlr. Conv.-Münze hat.

Imperium hieß die den röm. Königen, dann in der Republik den höhern Machst"'ten, namentlich den Consuln und Prätoren, vom Volke durch eine lox curists (s. Com>>tien) übertragene, höchste befehlende und ausführende Gewalt; unterschieden von dcmWörte potestss, welches die Macht, welche jedem Magistratus seinem Amte gemäß zst'kommt, bedeutet. Das Imperium, dessen wesentliches Zeichen die Lictoren waren, warmu

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