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Immen
Irnmermaim
ßen als Reichsstände das Prärogativ der Neichsunmittelbarkcit, neuernanntc Reichsfür-sten und Reichsgrafen aber nur, wenn sie zugleich Sitz und Stimme auf dem Reichstageerhielten und somit zu wirklichen Reichsständen erhoben wurden. Mit Aufhebung desDeutschen Reichsverbands im I. 1806 wurden die meisten jener Jmmediatstände mediaki-sirt, d. h. der Hoheit der souverain gewordenen bedeutendem ehemaligen Reichsstände un-tergeben, und nur gewisse secundaire Vorrechte blieben ihnen nachmals durch die deutscheBundesacte zugesichert.
Immen, s. Bienen.
Zmmermann (Karl Lebr.), ein bekannter dramatischer Dichter und Romanschrist-steller, geb. am 2-1. Apr. 1796 zu Magdeburg, wo sein Vater, ein gewissenhaft strengerMann aus der altpreuß. Schule, als Kreis- und Domainenrath lebte. Zu der ernsten undstrengen Lebensrichtung, welche er der väterlichen Erziehung verdankte, gesellte sich indesfrüh als heilsamer Gegensatz die Neigung zur Poesie und eigenen dichterischen Versuchen.Von seinem Vater zum Juristen bestimmt, erhielt er auf dem Gymnasium zu Magdeburgseine akademische Vorbildung. Seine auf der Universität zu Halle im I. 1813 begonnenenStudien unterbrach er, indem er in die Reihen der Vaterlandsvertheidiger trat. Ein hef-tiges Nervenfieber gestattete ihm jedoch nur den Feldzug von 1815 mitzumachen. NachHalle zurückgekehrt, kämpfte er mit Muth und Entschlossenheit gegen eine gutgemeinte,aber unpraktische Richtung unter den Studenten, namentlich in der Schrift „Über dieStreitigkeiten der Studirenden in Halle" (Lpz. 1817), die bei dem Wartburgsfeste mit-verbrannt wurde. Bald darauf trat er als Referendar in Magdeburg in den Staatsdienst,wurde 1823 Auditeur in Münster und 1827 Landgerichtsrath in Düsseldorf. Hier über-nahm er im uneigennützigsten Sinne die Verwaltung des Theaters, welches er zu einerdeutschen Musteranstalt zu erheben gedachte. In der That gelang es ihm, aus zum Theilschwachen Kräften ein vorzüglich geschultes Ensemble zu bilden; dennoch scheiterte das Un-ternehmen, das auf ein naiv empfängliches oder wenigstens poetischen Intentionen gemix-tes Publicum berechnet war, und nicht ohne eigene Verluste trat I. von der Bühnenver-waltung in seine amtliche Stellung zurück. Beschäftigt mit der Abfassung seiner „Memo-rabilien" (Bd. I, Hamb. 1810) starb er an den Folgen eines plötzlich eingetretenen Schlrg-flusses am 25. Aug. 1 810 . Im Anfänge und in der Mitte seiner literarischen Laufbahnmachte sich I. besonders durch seine dramatischen Dichtungen einen Namen. Zn seinenTrauerspielen lassen sich die tiefen Studien, die er den dramatischen Dichtungen Shak-speare's gewidmet, nicht verkennen. Groß in der Anlage, bedeutsam in der Charakteristik,tiefin der Gedankenentwickelung, haben sie etwas Herbes und Schroffes und entbehreneiner eigentlich humoristischen Auffassung und des süßen Zaubers der Lyrik, die er in seinendramatischen Dichtungen, um diese von allen fremdartigen Elementen sreizuhalten, mög-lichst vermied. Seinen Lustspielen fehlt es nicht an sinnreichen Wendungen, doch sind imAllgemeinen seine dramatischen Dichtungen, die in der deutschen Literatur einen ehrenvol-len Platz einnehmen, mehr für die Lectüre als für die theatraliche Wirkung berechnet.Nacheinander erschienen „Die Prinzen von Syrakus", ein Lustspiel (1821); die dreiTrauerspiele „Das Thal von Nonceval", „Edwin" und „Petrarca" (1822); „König Pe-riander", ein Trauerspiel (1823); „Ein ganz schön Trauerspiel von Pater Brey, dem fal-schen Propheten" (1823), veranlaßt durch Pustkuchen's „Wanderjahre"; das schöne Lust-spiel „Das Auge der Liebe" (1821); die Tragödie „Cardenio und Celinde" ( 1826 ); das
dramatische Gedicht „Trauerspiel in Tirol"; das Trauerspiel „Kaiser Friedrich 1l.
die
Lustspiele „Die Verkleidungen" (1828) und „Die Schule der Frommen" (1829); dieTrilogie „Alexis" (1832) und die tiefsinnige Mythe „Merlin" (1832), seine beiden groß-artigsten dramatischen Dichtungen und das Trauerspiel „Ghismonda oder die Opfer desSchweigens" (> 830). Gleichzeitig ließ er den Halbroman „Das Papierfenster eines Ere-miten" (1822), „Miscellen" (Stuttg. 1330) und das „Reisejournal" (Düsseld. 1833—35) erscheinen. Selbst im Lyrischen, das ihm ferner lag, versuchte er sich in seinen „Ge-dichten" (Hamm 1825) und der neuen Folge seiner „Gedichte" (Stuttg. 1830); undsein lieblich drolliges Märchen „Tulifäntchen" (Münst. 1830) verdient weit mehr Aner-kennung als es gefunden zu haben scheint. In eine unerquickliche und unersprießliche
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