Jmandrasee Immediatstände 409
schmale Felstreppe bis jum Flußrande hinunterführt, übersieht man am besten jenes groß-i artige Schauspiel; auch gewährt ein kleiner Balcon am jenseitigen Ufer des Stroms einen
I herrlichen Standpunkt. Nahe 20» F. breit stürzt sich die wilde Wuoxa, von Klippe zu
Klippe schäumend, auf einer Länge von mehr als 500 Schritten wol über l20 F. hochherab und bildet einen schräggelegencn Wasserstur;, wie ihn in solcher Ausdehnung, viel»leicht mit alleiniger Ausnahme des Niagara, kein anderer Katarakt des Erdballs aufzuwei-sm haben dürfte. Klippe über Klippe ragt aus der wilden Wallung hervor und erhöhtdurch die Brandung der Wogen, die sich an ihr brechen, die Reize des imposanten Schau-spiels. Bald sind es schroffe, thurmartige Felswände, bald runde, langgezogene Riffe, baldschwarze, halb verwitterte, mit düster» Tannen oder blendenden Birken gekrönte Granit-schollen, die im bunten chaotischen Wechsel aus dem Schaume der zerstäubenden Flutens emportauchen. An den Ufern des Flusses, in der Nähe des Katarakts, findet man eineMenge durch den Wogenschlag ganz eigentümlich abgerundeter Kiesel, die unter dem Na-men der Jmatrasteine bekannt sind.
Jmandrasee, ein zwölfMeilen langer, drei Meilen breiter, die meiste Zeit desJahresmit Eis bedeckter See, im hohen Norden Rußlands, im Gouvernement Archangelsk, derzur Sommerszeit von herumschweifenden Lappen des Fischfangs wegen besucht wird undan dessen über 30 M. weitem Küstenringe überhaupt nur fünf stationaire Ansiedelungenainutreffen sind. Die Straße von Kern, in der Kemi-Lappmark, nach Kola am nördlichen^ Eismeer führt quer über den See und berührt allein vier von jenen erwähnten Stationen,
i Durch einen fortlaufenden Fluß- und Seenzug steht der Jmandra mit der Kandalaskaji-
schm Bai, dem äußersten Nordwestgolfe des Weißen Meers, in Verbindung.
Jmäus ist der Name der Alten für Himalaja (s. d.)
Jmbert (Barthelemy), einer der vorzüglichsten franz. Fabeldichter, geb. 1747 zuNismes, widmete sich nach freier Wahl fast ausschließend den schönen Wissenschaften und> machte sich durch sein „änFemsnt cke ksris" (Amst. und Par. 1772) zuerst als Dichter^ vortheilhaft bekannt. Wenn er in der Folge auch nicht alle Erwartungen, welche durchdieses erste Auftreten angeregt wurden, erfüllte, so sichern seine anmuthigcn Fabeln doch sei-nen Ruf. Eine Auswahl derselben enthalten seine „Oeuvres poötiques" (2 Bde., Haag>777, 12 .). Sein Lustspiel „I-e juloux saus amour" erhielt sich sehr lange auf der Bühne.Auch versuchte er sich auf dem Gebiete des Romans, jedoch mit geringerm Erfolg. Erstarb zu Paris am 23. Aug. 1790.
Imitation, s. Nachahmung.
Immanent, im Gegensahe zu dem Transeunten oder Transscendentcn (s. d.),heißt alles Das, was innerhalb einer Sache oder eines Begriffs bleibt und nicht über siehinausgeht. Die Philosophie bedient sich daher dieses Ausdrucks in mehr als einer Bezie-hung. Man unterscheidet z.B. äußere transeunte Ursachen von innern, immanenten, d. h.solchen, die, wie bei der Selbstbestimmung, in dem sich verändernden Dinge selbst liegen.So nannte Spinoza Gott die immanente Ursache der Welt, um dadurch zu bezeichnen, daßGott dem Sein nach nicht von der Welt verschieden ist, eine Form der Bezeichnung, welche sichauch die spätem pantheistischen Systeme angeeignet haben. Kant sprach von einem imma-l nenten Vernunftgebrauche, d. h. bei ihm einem solchen, der sich auf die Grenzen der gegebe-' Erscheinungswelt beschränkt, im Gegensätze zu dem transscendentcn, d. h. dem dieseGrenze überschreitenden. Ebenso spricht man von einer immanenten Methode, d. h. einersolchen, welche sich durch den Gegenstand der Untersuchung selbst bestimmen läßt, immanen-ter Entwickelung einer Wissenschaft, einem immanenten, d. h. nicht äußerlichen, in den Gegen-stand selbst vertieften, Wissen. Der Mystiker, der sich m das Wesen Gottes hinein versetzen-u können glaubt, würde von einer Immanenz seines eigenen Ich in Gott sprechen können.
Immediatstände heißen im Allgemeinen solche Stände, welche den Vorzug genie-ßt», nur vor der höchsten Landesbehörde Recht nehmen zu dürfen, insbesondere aber die- nach der ehemaligen deutschen Reichsverfassung unmittelbar unter Kaiser und Reich stehen-den und keiner dazwischentretenden Territorialhoheit untergebenen geistlichen und weltli-chen Stände. Alle Mitglieder deutscher altfürstlicher Familien und ebenso auch gewiss«geistliche und weltliche Corporationen, wie die Reichsstifter und die Reichsritterschaft, besä-