402 Ignatius der Heilige Ikonographie
ihm meisterlich benutzten unerschöpflichen Reichthum der span. Sprache an witzigem Do»pelsinn die Lächerlichkeiten und Lieblingssünden seiner Nation züchtigt. Dabei ist seineSprache von klassischer Reinheit, sein Versbau von ungemeiner Leichtigkeit und seine Ec>sinnung durch und durch national, sodaß die span. Kritiker ihn nicht mitUnrecht den moder-nen Quevedo genannt haben. Minder gelungen und populair sind seine ernsten Gedichte.Eine Auswahl aus seinen Werken gibt Wolfs „klorestn cle rimas motierna« costellsnns"
Ignatius der Heilige, Bischof von Antiochien seit 49 n. Ehr., war noch ein Schü-ler des Äpostels Johannes und vielleicht auch des Petrus. Er führt den Beinamen Th e o-phoros, d.h. der „Gott", oder nach seiner eigenen Erklärung, „Christum im Herzen trägt",und soll das Kind gewesen sein, das Jesus seinen Jüngern als Muster hinstellte. Er sehnt!sich nach dem Märtyrertodc und fand ihn unter Kaiser Trajan zu Rom, wo er im I. I«H,nach andern Nachrichten > 16, vor der schaulustigen Volksmenge im Circus von Löwen zer-rissen wurde. Er hat in der katholischen Kirche sein Fest am l. Febr. Von den ihm beige-legten Schriften und Briefen scheinen nur sieben der letzter» echt zu sein, die mit des Bar-nabas Briefen von Joh. Voß (Amst. 1646; neue Aust., Lond. 1680, 4.) herausgegebmund von Wocher (Tüb. 1829) übersetzt und erklärt wurden.
Ignaz von Loyola, s. Loyola.
JgUVtUM, eine alte Stadt der Landschaft Umbrien in Mittelitalien, jetzt EubbiooderEugubio, ist später durch die im Mittelalter dort aufgefundenen etruskischen Zu-schriften berühmt worden. (S. Eugubinische Tafeln.)
Jkarms , ein Heros der Athener, der den unter Pandion's Regierung nach Attikakommenden Bacchus freundlich aufnahm, wofür ihm dieser die Kenntniß des Weinbausmittheilte. Nachdem er den ersten Wein gekeltert, fuhr er denselben in Schläuchen umher,um ihn zu verschenken. Da aber Einige davon berauscht wurden, so tödtete man ihn in derMeinung, daß er sie vergiftet habe, und warf ihn in den Brunnen Anygros oder vergrubibn unter einem Baume. Aus Betrübniß darüber crhenkte sich seine Tochter Erigoneandiesem Baume. Zeus aber, oder Bacchus, versetzte sic hierauf als die Jungfrau unter dieGestirne, desgleichermhren treuen Hund Mära als den Hundsstern und ihren Vater als Boo-tes oder Arkturos. Über die undankbaren Athener aber kam eine Pest, oder wie Andere er-zählen, eine Raserei über die Jungfrauen, daß sie sich wie Erigone erhenkten. — Jkariusoder Jkarion hieß auch der Sohn des Perieres und der Gorgophone, der Bruder desTyndareus, und Vater jener berühmten Penelope (s. d.), der von Hippokoon aus Laee-dämon vertrieben einen Theil von Akarnanien beherrschte.
Ikarus war der Sohn des Dädalus (s. d.).
Jkomum, die im Alterthum wohlbekannte Hauptstadt der kleinasiat. Landschaft Ly-kaonien, im Mittelalter, vom 1 >—4 3. Jahrh. als Mittelpunkt des gleichnamigen seld-schuckischen Sultanats hochberühmt, und auch gegenwärtig noch unter dem Namen Ko-nieh ein ziemlich bedeutender Ort, hat aus der früher« Zeit noch mancherlei interessanteKunst- und Baudenkmale aufzuweisen. Im 1.23 3 n. Chr. wurde hier eine christliche Sy-node gehalten, die sich vornehmlich mit der Gültigkeit der Kehertaufe beschäftigte. Jnnem-ßber Zeit wurde die Stadt wieder geschichtlich denkwürdig durch die Schlacht am 2V. Dec.1832, in welcher Ibrahim Pascha (s. d.) das türk. Heer vollständig schlug.
Jkonodülen oder Jkonolatren, d. i. Bilderverehrer, und Jkonoklasten, du.Bilderstürmer, s. Bilderdienst.
Ikonographie und Ikonologie, d.i. Bild n ißwissensch aft, nannte man frühernach der Etymologie der Wörter die Nachweisung, Verzeichnung und Geschichte von Bild-nissen ausgezeichneter Personen des Alterthums in Bildsäulen, Büsten, Münzen, geschnit-tenen Steinen, Gemälden u. s. w. Michel Angelo und Fulvius Ursinus wurden im l 6-Jahrfdie Wiederhersteller dieser Wissenschaft, die Eiov. Angel. Canini in seiner „Iconogralia"(Rom >669, Fol.), besonders aber E. O. Visconti (s. d.) weiter ausbildeten. Neuer-dings hat man die Ikonographie auch auf die Kunde der Jdealtypen, seien es Götter, He>'lige oder Abstracta, mit Recht ausgedehnt, und so enthält das ausgezeichnete kleine Werk„Christliche Kunstsymbolik und Ikonographie" (Franks. > 839) eine Physiognomik allerwesentlicher« Jdealtypen der ältern christlichen Kunst.