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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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401
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Igel Zglesias de la Casa 401

Rollen stimmte schon sein Äußeres nicht ganz. Goethe lernte I. in seinen zwanziger Zah.ren kennen und beschreibt ihn als einen jungen Mann von mittlerer Größe, wohl propor-kionirtem Körperbau, runden, vollen und heitern Gesichts, in seiner ganzen Erscheinungbehaglich. Später wurde er corpulent, doch blieb seinen Augen ihr seelenvollcs Feuer unddie Fähigkeit, jede Nuance der Empfindung aufs beredteste widerzuspiegeln. Als Theater-dichter zeichnete sich I. als tüchtiger Sittcnmaler aus. Seine Stücke erscheinen zwar breit,moralisirend, schwunglos, empfindsam, an die Scholle der engsten Häuslichkeit gebunden,aber sie zeugen dabei von vollendeter Bühnenpraktik, großer Menschenkenntniß und ge-mächlich sittlichem Streben; durch wahre Charakteristik und einfache Natur anziehend,sind sie noch jetzt als Prüfstein für die echte Darstellungskunst schätzbar, obschon sie mitihrer hausväterlichen Sentimentalität dem Gedeihen der dramatischen Literatur eherscbäd-lich als förderlich gewesen sind. Von seinen Stücken haben sich namentlich dieJäger",Dienstpflicht",Die Advocaten",DicMündel" undDie Hagestolzen" auf dem Neper-toir erhalten. Als Dramaturg hat er in den theoretischen Abhandlungen und Aufsätzenseines Almanachs für das Theater" (Berl. 1807, 1808 und t8I8) tiefe Blicke in dasWesen der Mcnschendarstellung gethan und dem sich bildenden Schauspieler fruchtbareWinke gegeben. An die Sammlung seinerDramatischen Werke" mit einer Selbstbiogra-phie (16 Bde., Lpz. 17 981802) schlossen sich dieNeuen dramatischen Werke" (2 Bde.,Berl. 18079). Eine Auswahl derselben enthält die Ausgabe in elf Bändchen (Lpz.182728, 12.). Zur Stellung eines Schauspieldirectors, in welcher I. die berlinerBühne zur ersten Deutschlands machte, war er wie geschaffen; aufmerksam auf das Kleinste,streng und gebietend in seinen Federungen an Einzelne, doch mit seinen Zurechtweisungendie Kraft der Belehrung verbindend. Seine Selbstbiographie steht vor dem ersten Bandeseiner gesammelten Werke; dankenswerthe Nachrichten über ihn lieferte auch Z. Funck inseinenErinnerungen aus dem Leben zweier Schauspieler, Äug. Wilh. J.'s und Ludw.Devrient's" (Lpz. 1838).

Igel (Lriimeeus), ein zu den Raubthieren gehöriges Säugthier, ist besonders merk-würdig durch die Stacheln, welche die obere Körperseite vom Scheitel an bedecken. DieseStacheln sind eigentlich zusammengewachsene Haarbündel und dienen ihm als Schutzwehr,indem der eigene Bau seiner Hautmuskeln ihm gestattet, sich dergestalt zusammenzurollen,daß er dem angreifenden Feinde nach allen Richtungen sich kreuzende Spitzen entgegenstellt.Er wird durch seine Nahrung sehr nützlich, indem er meist von Schnecken, Würmern, In-selten, besonders aber von Mäusen lebt. Versuche haben bewiesen, daß ihm der Genuß span.Fliegen ebenso wenig nachlheilig ist, wie der Biß der giftigen Kreuzotter, die ihm vielmehrgleich andern Schlangen, Fröschen und Kröten eine willkommene Nahrung bietet. Daß erden Obstgärten gefährlich werde, indem er die abfallenden Früchte auf seine Stacheln ge-spießt in seine Magazine trage, ist eine längst widerlegte Fabel; nur bei Mangel an anima-lischer Nahrung nimmt er zu Obst seine Zuflucht. Die Jungen bringen schon fühlbareStachelspihen mit auf die Welt, welche binnen 23 Stunden eine Länge von vier Linien er-halten und anfangs weiß sind. Den.Winter bringt der Igel schlafend hin. Er ist in ganzEuropa heimisch; ein in Asien und Ägypten lebender zeichnet sich durch lange Ohren aus.

Jglestas de la Casa (Jose), einer der besten span. Dichter des vorigenJahrh., geb.um 1753 zu Salamanca, schloß während seiner Studienzeit auf der dasigen Universität mitseinem Freunde Melendez und andern durch poetisches Talent ausgezeichneten Jünglingenjenen Dichterbund, der unter dem Namen der Salamantinischen Schule so einflußreichwurde, und bildete sich fast ausschließend nach den klassischen Dichtern seines Vaterlands,vorzüglich nach Balbuena und Quevedo. Nach vollendeten Studien wurde er Pfarrer imBisthum von Salamanca, starb aber schon am 26. Aug. 1791. Erst sieben Jahre nach sei-nem Tode wurden seine Gedichte gesammelt (2 Bde., Salamanca 1798); seitdem abersehr oft wieder aufgelegt; denn I. gehört unter die Lieblingsdichter der Nation und vielevon seinen Gedichten leben selbst im Munde des Volks fort. Dies gilt jedoch nur von denscherzhaften Gedichten aus seiner Jugendperiode, seinen Epigrammen und satirischen Lc-tnllas, m welchen er bald mit anmuthiger Schalkheit tändelnd geißelt, bald mit dem vonC onv.. Lex. Neunte Aufl. VII. 26