! Idealismus 395
oeil > Ansicht, welche nicht die äußern Dinge, sondern entweder das vorstellende Subject oder)ci> überhaupt nur das Gedarbte für das wirklich Seiende, Reelle erklärt. Die verschiedenene„. ; Formen, in welchen der Idealismus ausgetreten ist, sind durchaus ein Erzeugnis, der neuerndes Philosophie seit Descartos; bei den Alten waren selbst die ausgebildctstcn Systeme rca-
M lisrisch. Namentlich ist es ein Jrrthum, wenn man etwa das Platonische System als idea-lst. ! listisch, das des Aristoteles als realistisch bezeichnet; denn wenn Platon die Ideen für das
ni, > wahrhaft Seiende erklärte, so waren ihm diese doch keineswegs bloße Produkte eines vor-an, ! stellenden Wesens, sondern etwas unabhängig von jeder Intelligenz Existirendcs. In der
modernen Philosophie liegen die Veranlassungen idealistischer Lehrmcinungen theils in derdn ^ Frage nach der Art, wie man sich die Einwirkung der Körperwelt auf die Seele denkensolle, vermöge deren die Dinge die Vorstellungen hcrvorbringe», theils in der geschärfteno„, i Reflexion darauf, daß die Annahme äußerer Dinge überhaupt doch immer nur Vorstellungl„d ! des vorstellenden Subjects sei. Die verschiedenen Meinungen, zu welchen jene erste Fragesie ' führte, hatten indessen noch keinen entschiedenen Idealismus zur Folge. Descartes (s.d.),„st Malebranche (s. d.) und Lcibnih (s. d.) begnügten sich, einen physischen Einfluß des
>,ke Körperlichen auf das Geistige zu leugnen und an dessen Stelle die Systeme der Assistenz,
ge, dergelcgentlichenUrsachen und dcrPrästabilirten Harmonie (s.d.) aufzustellen; abcrsie
iitt leugneten nicht die Realität derKörperwelt, obwol Malebranche den Satz ausführte: Es sei
>§< sehr schwer zu beweisen, daß es Dinge außer uns gebe. Daß jedoch die sinnlichen Qualitä-
!M ten der Dinge nicht ihr wahres Wesen, sondern nur Erscheinungen seien, hatte sogar der
ü< , Empirismus eines H obb es (s. d.) und Locke (s. d.) zugegeben, und da die ganze Vor-aussetzung äußerer Dinge empirisch nur auf der Wahrnehmung Dessen, was sie für dien- Empfindung sind, beruht, so läßt sich begreifen, warum der Versuch, die Annahme einerel> objecti» existirenden Körperwclt für eine Täuschung zu erklären und alle Realität nur gei-stigen Substanzen beizulegen, gerade zuerst in England, wo der EmpirisRus herrschendos war, durch Collier und E. Berkeley (s. d.) gemacht wurde. Dieser Berkeley'sche Jdea-
on lismus erklärt aber nicht den menschlichen, sondern den göttlichen Geist für den Urheber
sts der Vorstellungen von einer scheinbar objectiven Welt. Die Nichtexistenz der letztem wird
m- jedoch in ihm als Lehrsatz behauptet, und deshalb hat man diesen Idealismus später einen
,f. dogmatischen genannt. Von diesem dogmatischen Idealismus verschieden ist Kant's
ng (s. d.) kritisch er oder transscendentaler Idealismus. Dieser beruht auf der Lehre,
en daß zwar der Stoff der Erfahrung durch die Empfindung gegeben werde, und daß ihm die
w. Dinge an sich als Ursachen vorausgesetzt werden müssen, daß aber die Formen der Erfahrung
:m (Raum, Zeit und die Kategorien) als Bedingung jeder möglichen Erfahrung in uns
1 t- a priori, d. h. unabhängig von der Erfahrung, bereit liegen, und daß wir daher die Dinge
er- immer nur erkennen, wie sie erscheinen, nicht aber, wie sie an sich sind. Zn der weitern Ent-
>ll, Wickelung des Kant'schen Kriticismus glaubten Sigism. Beck und namentlich I. G.
»ol Fichte (s. d.) zu finden, daß die Voraussetzung der Dinge an sich überflüssig sein würde,
ü- wenn sich Nachweisen ließe, durch welche nothwendige Handlungsweise das Ich, als das
es allein Thätige und Productive unseres gesummten Vorstellungskreises, dazu komme, sich
de selbst den Schein einer objectiven Welt einzubilden und dieses sein Product näher zu be-it- stimmen. (S. Fichte und I ch.) Dieser Idealismus beruht also auf dem Satze, daß das
jo, . 3ch, das sich selbst und die Welt vorstellende Subject nicht blos der Träger, sondern auchrd der Urheber der als objectiv gegebenen Erschcinungswclt sei. Deshalb hat man ihn später
ßt den subjektiven Idealismus genannt. Er schloß die Identität des Denkens und Seins,
er des Subjektiven und Objectiven, zunächst nur im Ich ein; aber die spätere Jdentitätsphi-
ch lvsophie Schelling's (s. d.) trug kein Bedenken, diese Identität des Denkens und Seins
cn auch unabhängig vom Ich an die Spitze des Systems der Philosophie zu stellen, und
r§ da nun den Begriffen und Ideen sowol im Gebiete des Geistigen als des natürlichen
rl, Daseins kraft der intellektuellen Anschauung eine absolute Pcoductivität zugeschrieben
nt wurde, so nannte man diese Steigerung des Idealismus den objectiven, als dessen letzter
, Sprößling der absolute Idealismus derHcgel'schen Philosophie zu betrachten ist. Wäh-rend Fichte sagte: Das Ich, das Denkende ist, erklärt Hegel: Das Denken, der Begriff,he die Idee oder vielmehr der Proceß, das immanente Werden des Begriffs, ist das allein