391 Zdalium Idealismus
setzte man auch hierher die idäi scheu Daktylen, die ihren Namen daher erhielteir, weilsie auf der höchsten Spitze des Gebirgs wohnten, und in der griech. Mythe als uralte Da-moncn von sehr dunkler Bedeutung und stets in Verbindung mit der Cybele erscheinen.Sie sollen von dem Berge Jda in Phrygien hierher gewandert sein und den Gebrauch desFeuers sowie das Schmelzen der Metalle erfunden haben, was auf frühe Entdeckung vonEisen- und Kupfergruben auf diesen Gebirgen und die Bearbeitung dieser Metalle hinwcist.
JdaltUM, ein Vorgebirge und eine Stadt auf der östlichen Seite der Insel Cypmi,wird von den alten Dichtern häufig erwähnt, weil hier ein Tempel und ein heiliger Hai»der Venus waren, die deshalb auch den Beinamen I -Isliu erhielt.
Jdas, der Sohn des AphareuS und der Arenc, der Tochter des Öbalos, der Bruderdes Lynkeus, Gemahl der Marpessa und Vater der Kleopatra, entführte seine Gemahlinauf einem von Poseidon erhaltenen geflügelten Wagen und kam dabei mit dem Apollon,der sich ebenfalls um die Marpessa bewarb, in Streit. Zeus trennte die Streitenden undüberließ der Jungfrau die Wahl. Diese wählte den I., weil sie glaubte, der Gott werde sieverlassen, wenn sie altere. Besonders berühmt ist aber der Kampf des I. und Lynkeus miiden Dioskuren, Kastor und Pollux. Gemeinschaftlich hatten sie nämlich Herden als Beuteaus Arkadien weggctrieben; bei der Theilung machte I. den Vorschlag, daß Derjenige,welcher zuerst einen Theil eines in vier Theilc zerlegten Stiers aufgegessen hätte, die Beuteerhalten solle. I. wurde zuerst fertig und trieb nun die Herde nach Messenien. Die Dies-kuren aber eilten ihm nach und kamen in Kampf mit den beiden Brüdern. I. erschlug dmKastor, Pollux den Lynkeus; I. aber tödtete Zeus mit dem Blitze. Nach Theokrit galt die-scr Kampf den Töchtern des Leucippus, Phöbe und Jlaeira.
Jdäus, iwr Sohn des Dardanus und der Chryse, der Bruder des Deimas, wun-derte mit seinem Vater nach Phrygien und erbaute dort einen Tempel der Cybele, in wel-chem er die Mysterien derselben gründete.
Jdkal im weitern Sinne des Worts wird dem Realen entgegengesetzt als das blosVorgestellte, Gedachte, im Gegensätze zu dem Wirklichen, außerhalb und unabhängig vondem Denken Existirenden. Im cngern Sinne versteht man unter einem Ideal einen alswirklich gedachten Gegenstand, der einer Idee, einem Vorbilde oder Musterbilde vollkom-men entspreche. Wie vielfach daher die Gebiete sind, in denen der Gedanke des Musterhaf-ten, Vollkommenen und Vollendeten eine Bedeutung hat, so vielfältig ist die Anwendungdes Begriffs Ideal; daher vornehmlich sittliche und ästhetische Ideale; dann im EinzelnenIdeal der Wissenschaft, Ideal des Weisen, der Tugend, des Staats, der Familie u. s. w.Kant spricht sogar von einem theoretischen Ideal der reinen Vernunft, d. h. von demIdeal eines Wesens, welches der Vernunftidee eines Alles bedingenden Unbedingten ent-sprechen würde; ebenso würde ein Ideal der Häßlichkeit, der Bosheit u. s. w. gedacht wer-den können. Insofern man versuchen kann und aus dem sittlichen Gebiete versuchen soll,das Wirkliche dem Ideal gemäß zu bestimmen, bedient man sich deS Wortes Ideal wolauch da, wo ein Wirkliches der Idee in hohem Grade zu entsprechen scheint. So nament-lich im Gebiete der Künste; der Apollon von Belvedere, Nafael's Madonna, der Zeus desPhidias sind Kunstideale, d.h. Darstellungen, welche den diesen Göttergestaltcn zu Grundeliegenden Ideen vollkommen oder wenigstens mit einem hohen Grade der Annäherung ent-sprechen. Wo sich Ideen nicht anschaulich darstellen lassen, wie in den Künsten, sondern wo,wie in der Wissenschaft, die Aufgabe darin besteht, sie durch Begriffe zu bestimmen, wirddaß Wort Idee (s. d.) und Ideal oft ^gleichbedeutend gebraucht. — Idealisiren heißtein Wirkliches nach einer Regel der Vollkommenheit behandeln; so idealisirt z. B. derKünstler die Natur. Jm Sprachgebrauche des gewöhnlichen Lebens bezeichnet man dadurchbisweilen auch die Täuschung, welche in dem Wirklichen mehr Vollkommenheit zu findenglaubt als es besitzt. Psychologisch genommen richten sich überhaupt die Ideale einesMenschen nach der Höhe seiner geistigen Ausbildung; jedem wird Dasjenige ein Ideal,was ihm in irgend einer Art ein Maß derVollkommenhcit darbietet, daher in diesem Sinnedie ästhetischen, sittlichen, politischen, religiösen Ideale nicht nur einzelner Menschen, Ion-dern ganzer Zeitalter und Völker sehr verschieden sind.
Idealismus heißt im Gegensätze zumRealisINus (s. d.) diejenige philosophische