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Ich
ten sieben Bücher lyrischer Gedichte in dorisch-äolischer Mundart, welche heroisch-erotischenInhalts waren und sich durch Glut der Phantasie und Leidenschaft auszeichneten, wie dunoch vorhandenen Bruchstücke beweisen, deren Sammlung von Schneidcwin in „U-zci «r- 'winum relicjuiae" (Gott. I 83'i), sowie in dessen „velectiis poe.?. Fr»ec. eie;;, etc." (Gött.1839), und zuleht von Bergk in„?netne >) rici graec."(Lpz. l 833) veranstaltet worden ist.
Ich bezeichnet in der unmittelbaren Selbstaufsassung das in der Mannichfaltigkeitund dem Wechsel der geistigen Zustände identische, gleichbleibende Subjekt, die eigene Per-son, deren Zustand oder Thätigkeit alles Das ist, was Jeder in seinem eigenen Bewußtseinfindet. Es kündigt sich als das Reelle, Wirkliche zu dieser Mannichfaltigkeit der geistigenPhänomene an, und diese Art der Selbstauffassung ist dem Menschen so natürlich, daß derAusdruck „so wahr ich bin" als eine der stärksten Detheuerungen der Realität gilt; sie istihm überdies so geläufig, daß das gewöhnliche Denken an dem Begriff der Ichheit oder des -Selbstbewußtseins keinen Anstoß nimmt. Die populaire Psychologie hat sich daher lange ^Zeit begnügt, zur Erklärung desselben nach Analogie der äußern Sinne einen innern Sinnanzunehmen, vermöge dessen wir unsere eigenen Zustände und Thätigkeiten als unsere ei-genen auffassen, und selbst bei Kant tritt die „Synthesis der Apperception", d. h. eben dieThätigkeit des innern Sinnes, einfach als eine Thatsache oder vielmehr Thathandlung desIch auf, welche die Bedingung des Bewußtseins überhaupt enthalte. Die spätere Phils-sophie hat jedoch den Begriff des Ich zum Gegenstände sehr tiefeingreifender Untersuch»»-gen gemacht. Wenn man nämlich die Antwort aus die Frage „Was bin ich?" aus dem em-pirischen Bewußtsein entlehnt, so bezeichnet sie ein zeitlich entstandenes, veränderliches, neuenZusätzen und Umbildungen entgegensetzendes Subjekt; Ich ist dieses bestimmte Indivi-duum mit diesen bestimmten Meinungen, Kenntnissen, Neigungen, Charakterzügen u.s.w.,und dieses Ich ist für Jeden ein anderes. Gleichwol schreibt sich Jeder Ichheit zu, und derwahre Inhalt des Begriffs vom Ich kann also nicht in diesen Merkmalen der individuellenPersönlichkeit liegen; es entsteht das Bedürfnis, das reine Ich, d. h. den Begriff vomZch,dcr von allen ihm fremdartigen Bestimmungen gereinigt ist, von dem empirischen zu unter- jscheiden. Das Verdienst, durch eine geschärfte Reflexion auf das Ich diese Scheidung aus- !geführt zichhaben, gebührt I. G. Fichte (s. d.); dieser stellte die Definition auf: Das Ichist das mit seinem Object identische Subjekt, d. h. in dem reinen Begriffe des Ich liegt durch- .aus nichts als diese Reflexion auf sich. Fichte fühlte sehr wohl, was auch schon Kant an-gedeutet hatte, daß dieser Begriff ganz leer sei; gleichwol steigerte er die Ansicht der gemei-nen Auffassung, daß das Ich ein Reelles sei, dadurch, daß er dem Ich zugleich absolute Thä-tigkeit zuschrieb; das Sein des Ich ist sein Sich-Setzen und umgekehrt; das Ich ist zu-gleich Producent und Product; die Ichheit reine, absolute Produktivität. Diese reine Prs-ductivität kann aber als reine, gegenstandslose, niemals ins Bewußtsein cintreten, sondernliegt als der letzte Grund des Bewußtseins außerhalb desselben; deshalb muß das Ich, umzum Bewußtsein seiner selbst zu kommen, sich ein Nicht-ich entgegensetzen, und die Nach-weisung, wie durch die Wechselwirkung des Ich mit dem von ihm selbst gesetzten Nicht-ichdas Bewußtsein zu Stande kommt, ist die theoretische Aufgabe des Fichte'schen Idealis-mus. Dieser Idealismus scheitert aber, auch blos als psychologische Theorie betrachtet,daran, daß er unfähig ist, die individuellen Bestimmungen des empirischen Selbstbewußt- ,seins zu erklären. Während nun die ftsätern Systeme zum größern Theil an der Voraus- ^setzungdervon Fichte behaupteten absoluten Produktivität festhielten, hat dagegen Her-bart (s. d.) den Begriff des Ich in ganz entgegengesetzter Richtung zu Schlüssen über dieBedingungen des geistigen Lebens überhaupt benutzt. Er erklärt die von Fichte dem Ichbeigelegte absolute Produktivität für eine Erschleichung und gründet auf die Nachweisung,daß der Begriff des reinen Ich nicht nur ganz leer, sondern selbst widersprechend ist, denSatz: daß das Ich nicht ein Unbedingtes, Reelles, sondern die Ichheit, das Selbstbewußt-sein ein Phänomen neben andern Phänomenen des geistigen Lebens sei, und daß es folg-lich darauf ankomme, die Bedingungen nachzuweisen, unter welchen dieses Phänomen mder Mitte der übrigen Erscheinungen des geistigen Lebens cintreten könne, so oft dazu hin- ;reichende Veranlassungen vorhanden sind. Das reelle, sich selbst in allem Wechsel der In-nern Zustände gleiche Subjekt des gesammten geistigen Lebens sei die Seele, deren wech-