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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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388
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388 Jatralipten Iatrochemiker

Negierung niederlcgte, übernahm sie als Vormund Pelias (s.d.), J.'s Oheim. Die Ver-anlaffung zuJ.'s Zuge nach Kolchis war der gewöhnlichen Sage nachfolgende: Pelias ließeinst zu einem feierlichen Opfer des Neptun alle seine Verwandten, folglich auch den Z., 'einladen. Als dieser auf seinem Wege nach Jolkus an den Fluß Evenus, Enipeus oderAnaurus kam, fand er die Juno in Gestalt einer alte» Frau, welche ihn bat, sie über den ,Fluß zu tragen. I. that dies, ließ aber den einen seiner Schuhe im Schlamme zurück. So ^kam er zum Pelias, der sich darüber entschte, weil ein Orakclspruch ihm geweissagt häkle,daß Derjenige ihm Thron und Leben rauben würde, der zu dem Opfer ohne Schuhe käme.Pelias fragte den I., was er wol mit Demjenigen machen würde, der ihm von dem Ora- ,kel als sein Mörder verkündigt worden wäre? Auf Eingebung der Juno antwortete I., erwürde ihn nach Kolchis schicken, um das goldene Vließ wiederzuholen. Diesen Auftrag e»hielt nun I. selbst vom Pelias. Nach Andern hatte Pelias seinem Bruder Äson de» jThron geraubt und ihn getödtet. Als I. volljährig geworden, befragte er das Orakel, wieer sich den Besitz seines rechtmäßigen Erbes wiederverschaffen könnte? Das Orakel befahlihm, in der Kleidung eines Magnesiers, mit einer Lcopardenhaut um die Schultern undmit zwei Lanzen bewaffnet, nach Jolkus an den Hof des PeliaS zu gehen. Dies geschah,doch kam I. nur mit einem Schuhe bei dem Pelias an, da er den andern auf die angezeigt!Weise verloren hatte. Als Pelias, der ihn nicht kannte, sich nach seiner Herkunft erkun-digte, antwortete er dreist, er sei Äson's Sohn, ließ sich dann die Wohnung seines Vaterszeigen und feierte daselbst mit seinen Verwandten, Pheres, Neleus, Admetus, Amythron,Akastus und Melampus, fünf Tage lang das Fest des Wiedersehens. Hierauf gingen siegemeinsam zu Pelias und verlangten die Abtretung des Reichs. Pelias antwortete, daßer bereit sei, dasselbe I. zu überlassen, wenn dieser zuvor das goldene Vließ wieder nachThessalien zurückgebracht haben würde. Auf der Fahrt dahin (s. Argonauten) zeugteI. mit der Hypsipyle auf Lemnos zwei Söhne. Von derMedea (s. d.) unterstützt, er-reichte er den Zweck seiner Reise glücklich, und kehrte mit ihr, als seiner Gemahlin, nachlangem Herumirrey in die väterliche Heimat zurück. Hier rächte er die Ermordung seiner ;Altern und seines Bruders durch den Tod des Pelias. Dennoch war es ihm nicht mög-lich, zu dem Throne von Jolkus zu gelangen. Er mußte denselben dem AkastuS, dem Sohnedes Pelias, überlassen und sich mit seiner Gemahlin nach Korinth flüchten. Hier lebte»beide zehn Jahre in der glücklichsten Ehe, bis I., der Medea überdrüßig, sich in Elanke,nach Andern, in Kreusa, die Tochter des korinth. Königs Kreon, verliebte, sie heiratheleund seine Gemahlin und Kinder verstieß. Doch Medea rächte sich schrecklich an der verhaß- ^ten Nebenbuhlerin und floh, als I. sie dafür bestrafen wollte, auf ihrem Drachenwagenzum König Ägeus in Athen, nachdem sie zuvor ihre mit I. erzeugten Kinder, MermcroSund Pheretos, getödtet hatte. Nach Einigen soll I. hierauf sich aus Verzweiflung getöd-tet haben; nach Andern führte er seitdem ein heimatloses Leben und wurde, als er einesTags am Meeresufer, im Schatten desselben Schiffs, welches ihn früher nach Kolchis ge-bracht hatte, erschöpft eingeschlafen war, von einem herabstürzenden Balken zerschmettert; ,noch Andere erzählen, er habe sich später mit der Medea ausgcsöhnt, sei mit ihr nach Kolchts ;zurückgekehrt und habe nach dem Tode seines Schwiegervaters dessen Thron bestiegen. >

Jatralipten nannte man im Alterthume Diejenigen, welche aus der Kunst, die 1Salben, deren Gebrauch namentlich in den Bädern und Gymnasien sehr ausgedehnt war, inach den vielseitigen darüber aufgestellten Regeln anzuwenden, eine eigene Professionmachten. Bei der Ausübung ihres Berufs kamen sie in den Besitz oberflächlicher ärztlicherKenntnisse und machten von diesen häufig besonders zu diätetischen Zwecken und beidenUnfällen, die in den Gymnasien verkamen, einen für die Ärzte nachtheiligen Gebrauch- Alsder Stifter der Jatraliptik wird Herodikos von Selymbria, der im 5. Jahrh. zu Athenlebte, genannt. Mit der nach und nach gänzlich veränderten Lebensweise mußte auch diesirStand und mit ihm die Kunst verschwinden.

Iatrochemiker oder Ch emiatriker nennt man die Anhänger eines mediciuischenSystems, welches von Paracelsus (s. d.) und Hclmont (s. d.) durch die nähere Ver- tbindung der Chemie mit der Medicin vorbereitet, von Franz Sylvius aber weiter ausge-breitet wurde. Dieser lehrte nämlich, daß alle physiologischen und pathologischen Vorgänge