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Hyrkauren Hysterie 385
denen Religionen entlehnten. Daher wird ihnen von Gregor von Nazianz (s.d.) zu-gleich Feuerdienst und Beobachtung des jüd. Sabbaths nebst einigen Speisegesehen beigelegt.Verwandt scheinen die Sekten der Euphemiten oder Messalianer in Phönizicn und Palä-stina, vornehmlich aber der Abeliten (s. d.) und Ooelicolae in Afrika. Andere haben dieEntstehung und den Charakter der Hypsistarier auf andere Weise dargestellt. Vgl. Ull-mann, „De u^psistariis" (peidelb. 1823) und Böhmer, „I)e n^psistsrüs" (Berl. 1823).
Hyrkanien, eine Landschaft Irans, umfaßte den Landstrich zwischen dem Elbrusge-birge und dem Kaspischen Meere, also das Land längs der Südküste desselben, das heurigeMasanderan, und lag zwischen dem alten Medien im Südwesten und Parthien im Osten.Die niedrigen Küstengegcnden abgerechnet, war cs ein rauhes, aber von den vielen kleinen,vom Gebirge nach dem Kasvischen Meere strömenden Flüssen wohlbewässertes Land, dasin den Thälern und Niederungen höchst fruchtbar an Getreide, Obst und Wein war. SeineBewohner, die sich in die Stämme der Maxerer, Astabener und Ehrender theilten, warenwahrscheinlich eines Stammes mit den Parth ern (s. d.) und in dem Alterthume wegenihrer Wildheit verrufen. H. wurde frühzeitig von den Medern und Persern unterjocht undtheilte als pers. Provinz zu allen Zeiten die Schicksale dieses Reichs, eine Periode unter derparthischen Herrschaft ausgenommen, wo es seine Unabhängigkeit behauptete und untereigenen Königen den Parthern oft gefährlich wurde.
Hyrkänus ist der Name zweier jüd. Hohenpriester und Fürsten aus dem Hasmo-naischen Geschlechte. JohannesH., Simon's Sohn, der von 136—IV6 v.Chr.regierte,war anfangs von den Syrern abhängig; bald jedoch selbständig geworden, unterwarf ersich die Samaritaner, auch zwang er die Jdumäer, sich an das Judenthum anzuschließen.Er knüpfte mit den Römern ein Bündniß, baute die starke Burg Baris an der nordöstli-chen Ecke des Tempclbergs und erweiterte sein Gebiet fast wieder bis an die alten Grenzendes Davidischcn Reichs. Auch scheint er den Grund zu dem Synedrium (s. d.) gelegt zuhaben. Ursprünglich ein Pharisäer, trat er später auf die Seite der Saddueäer. Er hin-terließ bei seinem Tode fünf Sühne, von denen Aristobul und Alexander unter dem Titelvon Königen regierten. — Hyrkanus II., des Vorigen Enkel, Alexander's Sohn, wurde98 v. Chr. in Jerusalem zum Könige ausgerufen, trat aber, von seinem Bruder Aristobulbekämpft, bald ins Privatleben zurück. Von dem Jdumäer Antipater angereizt, suchte ernachmals mit Hülse des Arctas den Thron wiederzugewinnen, jedoch erfolglos, bis ihnPompejus 63 v. Chr. zum Hohenpriester und Ethnarchen ernannte. H. besorgte nun denTempel, Antipater die Regierung. Cäsar bestätigte ihm 37 v. Chr. seine erbliche Hohc-priesterwürde und machte den Antipater zum Procurator. Als AntigonuS, Aristobul'SSohn, mit Hülfe der Parther König und Hohenpriester geworden, ließ er H. die Ohrenabschneiden, um ihn zum Hohcnpriesteramte untauglich zu machen. Die Parther führtenihn 30 v. Chr. mit sich nach Seleucia.
Hysterie, Muttcrplage oder Mutterstaupe ist eine durch Störungen derFunctionen des Nervensystems, welche meist von den Geschlechtsorganen ausgehen, her-beigeführte Krankheit, welche ausschließend das weibliche Geschlecht befällt und derHy-poch ondrie (s. d.) der Männer entspricht. Die Ähnlichkeit mit diesem Übel besteht darin,daß die Hysterischen große Veränderlichkeit in der Gemüthsstimmung und Launenhaftig-keit zeigen, ihre körperlichen Beschwerden übertreiben und sehr zum Klagen geneigt sind,während der Hauptunterschied der ist, daß bei der Hysterie die Verdauungsbeschwerden, diesich oft als Heißhunger oder Mangel an Eßlust, Erbrechen u. s. w. aussprechen, weit mehrzurücktreten, die Nervenstörungen jedoch in höherm Grade als große Empfindlichkeit derSinne, Sinnestäuschungen und namentlich Krämpfe auftreten. Sie befällt Mädchen undverheirathete Frauen vom l8. bis zum 35. Lebensjahre und hat meist ihren Grund imwirklichen oder vermeinten Verfehlen des Lebenszwecks derselben, daher auch die Behand-lung Hysterischer hauptsächlich sich dahin richten muß, eine der Bestimmung des Weibesangemessene Lebensart herbeizuführen, was freilich oft unübersteigliche Hindernisse findet.Sind die zeugungsfähigen Jahre vorüber, so verschwindet die Hysterie gewöhnlich vonselbst, läßt aber nicht selten Verbildungen in den Geschlechtsorganen zurück; zuweilen gehtsie auch in Wahnsinn über.
Lonv.-Lex. Neunte Aufl. VII.
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