Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
380
Einzelbild herunterladen
 

380 Hymenopteren Hyperbaton

Hymenopteren, s. Insekten.

Hymettus, ein schon im Alterthume durch seine Bienenkcauter und durch trefflichenMarmor berühmter Berg in Attika, jetzt Telowuni, liegt südöstlich von Athen und nimmt sffeine Richtung von Westen nach Nordosten. Der hier gewonnene, überaus wohlschme-ckende Honig, der den Alten für eine besondere Quelle des Reichthums galt, hat bis aufdie Gegenwart seinen alten Ruhm behauptet.

Hymne nannten die Griechen einen Preis- oder Lobgesang, welcher zu Ehren derGötter oder Heroen bei feierlichen Opfern und Festen, oft mit Begleitung der Musik, bis-weilen auch unter feierlichen Tänzen, gesungen wurde und nach den Gottheiten verfehle-dene Namen und Charaktere, z. B. Dithyrambus (s.d.), Päan (s. d.) u. s. w. erhielt; !dann jedes Loblied oder jede Ode, worin ein übersinnlicher oder vorzüglich erhabener Gegen-stand im höher« Schwünge der Dichtkunst besungen wird. Viele Psalmen der Hebräer jsind in dieser Rücksicht auch Hymnen zu nennen und dem morgenländ. Charakter und ihrerReligion zufolge noch feuriger und religiöser als die Hymnen der Griechen. Letztere warenfrüher fast ganz episch, wie z. B. die unter dem Namen des Homer (s. d.) bekannten ; sieerzählten die Mythen der Götter und gaben von ihnen wie von den Thaten der Menscheneine anschauliche Schilderung. Die spätern, wie die des Pindar (s. d.) und Kallima-chus (s. d.) sind schon mehr lyrischer Art. (S. Lyrik.) Die christlichen Hymnen sindgrößtentheils ganz lyrisch und sprechen das Gefühl des Menschen aus, der sich zu dem Unsichtbaren erhebt. Sie werden gewöhnlich nur mit figurirter Musik gesungen, denn dielangsame und gleichförmig fortschreitende, oft auch im Singen gedehnte Melodie des Cho-rals hemmt den feurigen Flug des Hymnus. Die ersten Hymnen in der morgenländ. Kirchesoll der Bischof Hierotheus, in der abendländischen der heil. Hilarius (s. d.) verfaßthaben; später fertigten solche Ambrosius und die Päpste Gclasius und Gregor der ^Große (s. d.). Der Gebrauch derselben in der Kirche wurde durch das vierte Concil ^

zu Toledo im I. 633 bestätigt; verbessert wurden sie durch Papst Urban VII!. Be-kannt sind besonders der Ambrosianische Lobgesang (s. Ambrosius), der Lobqesang der iEngel (s. Doxologie) und der Marianische Lobgesang (s. Magnificat). Hymno- !logie nennt man insbesondere die Kenntniß der Kirchenlieder und der Kirchenlieddichteroder Hymnologen. (S. Kirchenlied.)

Hypalläge (griech.), d. h. Verwechselung oder Vertauschung, heißt eine gramma- ltisch-rhetorische Figur, die in der oft nur scheinbaren Vertauschung einzelner Theile des Sa- Ihes besteht, z. B. wenn der Begriff eines Beiworts in ein Hauptwort verwandelt wird,neben welches dann das eigentliche Hauptwort als Genitiv tritt, z. B.Die Pracht dieserBaume" stattDiese prächtigen Bäume"; oder wenn die Beziehungsformen der Nominavertauscht werden, z. B.Die wichtigem Anfänge der Begebenheiten" stattDie Anfängeder wichtigem Begebenheiten". ^

Hypäta, eine alte Stadt im Südosten von Thessalien, am nördlichen Ufer des Sper-chius, gehörte zum ätolischen Bunde und war namentlich der Sammelplatz der berüchtig-ten thessalischen Zauberinnen. !

Hypatla aus Alexandria, die Tochter des Mathematikers Thron und die Gattin desPhilosophen Jsidorus, ebenso berühmt wegen ihrer Schönheit und Sittenreinheit wie we- ,gen ihrer Gelehrsamkeit, widmete sich in Athen dem Studium der Philosophie und trat ^nach der Rückkehr in ihre Vaterstadt daselbst als Lehrerin in dieser Wissenschaft auf, wobei >

sie namentlich den Neuplatonismus mit der Lehre des Aristoteles in eine innige Verbin- !düng zu bringen suchte. Ihr Haus war ein Sammelplatz der gebildetsten und angesehen-sten Männer. Bei einem blutigen Volksaufstande, den die Vertreibung der Juden, welcheder Patriarch von Alexandrien im I. 4 l 5 n. Chr. verordnte, hervorrief, wurde sie auf die .grausamste Weise ermordet. . !

Hyperbaton (griech.), eine grammatische Figur, besteht im Allgemeinen darin, baß >die zusammengehörcnden Worte versetzt sind und die Stellung derselben nicht in ihrer na- ^türlichen Ordnung erscheint, was besonders dann geschieht, wenn durch Dazwischenstellung ,eines oder mehrer minder wichtiger Wörter das eine von den auf diese Weste getrennten !Wörtern nachdrücklich hervorgehoben werden soll, oder wenn ein Satz durch eine Paren-