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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
379
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Hygrometer Hymen 379

jetzige Gestalt erhielten, oder einem ganz andern H. angehören, der zur Zeit der Antsninroder vielleicht des Thcodosüis lebte. Am vollständigsten wurden sic in denM)tIi«8r!>>>I>ila!." von Muncker (2 Vde., Amst. I t',81) und van Stavcrcn (2 Bdc., Lcyd. und Amst.1732, 3.) hcransgegcbcn. Eine neue Sammlung von Fabeln, die ebenfalls den Namcirdes H. führen, machte aus einer Vaticanischcn Handschrift zuerst A. Mai bekannt im drit-ten Bde. der(7Iit5sic. -ttict. e Vutic. coclü. eclit." (Nom 1831).

Hygrometer oder Feuchtigkeitsmesser, auch Hygroskop nennt man eineVorrichtung zur Bestimmung der Menge des in der Lust enthaltenen Wassers, d. i. der Feuch-tigkeit der Lust. Saussurc benutzte hierzu ausgelaugtes Menschenhrar, Deluc feine Fisch-beinstreifen. Die Erfahrung hat indcß gezeigt, daß weder durch das Saussure'sche nochdurch das Deluc'sche Hygrometer eine Genauigkeit der Bestimmung erreichbar ist. Dahersind in neuerer Zeit zwei andere Hygrometer zu wissenschaftlichen Untersuchungen mehr inGebrauch gekommen, welche eine solche Genauigkeit in der Bestimmung wirklich gestatten,nämlich das Daniell'sche und das August'sche, welches letztere auch den Namen Psy-chrometer führt. Beide gründen sich auf den Satz, daß in einer feuchten Atmosphäre Flüs-sigkeiten langsamer verdampfen als in einer trockenen, und daß sich die Schnelligkeit dieserVerdampfung durch das Sinken eines mit der Flüssigkeit befeuchteten Thermometers mes-sen läßt. Daniell läßt Äther auf einer Thermomcterkugel verdampfen, August Wasser;letzterer leitet dann aus der Vergleichung des Standes eines trockenen und des befeuchtete»Thermometers den Feuchtigkcitszustand der Atmosphäre ab. Die früher» Hygrometer wa-renbloße Hygroskope, d. h. Vorrichtungen, welche Feuchtigkeit anzeigen, aber den Gradderselbe» nicht messen. Ebenso sind die Husaren, welche beim Regen den Säbel einstccken,und die Mönche, welche die Kapuze aufsetzen u. s. w., nichts Anderes als Darmsaitenhy-groskope, obwol man sie gewöhnlich als Barometer an den Fenstern aufhängt.

Hylaö, der schöne Sohn des Theiodamas, war der Liebling des Hercules, den erauf dem Argonautenzuge begleitete. Durch seine Schönheit entzückt, zogen ihn die Naja-den, als er in der Gegend von Troja ans Land gestiegen war, um Wasser aus dein Asca-niusfluß zu schöpfen, in ihre Fluten hinab. Wehklagend suchte Hercules den Geliebtenüberall; untcrdeß aber setzte die Argo ihre Reise fort und ließ jenen zurück. In der Folgewurde zum Andenken daran in jener Gegend jährlich ein dreitägiges Fest gefeiert, wobeider Priester den H. dreimal mit Namen rief.

Hylozoismus nennt man die Ansicht, daß den Urstoffcn der Dinge (der Materie,mit dem Ausdrucke der griech. Philosophen, derHyle) eine ursprüngliche Lebenskraft in-wohne, deren Wirkungen sich in den Erscheinungen des Lebens offenbaren. Insofern esdabei überflüssig erscheint, zur Erklärung des Lebens, welches tatsächlich nur an einem kleinenTheile der Naturkörper vorkommt, auf eine schöpferische und ordnende Intelligenz als Urhe-ber zmückzugehcn, hat man den Hylozoismus häufiger als eine Art des Atheismus (s.d).bezeichnet, und den hylozoisiischen von andern Ärten des Atheismus unterschieden.

Hymen oder Hymenäus hieß eigentlich der Hochzciksgcsang, den die Begleiter derBraut sangen, wenn diese aus dem väterlichen Hause in das des Bräutigams geführtwurde, dann in späterer Zeit personificirt der Hochzeilsgolt selbst, der zuerst bei der Sapphovorkommt, und nachher häufig der Sohn der Musen Urania, Klio, Terpsichore, Kalliopegenannt wird. Nach Andern war er ein sehr schöner Jüngling, welcher vor der Zeir starb,oder bei der Vermählung des Dionysos und der Ariadne nach Absingung des Brautliedesdie Stimme oder auch das Leben verlor. Eine attische Sage macht ihn zu einem schönen,aber armen athenischen Jüngling, welcher eine Jungfrau aus reicher und vornehmer Fa-milie ohne Erfolg liebte. Um ihr nahe zu sein, folgte er derselben in Mädchenkleidung zumDemeterfeste nach EleusiS. Hier entführten ihn nebst den dort versammelten JungfrauenSeeräuber, welche H. tödtcte, als sie auf einer Insel gelandet ciuschliefen. Hierauf kehrt«er sogleich nach Athen zurück und versprach, die Geraubten zurückzubringcn, wenn manchm die Geliebte gäbe. Dieses geschah, und von nun an gedachte man seiner in allenBrautgesängen, bis er endlich gar vergöttert wurde. Dargcstcllt wird er als geflügelterund bekränzter Knabe, als ein ernsthafterer und größerer Eros, mit einer Brautfackcl undrmem Schleier in den Händen.