Hydröcephalus Hydröoxygeugas-Mikroskoj, 377
Haupt, welche man gegenwärtig aber Hydrodynamik nennt. Die Hydraulik ist eine Wis-senschaft, bei welcher die Erfahrung die Mittel an die Hand geben muß, um die Gesetze der-selben zu entwickeln. In ihr Gebiet gehören nicht allein die Maschinen und Apparate, umdie Schnelligkeit, den Druck und den Stoß des Wassers zu bemessen, sondern auch alle die-jenigen, mittels deren man eine der drei genannten Eigenschaften zu Erreichung irgend einestechnischen Zwecks benutzt, z.B. die Wasserräder, Pumpen, Heber, Wassersäulenmaschinenu.s.w. Die Hydrostatik ist eigentlich eine Hydrodynamik in der Ruhe, indem sie sich mitder Lehre vom Gleichgewicht der Flüssigkeiten beschäftigt. Sie lehrt z. B. die Bedingungenkennen, unter welchen ein Körper auf dem Wasser oder andern Flüssigkeiten schwimmtoder theilweise in dasselbe einsinkt; sie entwickelt das specifiscke Gewicht der festen und flüs-sigen Körper u. s. w- — Hydraulik und Hydrostatik sind für das praktische und technischeLeben von der größten Wichtigkeit, da auf ihnen allein die Sicherheit von Wasserbau-ten, Brücken, Dämmen u. s. w. beruht und nur durch sie die Wirkung von Wasserma-schinen im Voraus bestimmt werden kan».
Hydröcephalus oder Wasserkopf, s. Wassersucht.
Hydrodynamik, s. Hydraulik.
Hydrogen, s- Wasserstoff.
Hydrometer ist der griech. Name für Waffermesser, zur Wahrnehmung des stei-genden oder fallenden Wassers.
Hydrovrygcngas-Mikrvskop. Der erste Theil dieser Benennung ist aus einerZusammensetzung der Worte Hydrogen oder Wasserstoff und Oxygen oder Sauerstoff, mitder gemeinschaftlichen Bezeichnung Gas entstanden und deutet an, daß man sich bei dieserArt von Mikroskopen als Brennstoff einer Mischung von Wasserstoffgas und Sauerstoff-gas, mit andern Worten, des sogenannten Knallgases bedient. Die Mikroskope (s. d.)dienen bekanntlich dazu, kleine, dem unbewaffneten Auge kaum sichtbare Gegenstände durchoptische Vorrichtungen so stark vergrößert darzustellen, daß man dieselbe» ganz genau ken-nen lernen kann. Bei den gewöhnlichen Mikroskopen ist diese Vergrößerung nur immerfür einen Beobachter auf einmal sichtbar und selbst da noch ziemlich beschränkt. Ein großerSchritt ;ur Vervollkommnung war die Erfindung der Sonnenmikroskope, welche jedochnur für ganz oder doch fast durchsichtige Gegenstände anwendbar sind. Mittels dieser Mi-kroskope werden die Gegenstände durch das von einem Planspiegel reflectirte Sonnenlichterleuchtet und ihr Bild, durch ein System aplanalisch und achromatisch geschliffener Glas-linsen gewaltig vergrößert, gegen eine Helle Wand oder ein durchsichtiges Tuch gewor-fen und dadurch einer grvßern Menge von Beobachtern gleichzeitig sichtbar. Da jedochdurch die Vergrößerung das anfänglich sehr intensive Sonnenlicht bedeutend geschwächtwird, so erscheinen die Körper um so undeutlicher, je stärker die Vergrößerung ist, und csschien somit der Vergrößerung auch hier wieder eine Grenze gesetzt, bis es gelänge, einnoch intensiveres Licht aufzufinden. Die Entdeckung Drummond's, daß eine Weingeist-flamme mittels eines durch dieselbe geführten Stroms von Saucrstoffgas bedeutend ver-stärkt wird, wenn man diese Flamme auf ein Stückchen gebrannten Kalk führt, gab einMittel zu Hervorbringung eines solchen Lichts, und letzteres wurde dadurch noch schärfer,daß man statt des Weingeistes Wasserstoffgas anwendete und so das Knallgas machte, dasschon früher wegen seiner höchst intensiven Hitze bedeutende technische Anwendung gefun-den hatte. Die Knallgasflamme, auf einen Kalkcylinder vom 76 Zoll Durchmesser gewor-fen, der nun als der eigentliche leuchtende Punkt erscheint, übertrifft ein gewöhnliches Ker-zenlicht 15:! mal an Stärke. Ausgerüstet mit diesem höchst intensiven Lichte, construirtenun Cary im I. >832 das erste Hydrooxygengasmikroskop, indem er in zwei abgesondertenGasometern Sauerstoffgas und Wasserstoffgas ausbewahrte, beide Gase im Verhältniß voneins zu zwei in einem Sammelrohre mischte und beide dann gegen einen kleinen Knallcylin-der, der jedoch sehr häufig erneut werden muß, leitete. Als Mikroskop bedient man sich nuneines wie die Sonnenmikroskope construirten Apparats, wobei man jedoch darauf Rück-sicht zu nehmen hat, daß man nicht wie beim Sonnenlicht parallele, sondern divergirendeLichtstrahlen hat, weshalb man dieselben durch eine convexe Linse zuvor parallel machenmuß, ehe man sie dem Gegenstände zuschickt. In Deutschland hat Professor Döbler sich