Hmrdsrück Hnndswuth 355
bat sie von d?n Hunden, mit welchen man gewöhnlich den Erstickungsversuch in ihr anzu-, stillen Pflegt, die aber, wenn man sie schnell inS Wasser wirft, wieder zum Leben kommen.
Hundsrück, ein etwa sechs Meilen langes, waldiges Kalkschiefergebirge, eine Fort-setzung der Vogesen, welches in den preuß. Regierungsbezirken Koblenz und Trier in bo-genförmiger Richtung von Osten nach Westen zwischen den Flüssen Stahe, Mosel und Rheinsich hinzieht, ist 22M>—2:iü0 F. hoch, größkentheils mit dichten Waldungen bedeckt undbesteht aus zwei verschiedenen Gcbirgsmasscn, von denen die nordöstliche den eigentlichenHuudsrück zwischen Kirn und Bacharach und die südwestliche den Hohen - oder Hochwald,von dem ein Theil der Jdarwald heißt, bildet. Dieser letztere Thcil, mit dem Walderbsen-kopf und dem Jdarkopf, den höchsten Punkten des ganzen Gebirges, zieht sich in vielfachenAbzweigungen längs der Mosel und der Stahe hin und verursacht das enge Bett dieserFlüsse lind ihre vielen Krümmungen. Die Abdachung des Gebirges nach dem Rhein undder Mosel bilden kleine Ebenen, die aber durch Schluchten und Thäler und auch durch Hö-hen unterbrochen werde». Da, wo sich die Ebenen den Flüssen zuneigen, wird trefflichesWintergetreide gebaut; in den höher», steinigen Regionen gedeihen Gerste und Hafer, vor-züglich aber guter Flachs und Hanf; auch baut man in neuerer Zeit viel Klee, um desSamens willen, der stark nach England durch kreuznacher Handelshäuser versendet wird.Die großen Wälder enthalten viel Wild, und die Bäche sind reich an Krebsen und Forellen.Das Vieh ist durchgängig klein, das Fleisch desselben aber wohlschmeckend. An und auf''ein Hundsrück liegen eine Menge Dörfer. Die Bewohner sind, wie alle Gebirgsbewoh-ner, siol; auf ihr rauhes Land und kehren gern aus der Fremde wieder zurück in ihre Heimat.Berüchtigt wurde der Hundsrück als der Aufenthaltsort der Räuberbande des Schinder-hannes. Den Namen leiten Einige von einer Colonie Hunnen ab, welche Kaiser Gratia»in diese Gegend versetzt haben soll, oder von Hunnen, welche nach der Niederlage Attila ssieb hierher geflüchtet; merkwürdig ist eS allerdings, daß in der Umgegend mehre auf dieHunnen hindcutende Benennungen Vorkommen, wie das Schloß Hunoldsiein, ferner Hu-nenborn, Hunthcim u. s. w.
Hlttldstnste nennt man die Zeit vom 2-1. Juli bis zum 24. Aug-, und zwar darum,weil die entsprechende Jahreszeit, bei den Griechen Opora genannt, durch den kosmischenAufgang des Hundssterns oder Sirius bestimmt wurde. Sic ist in Griechenland durchgroße Hitze ausgezeichnet; auch bei uns gilt sie für die heißeste Zeit des Jahres, iviewol ge-gen ihr Ende die Abnahme der Wärme meist sehr merklich wird.
Hnndswuth, Wuth oder Tollheit (reckm-- min'»»,), ist eine eigenthümlichcKrankheit, welche meist die Hunde und die diesem Geschlechts angehörcnden Thiere, dieWölfe und Fücbse, befällt; außerdem aber noch an Katzen, Hühnern, Hornvieh und andernThieren beobachtet worden ist. Die Furchtbarkeit und die verschiedenen oft voneinander ab-weichenden Symptome der Krankheit sind die Ursache gewesen, daß das Bild derselben von! jeher, obwol sie schon seit den ältesten Zeiten bekannt ist, sehr entstellt und unklar war, undnur erst in der neuesten Zeit ist es namentlich Hartwig in Berlin gelungen, Aufklärungdarüber zu verbreiten. Zufolge der eifrigen und umsichtigen Untersuchungen desselben sinddie Svmptome der Tollheit an Hunden nach Racc, Temperament, Alter, Geschleckt u. s. w., verschieden; den hauptsächlichsten Krankheitszeichen nach jedoch lassen sich die schon langstangenommenen zweiHaupkformen des Übels, die rasende und die stille Wuth, beibe-halten. Die elftere gibt sich besonders dadurch kund, daß die Hunde mit dem Anfänge derKrankheit ihr bisheriges Betragen ändern, jedoch in dieser Änderung selbst wechseln; einegroße Unruhe zeigen; viel an kalten Gegenständen lecken; die Eßlust verlieren und fremd-artige Gegenstände, wie Holz, Stroh u. s. w., verschlingen; weder bellen noch in der Artder gesunden Hunde heulen, sondern einen ganz charakteristischen Ton von sich geben, derzwischen jenen ziemlich mitten inne steht; früher oder später eine Steigung zum Beißen, erstgegen Katzen, dann gegen Hunde und zuletzt gegen Menschen zeigen; oft auch in die bloße« Luft schnappen; äußerlich von Anfang wenig verändert sind, nach einigen Tagen aber ge-wthete und dann sehr matte Augen bekomme»; in kurzer Zeit sehr abmagcrn und dadurchk>» rauhes, struppiges Ansehen erhalten. Die stille Wuth unterscheidet sich von der rasen-
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