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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Hund

schieden, je nach den Verhältnissen, unter welchen er sich bildet. Steht der gehörig auSge-bildete Humus mit der atmosphärischen Luft in Verbindung, so tritt deren Sauerstoff mitdemKohlcnstoffdes HumuSin Verbindung, wodurch die Kohlensäure, ein Hauptdüngungs-mitkel für die Pflanzen, entsteht. Befindet sich in dem Humus Stickstoff, so bildet diesermit dem Sauerstoff Salpetersäure, welche Dünger aufschließend und düngend zugleich ist.Am stickstoffreichsten ist, der aus thierischen Körpern hervorgegangene Humus, ohne demweder Cerealien noch Ölsaaten gedeihen. Während in dem vegetabilischen Humus derKohlenstoff vorherrscht, herrscht in dem thierischen Humus der Stickstoff vor. Nach Liebig,Sprengel und andern Chemikern ist der Humus die in Verwesung begriffene Holzfaser;doch soll nach Liebig die Humussäurc nicht den ganzen Kohlenstoffgehalt der Cultur-pflanzen liefern, diese sollen vielmehr ihre Nahrung nur so lange aus dem Boden nehmen,als die Pflanze noch kleine Blätter hat. Die Humussäure im Boden wirkt aber nur danndüngend, wenn der Boden bearbeitet und dadurch die Humussäure der atmosphärischenLuft ausgeseht wird, wo sie sich dann in einen leichtlöslichen Extractivstoff umwandelt.Will man den schwerläslichenHumus schneller auflösen, so wendet man Mergel, Kalk, Am-moniak und Kali an, wodurch der Humus zu leichtlöslichem Salz gemacht wird.

Hund, eine artenreiche Gattung von Säugthiercn aus der Familie der reißendenThiere. Das Gebiß der Hunde trägt den Charakter des Zahnbaus der eigentlichen Fleisch-fresser in geringerm Grad an sich als dasjenige der Katzen; wirklich sind auch die Hundeweder so blutgierig noch auf animalische Nahrung so ausschließlich hingewicsen wie die letz-tem. Die über die ganze Erde verstreut vorkommenden Arten haben zwar ein gemein-sames Familienansehen, indessen vermag man sie in zwei gut unterschiedene Gruppen, dieFüchse (s. d.) und die Wölfe (s. d.) zu theilen. Zur letztem Abtheilung gehört derHaushund, der treueste Freund, den der Mensch unter den Thieren jemals auffand, unddaher ebenso weit verbreitet als dieser. Über das Stammthier dieses nirgend im eigentlichwilden, allerdings aber hin und wieder im verwilderten Zustande vorkommenden Geschö-

> pfes herrschen sehr verschiedene Ansichten. Die mindest haltbare ist die, welche den Hundals einen Bastard von Wolf und Fuchs erzeugt gelten läßt. Am wahrscheinlichsten istes, daß der wilde Hund in so entlegenen Zeiten vom Menschen unterjocht worden ist, daßsein wilder Stamm völlig ausstarb. Da die Hunde, als Gattung genommen, überhauptweit mehr Zähmbarkeit zu Tage legen als die Katzen, und da sie einen großen Geselligkeits-trieb äußern, so mag die vollständige Domesticirung der intelligentesten Art, des Haushun-des, schneller und leichter von statten gegangen sein, als man vorauszuseßen geneigt ist,

> wenn man die über andere Hausthiere vorhandenen Erfahrungen allein bei Beurtheilung

^ der Möglichkeit zu Grunde legt. Daß der Hund durch sein Leben unter den Menschen seit

Jahrtausenden, sowol im äußern Habitus als auch in Sitten sich weit von dem unbekann-ten Stammthiere entfernt haben müsse, kann nicht bezweifelt werden. Aus demselben Ver-hältnisse sind auch die Racen und Spielarten zu erklären, die bei keinem andern Hausthierein gleich auffälligem Maße sich entwickelt haben. Man hat vielfach versucht, diese systema-tisch zu ordnen, jedoch mit unzureichendem Erfolge, indem der allseitigen Übergänge zu vielesind und Individuen von völlig reiner Nace weit seltener Vorkommen, als man gemeinhinannimmt. Die auf den Schädelbau und andere osteologische Kennzeichen gegründete Ein-

> theilung Cuvier's hat für den gewöhnlichen Gebrauch zu viele Schwierigkeiten. Auf äu-ßern, leichtfaßlichen Kennzeichen beruht die Eintheilung in Spitze, Pudel, Bluthundeund Jagdhunde. Unter diese vier Abtheilungen bringt man gegen 70 deutlich verschie-dene Spielarten, zu welchen aber die ganz veränderlichen und charakterlosen Straßenhundegroßer Städte nicht gerechnet werden können. Sehr abweichende Varietäten sind unter an-dern der durch Nacktheit ausgezeichnete schwarze ägypt. Hund, der mit Schwimmhäuten-wischen den Zehen versehene neufundländ. Hund, der oben gan» schwarze, untenweiße Polarhund der Eskimos; der an Größe alle andern übertreffende und sehr selteneirläntz. Wolfshund; der überaus wilde neuholländ. Hund oder Dingo u.s.w. DerGebrauch des Hundes ist ebenso mannichfach, als die Völker verschieden sind, unter welchen«lebt; unter arktischen Völkern wird er als Zugthier benutzt, auf vielen Südseeinseln ge»

e °n».. Lex. Neunte Aufl. VII. 23