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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Humboldt (Friedr. Heim. Alex.)

günstigt, bestiegen sie mehre derselben bis zu früher nicht erreichten Hohen. AufdenChim-borasso gelangten sie am 23. Juni >802 bis zur Höhe von 19300 F., also um 3385 F.höher als Condamine im I. >745. Sie standen hier auf dem höchsten, je vorher von Men-schen erstiegenen Gipfel der Erde, und wurden durch eine tiefe Schlucht ander Erklimmungder äußersten, noch um 2 l 30 F. höhern Spitze gehindert. Carlos Montufar, der Sohn desMarquis von Selvalegre, ein für die Wissenschaften allein lebender junger Mann, der, wieviele der Bessern seines Volks, der später eingetrctenen Revolution als Opfer siel, schloßsich in Quito an die Reisenden an und begleitete sie fortan bis zum Schlüsse der langenWanderung durch Peru und Mexico. Über Loxa, Jaen de Bracomoros, Caxamarca unddie >2000 F. hohe Kette der Anden erreichten sie bei Truxillo die Küste des großen Oceans,und gingen durch die wasserarme Sandwüste von Niederperu bis Lima. Um nach Mexicozu gelangen, schifften sie sich im Jan. 1803 von Callao nach Guayaquil ein, und landetenam Schluffe einer zweiten ermüdenden Fahrt in Acapulco. Über Tasco und Cuernaracaerreichten sie im Apr. die Hauptstadt Mexicos, wo sie einige Monate verweilten und dannnach Süden gewendet Euanaxuato und Valladolid besuchten, die Provinz Mechoacandurchstreiften, nochmals die Küste des großen Oceans bei Jorullo berührten und über Tv-lucca nach Mexico zurückkehrten. Ein nochmaliger Aufenthalt in dieser damals sehr rei-chen und durch die Bildung der höhern Einwohnerclassen ausgezeichneten Stadt wurde zurOrdnung der reichen Sammlungen und Zusammenstellung der vielseitigen Beobachtun-gen verwendet. Im Jan. 1803 gingen die Reisenden auf der gewöhnlichen Straße nachVeracruz ab, entkamen glücklich dem damals ausgebrochenen Gelben Fieber, segelten nachHavana, wo sie nochmals zwei Monate verweilten, und von da nach Philadelphia, wo zweiMonate mit vergleichenden Untersuchungen verbracht wurden. Im Aug. 1803 landetenH. und sein treuer Begleiter Bonpland in Havre, an Sammlungen, besonders aber anBeobachtungen aus dem großen Gebiete der Naturwissenschaften, der Geographie, Stati-stik, Ethnographie, reicher als irgend ein früherer Reisender.

H. wählte Paris zum Aufenthalte, indem kein Ort des Continents damals einen gleichbedeutenden Schatz von wissenschaftlichen Hülfsmitteln darbot, keine ebenso viel große undthätige Forscher einschloß als jene Hauptstadt. Nachdem H. in Gesellschaft von Gay-Lussa c(s. d.) Italien, dann 1818 London besucht hatte, ließ er sich 1828 in Berlin niederund lebte daselbst in der unmittelbaren Umgebung des verstorbenen Königs, dem der Um-gang mit dem geistreichen H. fortan ein Bedürsniß blieb. Zum Wirklichen Geh. Rath er-nannt, erlangte er einen bedeutenden, aber stets nur für die edelsten Zwecke benutzten Ein-fluß und wurde mit mehren politischen Missionen betraut, die von der Art waren, daß manglaubte, ihren Zweck durch die gewinnende Persönlichkeit des gefeierten Gelehrten leichterzu erreichen als durch gewöhnliche diplomatische Unterhandlung. Ein früher entworfenerPlan, Indien zu bereisen, um eine Vergleichung zwischen den höchsten Gebirgen der Erde,den Anden und dem Himalaja anzustellen, kam nicht zur Ausführung, obgleich zuerst diestanz. Regierung Unterstützung versprach, und später der König von Preußen, zu Aachenim Nsv. 1818, eine jährliche Summe von 12000 Thlr. und eine wissenschaftliche Ausrü-stung anbot. Auf besonder» Wunsch und unter Begünstigung der russ. Regierung trat H.im Apr. 1829, begleitet von Ehrenberg (s. d.) und G. Rose, eine Reise nach Sibirienund dem Kaspischen See an. Die Reisenden legten in Zeit von einem Jahre 2132 geo-graphische Meilen zurück, gingen von Nowogorod auf der Wolga bis Kasan, zu Landeüber Perm nach Katharinenburg, Tobolsk, Barnaul, Schlangenberg und Zyrianski amsüdwestlichen Abhange des Altai, über Buchtarminsk bis an die chines. Grenze, dann zu-rück über Ust-Kamenogorsk, Semipalatinsk, Omsk, Tobol, den südlichen Ural, Orenburg,Tscherkask, Saratow, Sarepta, Astrachan, Moskau und Petersburg, welches am >3.Nov.>829 erreicht wurde. Abgesehen von häufig wiederholten Besuchen in Paris und kleinenweisen in Deutschland lebte H. seitdem in Berlin.

Wenden wir uns zur Darstellung der wissenschaftlichen Leistungen H.'s und des ebensoWßen als wohlthätigen Einflusses, welchen er während eines langen und höchst arbeitsamenGebens auf die Naturforschung ausgeübt hat, so stoßen wir auf einen hier kaum zu bewälti-MdenStoff. Die Thätigkeit der Naturforscher, zumal derReisenden unter ihnen, pflegt nach