3-lä Humboldt (Kriedr. Heinr. Alex.) ^
Sept. 1769 geboren, studirte in Göttingen und Frankfurt an der Oder, besuchte eintZeit lang die Handelsakademie Büsch's in Hamburg und verlebte hierauf, I7S<>—s>, ^ Iein Jahr auf der Bergakademie in Freiberg. Die ihm von der prcuß. Regierung NR ' >
gegebene Anstellung als Assessor im Bergwerksdepartement, welche später mit dem Avilt j
eines Oberbergmeisters in Baireuth vertauscht wurde, gab er >795 wieder auf, um einen i
Lebensweg einzuschlagen, auf welchem es ihm gelungen ist, das Außerordentlichste für die i
Wissenschaften zu leisten und sich einen unvergänglichen Namen zu bereiten. Von Jugend t
auf zur Naturforschung durch innern Genius getrieben, angeregt durch erfolgreiche kleinere f
Reisen, zumal aber durch den Umgang mit I. G. Förster (s. d.), den er > 79» auf einem 8
Ausfluge nach dem Niederrhein und Holland begleitet hatte, begann er nach einem Lande d
umzublicken, dessen natürlicher und wenig gekannter Neichthum dem fleißigen Forscher die u
Aussicht auf zahlreiche und wcrthvolle Entdeckungen eröffnen könnte. War auch die Wahl ! z
desselben nicht sogleich fest entschieden, so wurden doch seit >795 die wissenschaftlichen Vor- ! a
siudien mit großem Eifer begonnen und mehre Reisen zu diesem Zwecke unternommen. Um ^ c
vulkanische Bodenbildung zu studiren, ging H. 1795 mit Hafter nach Oberitalien; der n
Wunsch, thätigc Fcuerbcrge kennen zu lernen, sollte durch eine zweite im Nov. 1797 nach d
Neapel gerichtete und in Begleitung von L. von Buch (s. d.) angetretcne Reise Befried,- ^ l,
gung finden, jedoch zwangen die Kricgsercignisse schon in Wien zurAusgebung des Plans. ü
H. wendete sich nach Paris, wo ihm eine zuvorkommende Aufnahme von Seiten der de- T
rühmtesten Gelehrten wurde und bald ein freundschaftliches Verhältniß mit A. Bon- g
plant» (s. d.) entstand, welcher zum Naturforscher der Expedition des Capitain Bau- 8
din (s. d.) ernannt war. Schon war H. entschlossen, diese zu begleiten, als derausgt- ^brochene Krieg ihre Vertagung veranlaßte. ^ ?
Ein zweiter Plan, Nordafrika zu bereisen, wurde fast in dem Augenblicke, wo dü ^ -
Ausführung beginnen sollte, zum Glücke H.'s, der bereits mit Bonpland in Marseille auf -Schiffsgelegenheit wartete, durch Zeitereignisse durchkreuzt. Die Reisenden begaben sich - snach Spanien, wo H durch den sächs. Gesandten, Freiherrn von Forell, unterstützt, im Mai i1799 die sonst kaum gewährte Erlaubniß erhielt, das span. Amerika bereisen und jede Art kvon Nachforschungen frei vornehmen zu dürfen. Am 4. Juni segelten die Reisenden «ou j t
Coruna ab, vermieden glücklich die engl. Kreuzer und landeten am 19. Juni im Hafen vou , !
Santa-Cruz auf Teneriffa. Sic erstiegen den Pik und sammelten in wenig Tagen des Au- ^
fenthalts eine große Menge neuer Beobachtungen über die damals kaum gekannte natür- S
liehe Beschaffenheit der Insel. Ohne Unfall kreuzten sie den Ocean und bettaten am >6. 1 r
Juli zum ersten Male den Boden Amerikas bei Cumana. Achtzehn Monate verbrachten ^ s
sie auf einer Forschungsreise durch die Provinzen des jetzigen Freistaats Venezuela, ge- S
langten im Febr. 1899 nach Caracas, und verließen bei Puerto-Cabello von neuem die i
Seeküste, um nach Süden gewendet über die merkwürdigen Grassteppen von Calobozo den ?
Fluß Apure und durch diesen den Orinoco zu erreichen. Auf Jndianerkähnen drangen sie bis d
zum südlichsten Grenzposten der Spanier, dem kaum zwei Breitegrade vom Äquator ent- i f
fernten Fort San-Carlos am Niomegro vor, gelangten durch den Cassiquiare in den On- s i,
noco zurück, fuhrdn bis Angostura hinab und erreichten Cumana am Ende einer Reise, die ß
mehre hundert Meilen lang, nur durch unbewohnte Wildnisse geführt hatte. Sie schifften l >>
sich nach Havana ein, lebten dort einige Monate und eilten, einen Südseehafen zu erreichen, f u
als die falsche Nachricht sich verbreitete, Baudin, dem sie sich anzuschließen versprochen, S
werde an der Westküste Südamerikas erscheinen. Von Batabano an der Südküste Cubas ü
segelten sie im März 1891 nach Cartagena, um von da aus nach Panama zu gehen; allein ß
da die Jahreszeit die Ausführung dieses Plans verbot, fuhren sie den Magdalenenstrom v
hinauf bis Honda und wählten Bogota zum Wohnorte, um von da aus Streifzüge nach «
den merkwürdigsten Punkten der Umgegend zu unternehmen. Sie setzten im Sept. 18«>> >
trotz der eingetretenen Regenzeit die Reise nach Süden fort, indem sie die Cordillera de a
Quindiu kreuzten, das Thal des Cauca verfolgten und nach den größten Beschwerden vonCali aus über Almaguer und Pasto am 6. Jan. 1892 Quito erreichten. Acht Monate ver- > ggingen ihnen unter den umfassendsten Untersuchungen des schönen Hochthales von Quito Lund der Kette von gewaltigen Vulkanen, welche dasselbe umschließen. Von Umständen de- L