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7 (1846) Heim bis Juwelen
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scheu als solchen charakterisircnden ethischen und intellektuellen Eigenschaften. Als di, igriech. und lat. Sprache sich in die neuern verloren, und die Schätze des elastischen Alt«, jthumsaus dem wirklichen Leben in die Bibliotheken der Gelehrten übergingen, bliebensi,in den ersten Jahrhunderten nach der Völkerwanderung noch allein Anhalt und Musinder Bildung für Diejenigen, die sich über die Rohheit ihres Zeitalters erheben wollten.Wenn die Alten durch den Verkehr mit der Welt und philosophische Studien unmittelbarzu ihrer Bildung gelangten, so konnte es nun nicht ohne Vermittelung des Sprachstudium«geschehen. Der Schlüssel zu den Quellen der klassischen Bildung, die man für die einzigechte hielt, die Philologie, wurde nun Bedingung aller wissenschaftlichen Bildung, und dadie wissenschaftliche Bildung für den höchsten Grad der menschlichen galt, so glaubte ma»den Begriff der Humanität auf die Kenntnis der alten Sprachen nicht nur ausdehnen,sondern bisweilen sogar auf sie beschränken zu müssen. Daher nannte man die philologi- !scheu und die mit ihnen unmittelbar zusammenhängenden Studien vorzugsweise Huma-niora und das Erziehungsfystem, welches alle Bildung auf die Erlernung der alten Spra-chen baut, den Humanismus. Dieses System war seit der Wiederherstellung der Wis-. senschaften im Occidcnte das herrschende. Das im > '>. und l 6. Jahrh. neuangeregte Stu-dium der elastischen Literatur und Sprache wurde der Grund der neuern gelehrten Bil-dung, und die Humanisten, d. h. die Kenner und Lehrer dieses Studiums, blieben seit-dem bis in die letzte Hälfte des t 8. Jahrh. im ungestörten Besitze der Alleinherrschaft übndie gelehrte Welt. Daß aber der Zweck über den Mitteln oft aus den Augen gesetzt; dasdie Beschränkung des vielumfassenden Begriffs der Humanität auf den Gesichtskreis dcrPhilologie allmälig zur Gewohnheit und verderblich wurde; daß dcr philosophische Steif-sinn der Scholastiker mit allen feinen Kleinlichkeiten in den grammatischen und kritischender Humanisten überging; daß die Humanisten über den tobten Buchstaben den Geist derAlten verloren, und sich durch ihre Inhumanität, Anmaßung und Schroffheit nicht weni-ger berüchtigt als durch ihre Gelehrsamkeit berühmt, aber, versteinert in den Formen de« ^Alterthums, zur lebendigen Wirksamkeit auf das gegenwärtige Geschlecht und für die Be-dürfnisse desselben, die sie nicht kannten, untüchtig machten i das Alles waren Verirrungendes Humanismus, bei denen seine Humanität verdächtig und oft Gegenstand dcr Satirewerden mußte. In offene Fehde wider die Humanisten trat in der zweiten Hälfte des Ib.Jahrh. der Philanthropinismus (s. d.), dessen Wortführer, Bascdow (s. d.)undCampe (s. d.), und ihre Nachfolger, durch die Verdrängung des Lateinischen und Grie-chischen aus den Schulen der Nichtgelehrten der Menschheit einen Dienst zu leisten glaub-ten. Da jedoch die Philanthropen sich nicht ohne Grund deu Vorwurf dcr Übertreibung ,und Seichtigkeit in ihrer Bekämpfung des Humanismus zugezogcn hatten, so blieb die ;Mehrzahl der Gelehrten für das humanistische Studium, obgleich der Stoß, den dcr Hu-manismus in diesem Streite erlitt, an den Reformen der deutschen Schulen bcmerkiichwurde. Es kann zugegeben werden, daß Nichts, was zur harmonischen Ausbildung desMenschen dienen und ihn der ewigen Bestimmung seines Geistes näher führen kann ,(s. Bildung), von der Humanität, in dem Sinne, in welchem sie Herder (s.d.)in seinen ,Briefen zur Förderung der Humanität" auffaßte, und von dem pädagogischen Systeme 'des Humanismus, wie es Niethammer in seinemStreite des Humanismus und Philan- ^thropinismus" (Jena 1808) aufstellte, ausgeschlossen ist; ebenso wird Niemand leugnen,daß eine ausreichende Kcnntniß dcr sogenannten klassischen Sprachen für eine eigentlichgelehrte Bildung noch für Jahrhunderte unentbehrlich bleiben wird; aber die wichtige pä-dagogische Frage ist, ob der lange und mühselige Weg des Unterrichts in der lat. und griech-Sprache für die überwiegende Mehrzahl Derer, für deren spätern Beruf die Kcnntniß die-ser Sprachen entbehrlich ist, das ausschließende Mittel sei, sie der Wohlthaten einer wahr-haft bildenden Erziehung kheilhaftig zu machen. Eine große Anzahl Untcrrichtsanstalkenhat daher in neuerer Zeit angefan^en, die Kenntniß dieser Sprachen dcr Kcnntniß der Sachenunterzuordnen oder sie der letzter» gegenüber ganz fallen zu lassen; schlimm ist es nur, daßdabei öfter die Rücksicht auf den künftigen Nutzen und die Brauchbarkeit für das Leben alsdie auf die Bedingungen eines wahrhaft erziehenden Unterrichts den Ausschlag gegeben hat.

Human« (Jean Georges), franz. Finanzminister 183238 und > 8-10 -42, geb.

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