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7 (1846) Heim bis Juwelen
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341
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Human Humanität 341

wirkte. Im I. I79l kam er zum ersten Mal nach Paris, wo er namentlich auch dieBibliothekare von Saint-Leger, Van Praet und Leblond kennen lernte. Nach der Erobe-rung der Niederlande durch Dumouriez wurde er >792 unter die sechzig Repräsentan-ten von Gent ausgenommen und noch in demselben Jahre zum Director der Zeichen-akademie erwählt. Bei dem zweiten Eindringen der Franzosen in die Niederlande imZ. 1794 wurde er mit 47 Landsleuten als Geisel nach Paris abgeführt, wo er jedochin Folge der Ereignisse des 9. Thermidor sich einige Monate frei bewegen durfte, wäh-rend welcher Zeit er besonders die Normalschule, sowie die Schähe der Nationalbibliothekkennen lernte. Dabei sammelte er für seine Bibliothek und brachte, als er im Mai 17 95zurückkehren durfte, sechs Bücherkisten nach Gent mit zurück, wo er nun mit großemEifer dahin wirkte, die vaterländischen Denkmäler der Kunst der Zerstörung des franz.Bandalismus zu entziehen Als das Gesetz vom 3. Brumaire des I. IV die Errichtungeiner Centralschule und einer Bibliothek in jedem Departement gebot, sammelte er dieSchätze der aufgelösten Klöster und vereinigte sie in einem Kunstmuseum und einer öffent-lichen Bibliothek. Im I. >797 wurde er Deputirter des Schuldepartements beim Rathder Fünfhundert und zugleich Jnspector der Nationaldruckerei zu Paris. Nach aber- .maligem zweijährigen Aufenthalte in seiner Vaterstadt (>8902), wo er als Bibliothekarund Mitglied des Departementsraths thätig war, wurde er ohne alle Bewerbung von sei-ner Seite Mitglied des Tribunals und blieb es bis zu dessen Aufhebung im I. >808.Glänzend war seine politische und literarische Thätigkeit sowol in dieser Eigenschaft alsauch später als Rector der Rechtsakademie zu Brüssel (>8»9>3), als Gründer derbrüffeler Snciöte ckos bouux-srts (I8l l), als Gresfier der Abgeordnetenkammer (1815

>7) und als beständiger Secretair der neuerrichteten brüffeler Akademie der Wissen-schaften, und wenn er sich weniger als Bibliothekar der Stadt Brüssel und Aufseher derManuscriptensammlung der Herzoge von Burgund verdient machte, woran ihm seine son-stigen vielen Beschäftigungen hinderlich waren, so war seine Wirksamkeit desto bedeutenderals Curator der Universität zu Gent und als Mitglied der zweiten Kammer der General-siaaten- Die nach der Schlacht bei Waterloo auf ihn gefallene Wahl als Mitglied derCommission zur Rückfederung der nach Paris abgeführten Schätze lehnte er aus Rücksich-ten ab. Seine schriftstellerische Thätigkeit beschränkte sich auf historische und staatswirth-schastliche Abhandlungen von Zeit- und Localintercsse. In dem Streite über die Ansprücheder Holländer auf die Ehre der Erfindung der Buchdruckerkunst nahm er gegen dieselbenPartei. Einen Namen erwarb sich H. nicht blos als Bücherkenner, sondern auch als Bü-chersammler. Seine mit Umsicht und Kenntniß von frühester Jugend an gesammelte Bi-

- bliottzek, deren von Voisin redigirter Katalog unter dem Titelvibliotllec.» Hultbemisn»"ss> Bde., Gent 183»37) erschien, belief sich bei seinem Tode auf 6499» Bände, und dieManuskripte enthielten >»>6 Nummern, letztere größtentheils auf Belgiens politische,Kirchen- und Literaturgeschichte sich beziehend. Sie wurde >837 von der belg. Negierungfür den Preis von 27949» Francs angekanft und bildet den Kern der >839 erössnetenNationalbibliothek in Brüssel.

Human, ein Städtchen im russ. Gouvernement Kiew mit 399» E., ist dadurch denk-würdig geworden, daß es, als 1765 eine allgemeine Empörung derKosacken in der Ukrainegegen ihre poln. Herren ausbrach, von den Kosackenhäuptlingen Gonta und Zelezniak er-siürmt wurde, worauf man die Bewohner nebst vielen Flüchtlingen aus der Umgegend,vielleicht an >59»» Menschen, auf die schrecklichste Weise ermordete.

Humanität, d. i. Menschlichkeit, bezeichnet im weitern Sinne Das, was den Men-schen den Charakter der Menschheit gibt, im Gegensätze der Bestialität oder Brutalität,d i. Thierheit. Schon Cicero verbindet mit dem Grundbegriffe die Nebenvorstellungen von^utseligkeit, Menschenfreundlichkeit, Feinheit und Artigkeit im Betragen, und weil diesemgcnschasten nur durch eine der Bestimmung des menschlichen Geistes angemessene Bil-dung erlangt werden können, knüpft er an den Begriff der Humanität den Besitz aller derKniage», Kenntnisse und Fertigkeiten, welche Anspruch auf Bildung geben, und vorzugs-weise dem Menschen angehören, der durch menschliche Bildung sich eigenthümlich ent-wickelt. Die Humanität besteht demnach in der harmonischen Ausbildung der den Men-