Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
337
Einzelbild herunterladen
 

Hugo Capet Hühnerauge 337

vielgelesene „Geschichte des Kaisers Napoleon" (deutsch, 10 Bde., Stuttg. 1839,'und inEinem Bande, -1. Auff., Stuttg. 1849) bekannt gemacht.

Hugo Capet, s. Capetinger.

Hugtenburgh (Jan van), oder Huchtenburg, ein ausgezeichneter Schlachtenm'a-lcr, geb zuHarlcm 1646, hatte in Rom seinen frühverstorbenen Bruder Jak. van H. unddann in Paris van der Meulen zu Lehrern; seine Hauptmuster aber waren die Werke Phil.Wouverman's. Prinz Eugen von Savoyen ließ von ihm seine 1708 und 1,709 mit demHerzog von Marlborough gelieferten Schlachten malen, die auch in einem Kupferwerke(Haag 1725, Fol.) erschienen. Im I. 1711 ging H. an den Hof des Kurfürsten von derPfalz, wo er Mehres arbeitete und in großen Ehren stand. Sein Ereisenalter brachte ermeist im Haag zu und starb zu Amsterdam 1733. Er übertraf van derMeulen und nähertsich Wouverman in Zartheit der Behandlung und Lebendigkeit der Darstellung, ja selbst inder Luftperspective. Seine Charakteristik der verschiedenen Leidenschaften, Individuen undVölker erregte mit Recht die Bewunderung der Zeitgenossen. Auch seine radirten Blätterund Kupferstiche haben vieles Verdienst.

Huhn. Die gewöhnlichen Haushühner stammen wahrscheinlich von dem Bankiva,einer Hühnerart, die in den Wäldern von Java wild vorkommt, von dem franz. ReisendenLeschenault entdeckt wurde, gegenwärtig aber in den meisten ornithologischen Sammlun-gen sich findet; wenigstens ist die Ähnlichkeit zwischen dem Männchen der wilden Art undeinem gewöhnlichen goldbraunen Haushahne sehr groß. Man vermuthet, daß zu des Kö-nigs Salomo Zeiten, wo der Handel mit Indien durch das Rothe Meer zuerst lebhaftbetriebst, wurde, auch jenes nützliche Thier nachPalästina gekommen sein möge und von dasich über Europa verbreitet habe. Gegenwärtig findet man das Haushuhn, mit Aus-nahme der kältesten Länder, fast über alle bewohnten Erdgegenden verbreitet. Wie alle derCultur seit unvordenklichen Zeiten unterworfenen Hausthiere, ist auch das Haushuhn insehr zahlreiche Varietäten zerfallen, unter welchen der Sarsevese oder Paduahahn, von achtbis zehn Pf. Schwere, den man nur im Venetianischen in wenigen Dörfern antrifft; der g e-haubte Hahn; der Bantom oder türk. Hahn; das Zwerghuhn und das mit schwar-zer Haut und schwarzen Kielen versehene Negerhuhn die merkwürdigsten sind. Unterdem Hausgeflügel sind Hühner die nützlichsten, indem sie sich schnell vermehren und keinesehr sorgfältige Pflege erfodern; doch sind sie verschiedenen Krankheiten unterworfen. DerHahn wird mit dem vierten Monate fähig zur Begattung und bleibt gegen drei Jahre involler Kraft; durch Castration entsteht aus ihm der Kapaun. Die Fruchtbarkeit derHen-nen ist je nach der Nace verschieden; gute Leghennen bringen aller zwei Tage ein Ei. DieZeit des Lcgens beginnt im Mittlern Europa im Febr. und dauert, wenn man der Hennedas Brüten nicht gestattet, bis in den Sept., wo die Mauser eintritt; durch künstliche Mit-tel kann man indeß dieHennc, die häufig auch ohnevorgängigeVerbindung mit dem HahneEier (sogenannte Windeier) legt, dahin bringen, im Legen ununterbrochen fortzufahren,wodurch sie sich indeß frühzeitig erschöpft. Da die Hühnerzucht im Großen, zumal in derNähe volkreicher Hauptstädte, ein einträgliches Geschäft ist,„so hat man in neuern Zeitenmehrmals, jedoch ohne genügenden Erfolg, die von den alten Ägyptern erfundene und nochjetzt im Nildclta geübte künstliche Ausbreitung der Eier nachzuahmen versucht. (S. Brü-ten.) Für das Studium der Entwickelungsgeschichte ist diese letztere von großem Interesse;die Ausbildung des jungen Vogels ist genau verfolgt und abgebildet worden von Pander inden „Beiträgen zur Entwickelungsgeschichte des Hühnchens im Ei" (Würzb. 1817, Fol.).Hühnen, s. Hünen.

Hühnerauge, Krähen au ge oder Leichdorn (davus s. Kelos) nennt man die Ver-härtung einer Hautstelle, welche sich auch manchmal auf den darunter liegenden Zellstofffortsetzt und so eine Art Wurzel bildet. Das Hühnerauge entsteht stets durch einen anhal-tenden Druck auf eine bestimmte Hautstelle, besonders wenn zwischen dieser und dem dar-unter liegenden Knochen nur ein schwaches Polster von Fett oder Fleisch sich befindet; da-her erscheint es am häufigsten an den Füßen bei Personen, welche enge Fußbekleidung tra-gen, selten an andern Körperstellen, z. B. am obern Rande des Hüftknochens durch denConv.-Sex. Neunte Aufl. VH. 22