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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
336
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I36 Hugo (Victor Maria)

tischen Inhalts waren, finden sich zum Theilin seinemI-itterature et plülosoplüe melöe^

(2 Bde., Par. 1834) gesammelt. Alle diese Produkte tragen das Gepräge einer katholisch,mittelalterlichen, romantischen Weltanschauung, welche der herrschenden Macht im hohenGrade zusagte. Daher wurde H. auch von Ludwig XVIIl. und dessen Nachfolger mit El,-ren überhäuft, wie er denn schon 1822 eine Pension erhielt. Erst als Chateaubriand, beiH.'s Entwickelung mit besonderm Interesse verfolgte, zur Opposition übcrtrat, sagte aucher sich von seiner streng royalistischen Richtung los. Als er nun sogar Napoleon, den He-roen des liberalen Frankreichs, in einigen feurigen Oden zum Gegenstände seiner Musemachte, da gewann sein Name einen immer schöner» Klang beim Volke. Um diese Zeit ,hatten sich die modernen dem christlich-germanischen Boden entsprossenen Ideen auch i»Frankreich so weit entwickelt, daß sie zum Durchbruch kommen mußten. H. und einigeähnlich gestimmte Geister bemächtigten sich der Richtung der Zeit und entfalteten die Fahneder neuen,romantischen Schule. (S. Französische Literatur.) Diese Stellung a!§Parteihaupt hat bei der empfindlichen Dichtereitelkeit, welche H. cigenthümlich ist, aufseine Entwickelung als Dichter höchst verderblich cingewirkt, indem sie ihn zu Extremen undExtravaganzen trieb, welche manche seiner Gestaltungen, besonders im Drama, zu wah-ren Zerrbildern gemacht haben. Unbedingt am höchsten stehen seine lyrischen Dichtungen, >obgleich auch hier und da, neben manchen wundervollen Tönen, sich Dissonanzen finden. ^Besonders verleitete den Dichter seine unübertroffene Meisterschaft als Sprachkünsiler, diesich in seinenOrientales" (Par. 1829) am großartigsten kundlhat, zu willkürlichen Kün<steleien, die häufig eine innere Leere zeigen. So seineOlmnts üu crei»>scuIe"(Par. I8Z5)und vorzüglich seineVoix illterienres". Reiner und inniger sind seineKenilles ä'au-loinne" (Par. 1831), in denen ihm zuweilen seine Vaterliebe die reinsten lyrischen Klängeeingibt. Unverholener noch als in seiner Lyrik zeigt sich das Streben nach Manier, druckdie er sich um jeden Preis zum Haupt der Romantiker stempeln wollte, in seinen Dramen. ^Hier wird das Haschen nach dem Gemachten, Gezwungenen und Ungewöhnlichen zuweilenwahrhaft unerträglich. H. wollte die Fesseln der klassischen Schule sprengen, vor dem 'Nichterstuhl nur die Form galt. Dadurch glaubte er der Idee ihre Geltung wiederzuewn-gen, die in den Äußerlichkeiten Jener verloren gegangen war. Aber indem er die willkür-lichen Regeln einer misverstandenen Poetik vernichtete, sehte er sich auch über die ewige»,unwandelbaren Gesetze hinweg, welche jedem Kunstwerke zu Grunde liegen müssen. Stattgoldene Früchte in silbernen Sckalen zu reichen, warf er dem Publicum seine Gaben.inSGesicht und sprach nicht allein den Federungen der Wahrscheinlichkeit, der Natürlichkeit,der Formschönheit, sondern nicht selten selbst denen des gesunden Geschmacks Hohn. Nurwo der Dichter in seinen Dramen lyrisch wird, erkennt man sein reiches Talent; aber da- ^durck ist gerade der Stab über seine dramatischen Leistungen gebrochen. Die Galerie sei-

ner Bühnenstücke begann mitOromrvell" (1827). Hierauf folgtenHernsni" (I82S),illsrion Oelorme" (1829), roi s'smuse" (I 832),Imcrece Uorgür"(I833),blu-rie1'u<1or"(I833),^n^elo" (1835),Iiii)-Ligs"(1839) lind1^esLur§Frrrves"(l 812).Am weitesten hat H. sich inXugelo" und in denRurggravvs" verirrt, welches letzt!«Stück deshalb auch mit Recht eine sehr ungünstige Aufnahme fand. Unter seinen Leistun-gen auf dem Gebiete des Romans hat das vielbesprochene Werkidlotre-vame äe k»r>s" ,(3 Bde-, Par. 1831) ungeachtet bedeutender Misgriffe die größte Bedeutung. In seine» kübrigen Romanen8sn ck'lsisncke" (3 Bde., Par. 1823 ),Lux 3srAsI" (Par. >826),und der psychologischen SkizzeI^e llermer jour ll'iin cnnllsmue" (Par. 1829) überwiegt,bei allen gelungenen Einzelnheitcn, doch zu sehr das Gemachte und Forcirte. Seine Briestvom RheinI^v Lbm" (Par. 1812) enthalten nur da, wo er sich in den mannichfaluge»Windungen der mittelalterlichen Architektur ergehen kann, einzelnes Schöne; sonst find ßeUnbedeutend und da, wo der Dichter sich zum Politiker machen will, streifen sie geradezuans Lächerliche. SeineOeuvres" sind in zahllosen Ausgaben erschienen. Von den mehr-fachen Übersetzungen seiner Werke ins Deutsche exwähnen wir nur die von Mehren bear-beiteten ÜbersetzungenSämmtlichex Werke" (19 Bde., Franks. 1835 12 ,und 25 Bde.,Sturtg. 183913). Von seinen Brüdern hat sich der älteste, Abel H-, durch er»