Hugo (Gust.)
Hugo (Victor Maria)
1833—36); in der Bearbeitung Seb. Brandts (Franks. 15-16) ist das Gedicht mit gro-ßer Willkür umgestaltet.
Hugo (Gust.), einer der berühmtesten Lehrer des röm. Rechts in der neuesten Zeit,geb. zu Lörrach im Badischen am 23. Nov. 1763, erhielt seine akademische Vorbildung zuMontbelliard und zu Karlsruhe, studirte 1782—85 zu Güttingen neben derJurispruden;mit großer Liebe Philosophie und Geschichte und wurde 1786 Lehrer des Erbprinzen Leo-pold Friedrich Frau; von Dessau. Seinen Nus begründete er durch die Ausgabe der„bü'axment.'l" des Ulpian (Gott. 1788). Im I. 1788 wurde er in Güttingen außeror-dentlicher, 1792 ordentlicher Professorder Rechte, erhielt später den Titel eines Geh. Ju-stizraths und starb daselbst am > li.Scpt. 1833. Er war einer der Ersten, die nach Leibnitz'sund Püttcr's Vorschläge das heutige röm. Recht nicht nach der Titelfolge, wie es damalsnoch auf den meisten Universitäten Sitte war, vortrugen, die Nechtsgeschichte »ach Zeit-räumen darstclltcn und die Philosophie des positiven Rechts in den civilistischen Lehrcursusaufnahmen. Ihm, Haubold und Savigny dankt das röm. Recht seine tiefere Ausbildung.Sein durch Scharfsinn, Forschung und Gelehrsamkeit gleich ausgezeichnetes Hauptwerkist das „Lehrbuch des civilistischen Cursus", welches sieben Bände unter nachfolgenden Ti-teln umfaßt: >) das „Lehrbuch der juristischen Encyklopädie" (Berl- 1811; 8.Aufl., >835);2) „Lehrbuch des Naturrechts, als einer Philosophie des positiven Rechts" (Berl. 1869;l.Aufl., 1819); 3) „Lehrbuch der Geschichte des röm. Rechts bis auf Justinian" (Berl.1816 ; II. Aust., >832); 3) „Lehrbuch des heutigen röm. Rechts" (Berl. 1816; 7. Aust.,1826 ); 5) „Chrestomathie von Beweisstellen für das heutige röm. Recht" (Berl. 1867;nebst „Zusätzen", Gott. >812; 3. Aust., 1826); 6) „Lehrbuch der Geschichte des Rechtsseit Justinian" (Berl. 1812; 3. Aust., 1836) und 7) „Lehrbuch der Digesten" (Berl.1822; 2. Aust., 1828). Daran schließt sich sein in den ersten Bänden wiederholt neu auf-gelegtes „Civilistisches Magazin" (6 Bde., Berl. >813—37), welches treffliche literarisch-kritische Beiträge zur röm. Nechtsgeschichte und andern Fächern enthält. Eine Beilage zujenen wie zu diesem bilden seine „Beiträge zur civilistischen Vücherkenntniß der letzten 36Jahre" (2 Bde., Berl. 1828—29), enthaltend seine Arbeiten für die „Göttinger gelehr-ten Anzeigen" u. s. w., denen nach seinem Tode ein dritter Band folgte (Berl. 1835).
Hugo (Victor Maria), einer der hervorragendsten und einflußreichsten Dichterdes modernen Frankreichs, geb. am26. Febr. >862 zu Besancon, wo sein Vater, welcherspäyr in den Eraftnstand erhoben und zum General ernannt wurde, als Oberst in Garni-son stand. Seine Mutter, aus der Vendce gebürtig, verlieh ihm ihre glühende, romantischeNatur mit royalistischer Färbung, die ihn früh seinem Vater, dessen Ideal Napoleon war,entfremdete. Die Jugendzeit H.'s war vielbewegt; die drei ersten Jahre seines Lebensbrachte er auf der Insel Elba zu; dann war er bis 1867 in Paris, hierauf in Unteritalicnbei seinem Vater, welcher Statthalter der Provinz Avellino geworden war und sich mit denBanden des berüchtigten Fra Diavolo herumschlug. Von 1869 —11 wohnte er wiedermit der Mutter in Paris, dann kam er nach Spanien, wo sein Vater Majordomus desKönigs Joseph und Gouverneur zweier Provinzen wurde. Im I. 1812 kehrte er mit derMutter nach Paris zurück und besuchte hierauf mit seinen Brüdern bis 1818 das CollegeI-0IN5 le gr»n<1. Durch einige frühreife poetische Productionen erlangte er die Palme desliterarischen Ruhmes. Sein erster literarischer Versuch war ein classischcs Trauerspiel, wel-ches unvollendet blieb. In seinem l 5. Jahre überreichte er der Akademie ein Gedicht „8»>-lez avantagez (Io l'Ltude", durch welches er den Sieg über seine Mitbewerber davvngetra-ge» haben würde, wenn die Commission der Akademie in einer Anspielung, welche derDich-lcr sich auf seine Jugend erlaubte, nicht eine Mystisication gefunden hätte. Ähnlich ergingihm mit der Akademie der äenx ünraux zu Toulouse, die endlich seine drei Odenwlublisseinent <Ie In statue <ls Henri IV"; „I.es viertes <Ie Verdun" und „Nm'ze rnr>e M" krönte und ihn selbst 1820 zum maitre des je»x lloraux ernannte. Diese und ähn-liche Dichtungen, welche H. in der ersten Sammlung seiner „Ödes" (Par. 1821) und insiinen „vallades" (Par. 1823) zusammenstellte, erwarben ihm die Gunst des Publicumsm> hohen Grade. Er entfaltete nun im „(lonservateur litte'raire" eine umfassende litera-ujche Thätigkeit. Die Aufsätze, welche er in diesem Journale niederlegte und die meist kri-