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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Hugenotten 333

genossen entblößten Nocheller einen Äesicg, dem am 5. Febr. 1626 unter Englands Ver-mittelung ein Friede folgte. Die Rochcller mußten das königliche Fort Louis, um das cSsich besonders handelte, dulden, den Katholiken in ihren Mauern freien Gottesdienst ge-statten und durften fortan keine Kriegsschiffe mehr halten. Bald merkten jedoch die No-cheller, daß sich Richelieu insgeheim zu ihrer völligen Unterwerfung rüstete. ' Sie batenKarl 1. von England um Schutz und Unterstützung, und dieser sendete ihnen im Juli > 627unter dem Befehle des Herzogs von B u ckin gh am (s. d.) eine Flotte von 100 Schiffenmit 1666» M. Die Unfähigkeit des Herzogs, der Mangel an tüchtigen Führern überhaupt,endlich dieFurcht der übrigen Protestanten vor einem allgemeinen Kriege, lähmten jedoch dasUnternehmen. Der Herzog von Nohan war zu schwach, um aus Languedoc hervorzubre-chen. Am l 0. Aug. wurde die berühmte Belagerung von Nochelle in Gegenwart des Kö-nigs und des Cardinals eröffnet. Nachdem die Engländer am 8. Nov. von der Insel Nevertrieben, ließ Richelieu die Stadt auch von der Seeseite durch einen mit unermeßlichenKosten ins Meer gebauten Damm einschließcn. Die Belagerten vertheidigten sich zwartapfer, litten aber bald den furchtbarsten Mangel. Im Mai 1628 erschien unter dem Gra-fen Deübigh eine engl. Flotte, die nach einigen Tagen wieder absegeln mußte; die 130Segel starke Expedition unter dem unfähigen Grafen Lindsey im Sept. konnte ebenso-wenig ausrickten. Die Nvth zwang endlich am 28. Oct. 1628 die Nocheller zur Unter-werfung. Von 2-1000 waren noch -1000 mit dem Hungertode ringende Einwohner übrig,die völlige Amnestie erhielten. Die Stadt hingegen verlor ihre Privilegien und ihre Fe-stungswerke. NochhatteNohanvielewichtigcPläße, wieNismes, Montauban nnd Castres,inne; auch er mußte sich in einem Vertrage am 27. Juni 1629 zu Alais auf gleiche Be-dingungen unterwerfen. Die aller Sicherheitsplätze beraubten, mithin wehrlosen Prote-stanten hingen nun ganz von der Willkür des Hofs ab, der jedoch ihre Gewissensfreiheitnicht beeinträchtigte. Erst als Ludwig XIV. in seinen später» Jahren sich zur Frömme-lei neigte, ließ er sich durch die Frau von Maintenon und den Beichtvater Lachaise zurVerfolgung der Protestanten verleiten. Allmälig entzog er ihnen die bürgerliche Rechts-gleichheit, und nach Colbert's Tode, 1683, begann er mit dem Kanzler Letellier ihre Ver-tilgung. Truppenabtheilungen mit wüthcnden Mönchen in ihrem Gefolge durchzogennun die südlichen Provinzen, zwangen die Einwohner zur Verleugnung ihres Glaubens,rissen die Kirchen nieder und ermordeten die Prediger. Hunderttausende von Protestan-ten flohen nach der Schweiz, den Niederlanden, England, Deutschland, wo sie mit of-fenen Armen empfangen wurden. Vergebens suchte Louvois durch Besetzung der Gren-zen dieser Auswanderung Einhalt zu thun. Viele nahmen den Katholicismus zumSchein an, wurden aber bei der geringsten Äußerung des Rückfalls hingerichtet. Am 23Oct. 168» hob zuletzt Ludwig, nachdem er die Ketzer vernichtet glaubte, das Edict vonNantes auf. Vgl. Rulhicre,Lclriireissements distorigiies sur les csuses cle In revoca-tion de I'eciit ils iXantos" (2 Bde., Par. 1788). Hiermit begann eine neue Flucht und zugleich eine noch furchtbarere Verfolgung der Protestanten. Ihre Ehen wurden für nichtigerklärt, ihre Kinder der Erbfolge beraubt und mit Gewalt in die Klöster gesperrt, ihre Pre-diger ohne Unterschied hingerichtet. Aus der Gegend von NismeS, wo sie immer noch sehrzahlreich waren, warfen sich Tausende in das Cevennengebirge und übten hier ihren Gottes-dienstim Verborgenen. Gegen diese wurde 1702 der sogenannte Cevennenkrieg (s.d.)eröffnet, der unter großen Opfern und Greueln bis > 706 dauerte. DerHof, durch den span.Erbfolgckrieg gedrängt, gab endlich die Verfolgung auf, bewilligte Amnestie und störte dieProtestanten nicht mehr in der heimlichen Ausübung ihres Gottesdienstes. Frankreich hattemehr als eine Million seiner fleißigsten, wohlhabendsten und geschicktesten Bürger verloren;gegen zwei Millionen waren trotz der Verfolgung ihrem Glauben treu geblieben.

Die Ruhe, deren sich die Protestanten nun länger als ein Jahrzehend erfreuten, be-förderte ihren Anwuchs und ihr Hervortreten, besonders in der Provence und Dauphine,aufs neue. Im I. 1723 erließ daher Ludwig XV. auf Antrieb der Jesuiten gegen die Pro-üstanten ein hartes Edict. Sie mußten wieder ihren Glauben verleugnen und den Eottes-dunst aus den Häusern in wüste Gegenden verlegen; allein die Blutbefehle widerstrittenschon dem Zeitgesste und fanden bei den Behörden und dem Volke wenig Anklang. Ein

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