332 Hugenotten >
Besitz seiner Krone zu gelangen, im Juli 1593 zur katholischen Kirche trat, dabei aber nicht jwagte, die Rechte seiner frühcrn Glaubensgenossen sogleich gesetzlich festzustellen, hielten ^sich die Protestanten im Ernst verrathen; sie entzogen dem Könige ihre Hülfe und dachten 'an die Wahl eines neuen Hauptes. Endlich Unterzeichnete Heinrich, nachdem er die Liguegebrochen, während der Friedensunterhandlung mit Spanien, am 13. Apr. >589 das be-rühmte Edict von Nantes, das in 91 öffentlichen und 51 geheimen Artikeln die Rechte derProtestanten politisch sicherte und erweiterte. Dieselben erhielten freie Religionsübung,mit Ausnahme einigerStädte, wieNheims und Soiffons, wo besondere Verträge entgegen-standen; auch durften sie fortan Synoden und überhaupt Versammlungen, selbst unterZuziehung auswärtiger Protestanten, halten. Der Staat gewährte jährlich die Summevon ungefähr 35900 Thlr. zur Unterhaltung ihrer Geistlichkeit; ihre Söhne konntengleich den Katholiken aufsranz. Schulen studiren, ihre Kranken und Armen in den öffentlichenAnstalten ausgenommen werden. Ebenso wurde den Protestanten der Zutritt zu allen Äm-tern und Würden und die Besetzung der bei den Parlamenten schon früher zur Schlichtungder Parteihändel errichteten Tribunale (ULambres mi-parties) zur Hälfte gestattet. DieSichcrheitsplähe endlich sollten sie noch acht Jahre behalten. Die Katholiken fanden desEdict so anstößig, daß es das Parlament erst am 25. Febr. 1599 bestätigte. Vgl. Bcnvik,„Hwtoire de I'edit de buntes" (2 Bde., Delft 1693).
Unter Heinrich IV., dessen Minister Su lly (s. d.) selbst der Reformation angehörtc,lebten nun die Protestanten ohne Kränkung. Als sich jedoch Maria de' Medici die Ge-mahlin Hcinrich's IV., während der Minderjährigkeit Ludwig's XIII. der Negierung be-mächtigte, erweckte die Unabhängigkeit, deren sich die Protestanten vermöge des Ediktserfreuten, den Haß und die Furcht des.nach Absolutismus strebenden Hofs. Zwar be-schwor der König 1613 das Edict von Nantes; die Heirathsbündnisse mit dem span.Hofe aber steigerten die Besorgnisse der Protestanten in dem Grade, daß sie endlich imNov. 1615, wiewol gegen den Rath du Plessis Morn ay's ff. d.), Lcsdiguieres'und an-derer Einsichtsvollen, mit dem im Aufruhr begriffenen Prinzen Heinrich II. Conde ls.d.)gemeinschaftliche Sache machten. Obschön sie nochmals im Vertrage zu Loudun, am3. Mai 1616, die Freiheit des Cultus bestätigt erhielten, wartete doch nur der Hof auf dieGelegenheit, wenigstens ihre politische Stellung zu brechen. Schon im Juni 1617 befahlder schwache und bigotte König durch ein Edict die Unterdrückung der protestantischen Kircheund der politischen Privilegien der Landschaft Bearn. Die Kanzlei zu Pau verweigert!die Einregistrirung des Edicts, und die Sache blieb liegen. Auf Anstiften der Jesuiten unddes Eünstlings de Luynes, der sich auf leichte Weise das Connetableschwert verdienen wollte,fetzte endlich der König in Person 1620 das Edict durch Waffengewalt in Vollzug; dieprotestantischen Kirchen wurden niedergelassen, die geistlichen Güter confiscirt, der Kathv-licismus cingeführt und die Provinz der Krone cinverleibt. Die Protestanten erklärte»den Gewaltstreich für eine Verletzung des Edicts von Nantes und hielten zu Nochelle eineVersammlung, die der Hof als aufrührerisch verbot. Dessenungeachtet gaben dieProtestau- .ten, an deren Spitze jetzt die beiden Brüder, der Herzog von Rohan (s. d.) und der Prin;Soubise (s. d.) standen, nicht nach, und der Hof eröffnete im Mai >621 den Krieg. ,Rohan wurde von seinen Glaubensgenossen indessen lau unterstützt; allmälig fielen alle "protestantischen Städte durch Gewalt, List und Bestechung in die Hände des Königs. End-lich nach der Capitulation von Montpellier, am2l.Oct. 1622, erfolgte ein allgemeinerFriede, in welchem den Protestanten das Edict von Nantes bestätigt, das Recht zur Abhal-tung von Versammlungen aber genommen wurde. Der Hof hielt die nähern Bedingungendes Vertrags so wenig, daß die Protestanten die Verwickelungen der Negierung in Italienbenutzten und zu Anfang von >625 wieder zu den Waffen griffen. Soubisc überwältigtemit einer von der Stadt Rochelle ausgerüsteten Flotte die allerdings schwache königlicheMarine mehrmals. Der Cardinal Richelicu (s. d.), der jetzt das.Staaksruder führte,mußte sogar den Frieden.anbieten, der diesmal, und gerade mit Unrecht, zurückgewiesenwurde. Der Cardinal beschloß daher die Eroberung Rochelle's, des wichtigsten Bollwerksder Protestanten. Nachdem er aus geliehenen engl, und nicderländ. Schiffen eine See-macht gebildet, erfocht Montmoren cy (s.d.) im Sept. 1625 über die von allen Bundes-