330 Hugenotten !
während nach Freiheit und Leben. Die beiden Häupter und Stützen der protestantische,,Sache faßten endlich den Entschluß, sich auf den 29. Scpt. >567 des Königs zu Mo»,ceaux zu bemächtigen. Der Hof floh jedoch nach Paris, das Condc einen Monat einschloß.Am 10. Nov. kam es zwischen dem Prinzen und dem Connctablc Montmorency (s. d.)bei Saint-Dcnis zur Schlacht, wobei sich 2700 Protestanten gegen den siebenmal stärker»Feind aufs heldenmüthigste schlugen. Condc zog hierauf nach Lothringen, vereinigte sichmit einem l OOOO M. starken Hülfscorps, das ihm der kurpfälzische Prinz Johann Kasi-mir aus Deutschland zuführte, und bedrohte sogar Paris. Katharina schloß daher den Frie-den zu Longjumeau am 27. März 1568, der den Vertrag von Amboisc wiederherstelltc.Dessenungeachtet fuhr sie fort, die Protestanten zu verfolgen; 3000 wurden unter derHand ermordet oder hingerichtet; Condc und Coligny konnten sich kaum der Anschläge er-wehren. Beide flohen deshalb nach Nochcllc, wo auch die Königin Johanna von Na-varra mit ihrem fünfzehnjährige» Sohne, dem später» Könige Heinrich! V. (s. d.) von ,Frankreich, cintraf. Nachdem sich die Protestanten aus Deutschland durch Mannschaft,aus England durch Geld und Geschütz verstärkt, begannen sic den dritten Rcligionskiicg.Am 13. März >560 verloren sic aber gegen den Herzog von Anjou, den nachherigen Kö-nig Heinrich III. (s. d.), bei Jarnac eine heiße Schlacht, wobei auch Condc durch Meu-chelmord siel. Mit dem Verluste dieses Hauptes siel den Protestanten, die bisher Gut undBlut geopfert, der Muth. Die Königin von Navarra suchte ihre Glaubensgenossen aufeiner Versammlung zu Cognac in einer feurigen Rede wieder aufzurichkcn und stellte ihrerSohn als das Haupt der protestantischen Sache auf, dem man auch ohne Widerrede denTreueid leistete. Coligny hingegen übernahm die Leitung des Kampfes. Nachdem er sicham 15.Juni 1569 mit einem Corps von I >000 Deutschen, das ihm der Herzog Wolfgaugvon Zweibrückcn, und als dieser unterwegs starb, der Graf Volrad von Mansfeld zufühue,vereinigt, belagerte er PoitierS, wurde aber am 3. Oct. von Anjou bei Mvncontour wiedergeschlagen. Der Hof benutzte jedoch den Sieg nicht, und Coligny zog aus England, der ^Schwei; und Deutschland bedeutende Verstärkung an sich, eroberte noch 1569 NismeS ^und entsetzte Nochcllc, während Lanoue die Hoftruppen bei Lucon besiegte. Bei diesemFortgange der protestantischen Sache suchten Katharina und ihr Sohn Frieden, den dieProtestanten auch, des harten Kampfes müde, zu ihrem Nachthcil bewilligten. Der zuSt.-Gcrmain-en-Laye am 8. Aug. 1570 geschlossene Vertrag gab den Protestanten Am-nestie, Gewissensfreiheit, freie Neligionsübung, mit Ausnahme von Paris, und eineMenge Sicherheitsplätze. .
Katharina versuchte jetzt die Reformation, die sie im offenen Felde nicht zu bewältigenvermochte, durch Mord und Vcrrath zu vernichten. Nachdem die protestantischen Großendurch die Vermählung Hcinrich's von Navarra mit des Königs Schwester und durch Vor-spiegelung eines beabsichtigten Kriegs mit Spanien nach Paris gelockt, und daselbst durchSchmeichelei sicher gemacht worden waren, schritt der Hof in der Nacht des Bartholomäuö-festes, vom 24. zum 25. Aug. 1572, zu einer allgemeinen Nicdermetzelung der Ketzer.(S-Bluthochzeit.) Gegen 5000 Protestanten, darunter Coligny, wurden zu Paris,30000 binnen zwei Monaten in den Provinzen gemordet. Durch diese ungeheure Frcvelthatihrer Führer beraubt, griffen die Protestanten dessenungeachtet zu den Waffen. Sie ver-schlossen den Hoftruppen ihre wichtigsten Städte und verthcidigten dieselben mit großer ?Hartnäckigkeit. Der Herzog von Anjou, nachdem er vor Nochcllc sein Heer cingebüßt, be-nutzte seine Berufung auf den poln. Königsthron und schloß am 24. Juni 1573 Frieden,nach welchem die Protestanten freie Neligionsübung in ihren Sicherheitsplätzen, Montau-ban, Nismes und Nochelle, übrigens nur Gewissensfreiheit erhielten. Eine katholijcheAdels - und Hofpartci, die sogenannten Politiker, an deren Spitze der Herzog von Alen-con, der jüngste Sohn Katharina's, stand, traten jetzt mit den Protestanten zum ge-meinsamen Widerstande gegen das entsetzliche Regiment der Königin-Mutter und derGrusen in Verbindung. Katharina bewog deshalb nach dem Tode Karl's IX. ihren drittenSohn, den König Heinrich III., sogleich den Kampf gegen die Protestanten wieder zu be-ginnen. Gegen Erwarten nahm indessen im Laufe des I. 1575 die protestantische Sachedie günstigste Entwickelung; die Königlichen verloren viele feste Plätze, wurden bei Gordes