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Huet Hnfeland (Christoph Wilh.) 323
deren tragische Katastrophe zum Gegenstände hat, wurde zur Zeit ihrer ersten Aufführung(1778) mit Enthusiasmus ausgenommen und gilt noch als eine der besten unter denneuern Tragödien der Spanier. Dadurch sowol als durch sein ,,'Deatro esp-mnl", eineAuswahl aus den altern Dramatikern im Nationalgeschmack, suchte er praktisch zu bewei-sen, daß sich dieser mit den Anfoderungen der sogenannten classtscbcn Regelmäßigkeit ver-söhnen lasse, während er in den kritischen Abhandlungen als der entschiedenste Feind derGallicisten auftrat. Auch bearbeitete er für die span. Bühne die „Elektra" des Sophoklesunter dem Titel „Vgamemno» vemgodo", und selbst die „/.eure" von Voltaire, und wennihm darin der Versuch, die romantisch-nationalen Formen mit den classisch-französischen zuverschmelzen, nicht ganz gelang, so bleibt doch jedenfalls neben der technischen Meisterschaft,die er hierin bekundet, seine patriotische Gesinnung ehrenwerth.
Huet (Pierre Dan.), lat. IDiotius, ein ausgezeichneter und sehr vielseitig gebildeterstanz. Gelehrter und Dichter, geb. zu Cacn am 8. Febr. 1636, erhielt seine Bildung durchdieJcsuiten und begleitete 1652 Bochart an den Hof der Königin Christine von Schweden.Als dieselbe der Negierung entsagte, sollte ihr H. nach Nom folgen, was er aber ablehnte.Ebenso schlug er I«»» das Anerbieten aus, die Erziehung des minderjährigen Karl's XI.,Königs von Schweden, zu übernehmen. Dagegen wurde er mit Bossuet (s. d.) am HofeLudwig's XIV. Lehrer des Dauphin, für den er mit Bossuet die Ausgaben der alten Klas-siker in »snm velpkini (s. Dauphin) besorgte. Nachdem er >676 die geistlichen Weihenempfangen, erhielt er 1678 die Abtei Aunay und 1685 das Bisthum Soissons, welches ernachher gegen das von Avranches vertauschte. Da er aber durch seine bischöflichen Amts-pflichten zu sehr in seinen Studien sich behindert sah, gab er 1699 sein Bisthum auf underhielt dafür die Abtei Fontenay bei Caen. Um ganz seinen Studien leben zu können, zoger sich später in das Profeßhaus der Jesuiten zu Paris zurück, dem er bereits 1692 seineBibliothek vermacht hatte. Hier starb er am 21 . Jan. 1721. Mitglied der Akademie warer 1673 geworden. H. stand wegen seines Charakters wie als Gelehrter in allgemeinerAchtung. Um die Hermeneutik und Geschichte der Literatur machte er sich durch die Schrif-ten „Do optima genere interpretarxl'i et de claris iiiterpretidns" (Par. 1661, 3.) und,8m l'origine de- ramans" (Par. 1676; neue Ausg.vonDescssarts, 1799) verdient. Inseiner „Demonstratio evangelica" (Par. 1679, Fol.), der „O'ensnra pIlilosopI,iae (larte-sianae" (Par. 1689, 12.), den „VInetanas cjuuestiones de concoMliu rationis et lidei"(Caen 1696, 3.), dem ,/1'ruite pliilosoplü«;»« de In tuiblesse de I'esprit Iiumain" (Par.1723) und den „Ulemoires pnur servir ü I'Ilistoire du Varte.-Üaoisme" (Par. 1692 ; neueAusg., 1698 und Par. 1711) bekämpfte er die Philosophie, besonders die Cartesianische,welcher er vorher eifrig zugethan gewesen, als supernaturalistischcr Skeptiker, mit demBestreben, die Protestanten zur katholischen Kirche zurückzuführen. Als seine Gegner tra-ten besonders Silv. Negis und Ant. Muratori auf. Außerdem gab H. „Orminn lat. etgraec." (Utr. 1663), „llistoire du commerce et de la Navigation des auciens" (Par.
>6; neue Ausg., Lyon 1763) und vieles Andere heraus. Seine „Dissertation» snr di-verses matieres de religion et de pliilosopliie" wurden von Tilladet (2 Bde., Par. 1712)herausgegeben, und seine philosophischen und literarischen Bemerkungen sammelte Oliverin den „Dnetiana" (Par. >722). Sein Leben beschrieb er selbst in den „(lominentsrii derebns ad e»m pertinentibus" (Amst. >718).
Hilfe ist ein altes Wort, welches ursprünglich eingefriedigtes Ackerland bedeutet, dasJemandem zur Cultur überwiesen wurde. In der Regel rechnete man auf eine Hufe 36Acker. Später wurde die Hufe zu einem Feldmaß von bestimmter Größe, aber sehr ver-schiedenem Gehalt in den verschiedenen Ländern > doch sind die Hufen von 30 Acker nochgegenwärtig die gewöhnlichsten.
Hufeland (Christoph Wilh.), einer der ausgezeichnetsten Ärzte der neuern Zeit,geb. am 12. Aug. >762 zu Langensalza in Thüringen, wurde in Weimar, wohin sein Va-ter als Leibarzt der Herzogin Amalie berufen worden war, durch Privatunterricht für dieakademischen Studien vorbereitet, die er nach freier Wahl und dem Beispiele seines Vatersund Großvaters, der gleichfalls Weimar. Leibarzt gewesen war, der Heilkunde sich widmend,
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