322 Hue Hnerta
sind das vortreffliche Pelzwerk und die Häute der einheimischen Säugethiere, wie Elciin, ^Bären, Fischottern, Hermeline, Biber, Bisons u.s.w. Unter den Küstenvölkern unterschki-det man die südlichen, die nördlichen Indianer und die Eskimos. Die erstem treiben vor- §zugsweise Jagd und Pelzhandel, sind aber durch den übermäßigen Genuß des Bräunt-weins gänzlich verdorben. Die nördlichen Indianer treiben zwar ebenfalls Jagd, doch mitweit weniger Gewandtheit als ihre südlichen Nachbarn, von denen sie sich vorzüglich da-durch unterscheiden, daß sie keine geistigen Getränke lieben. Ihre Weiber halten sie in voll-kommener Sklaverei und lassen sich sogar im Winter von ihnen auf den Schlitten fahren. DirEskimos bewohnen die nördlichen Küsten der Bai. Die Handelsvortheile, welche man sichvon den Hudsonsbailändern versprach, veranlaßten unter der Negierung Karl's ll. die Er-richtung der Hudsonsbaigesellschaft, die hier einige sogenannte Forts oderHaud-lungscomtoirs für den Pelzhandel begründet hat, welche die einzigen europ. Niederlassun- ^gcu in diesem Ungeheuern Landstriche sind.
Hue oder Hue-fu, in Cochin-China, die Hauptstadt des Reichs An am (s. d.) inHinderindien, an der Mündung des Hue, ist die stärkste Festung Asiens. Der die Stadtumgebende 100 F. breite Graben hat einen Umfang von drei Stunden, und auf.den 60 F.hohen Wällen stehen 1200 Geschütze. In der viereckigen regelmäßigen Citadelle befinde,isich der kaiserliche Palast, ein Zeughaus, treffliche Magazine und Kasernen. Die Stadt, !deren Einwohnerzahl von 30000— l 00000 angegeben wird und die nach Art der indischenStädte meist nur aus leichten Bambushäusern besteht, wurde 1787 den Franzosen abge-treten, aber niemals von ihnen in Besitz genommen. Sie ist von einem schiffbaren Kanaldurchschnitten, an dem sich ansehnliche Werste mit einem Arsenal und Magazine erheben,und in ihrem Hafen liegt ein Theil der anamschcn Flotte. Obschon gegen früher sehr hei-abgekommen, ist sie doch noch immer wegen des Handels von Bedeutung.
Huchuetlapallan hieß nach neuern Untersuchungen die möglicherweise von Phöni-ziern oder Karthagern gegründete Urstadt in der mexican. Provinz Guatemala, drei Stun-den von der Stadt Palenque. Die Trümmer derselben, welche die Höhen und den Abhang -einer Hügelkette in den Urwäldern am Flusse Mikol bedecken, fand zuerst 1822 der Eng-länder Will. Bullock auf. Vgl. Berthoud, „H., Amerikas große Urstadt in Guatemala"(Meining. 1823, Fol., mit 17 Taf.), und Minutoli, „Beschreibung einer alten Stadt inGuatemala" (Berl. 1832, Fol., nebst Atlas).
Huerta (Vicente Garcia de la), span. Dichter und Kritiker aus der Mitte des >8.Jahrh., geb zu Zafra, studirte zu Salamanca, als ein hochgestellter Gönner ihn nach Madridberief, wo er sich bald durch sein poetisches Talent einen Namen machte. WahrscheinlichNeid und sein eitler, hochfahrender Charakter gaben Veranlassung, daß er wegen seinerTragödie „Laquel" nach Oran verbannt wurde. Das Gefühl seiner Unschuld und sein ed-ler Stolz erhielten ihn aufrecht in diesem Unglück. Trotz seiner Unbeugsamkeit wurde ernach Madrid zurückgerufen und zum Oberbeamten der königlichen Biblidthek ernannt,bald auch Mitglied der königlich span. Akademie, sowie der königlichen Akademien der Ge-schichte und von San-Fernando. Auch in der literarischen Welt zogen ihm sein Eifer undStolz eine Menge von Gegnern zu. Er trat als der Verfechter des altspan. Nationalgc-schmacks gegen die Einführer des franz. Classicismus in Spanien zu einer Zeit auf, alsletzterer gerade in seiner höchsten Blüte stand; doch leider verfocht er die gute Sache mit 'mehr Eifer als Geschmack und mit weniger Takt als Patriotismus. Zum Theil durch seineHartnäckigkeit, Maß- und Taktlosigkeit hat er es selbst verschuldet, daß seine richtigen An-sichten nicht durchdrangen, und daß selbst seine löbliche Absicht, sein Patriotismus und seineTalente von seinen Zeitgenossen verkannt wurden. Die unparteiische Nachwelt aber weistihm eine Stelle in der Geschichte der span. Nationalliteratur an. Er starb zu Madrid am12. März 1787. Im Druck erschienen von ihm, abgesehen von kleinern kritischen Abhand-lungen, die „Llblintecu Militär e8j>anoIa" (Madr. 1760); „Obras poeticns" (2 Bde., ^Madr. 1778—79) und „Deatro espaüvl" (17 Bde., Madr. 1785—86). Er hat sichals Dichter im Lyrischen und Dramatischen versucht und in allen seinen Poesien als ein be-deutendes Talent, besonders in Rücksicht auf Sprache und Versbau, gezeigt; seine Tragö-die „Nuyuvl", welche die Liebe des Königs Alfons' Vlll. zu der schönen Jüdin Ratzel und