Hübner (And. Jul. Benno)
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zu Türchau unweit Zittau am 17. März >688, studirte in Leipzig, wo er sich auch habili-tirte, und wurde 166 4 Rector der Schule in Merseburg und 17 tl Rector an dem Johan-neum zu Hamburg, wo er am 31. Mär; >731 starb- Aus der Menge der Auflagen, weicheseine Schriften erlebten, läßt sich mit Recht auf das Bedürfniß derselben zu ihrer Zeitschließen. So erhielten z. B. seine „Kurzen Fragen aus der alten und neuen Geographie"(zuerst 1663) noch bei seinem Leben 36 Auflagen, abgesehen davon, daß sie in die meistenneuern Sprachen übersetzt wurden. Auch seine „Kurzen Fragen aus der politischen Hi-storie", die „Ganze Historie der Reformation in fünfzig Reden", die „GenealogischenTabellen" und die „Kurzen Fragen aus der Genealogie" ; ferner sein kleiner „Ltl-cs scdo-laztieus" und die mit Richey und Fabricius bearbeitete hamburgische „Likiliotlisca üisto-ric»" fanden vielen Beifall und große Verbreitung. Von seinen „Zweimal 52 auserlese-nen biblischen Historien" (zuerst Lpz. >714) erschien die > »3. Auflage von Lindner (Lpz.>837), abgesehen von den Nachdrücken derselben. Das „Reale Staats-, Aeitungs- undConversationslexikon" (3>.Aufl. von Rüder, Lpz. >824—27) ist gleich einigen andernWerken, welchen man zur Empfehlung seinen Namen vorgeseht hat, nicht von ihm verfaßt,sondern blos bevorwortet. H.'s zweckmäßige Erfindung, die Landkarten methodisch zu illu-miniren, wurde zuerst von Ho mann (s. d.) in Nürnberg seit >702 in Anwendung ge-bracht. — Sein Sohn, Joh.H., gest. als Advscat in Hamburg am 26. März >753,hat mehre Schriften des Vaters fortgesetzt und von neuem herausgegeben, z. B. das „Nu-ss,IM gKOArripiücum" (Hamb. >746), ein brauchbares Verzeichniß der besten Landkarten.Von seinen Werken sind zu erwähnen die „Libliotkecu geneulvjsscu" (Hamb. 1720) unddie „Vollständige Geographie" (3 Bde., Hamb. > 7 30 und oft.).
Hübner (Rud. Aul. Benno), einer der bedeutendsten jetzt lebenden HistorienmalerDeutschlands, geb. zuOls in Schlesien >806, begann seine Kunststndien >82l in Berlinunter der Leitung W. Schadow's, welchem er >827 mit Hildebrandt, Lessing und Sohnnach Düsseldorf folgte. Schon im folgenden Jahre lieferte er sein Bild „Der Fischer", nachGoethe's Ballade, welches in Berlin durch die Lieblichkeit der Formen und des Ausdrucksdas größte Aufsehen erregte. Während und nach einer Reise in Italien malte er „Boasund Ruth" und die berühmte Scene aus Ariosto „Roland, der die Prinzessin Jsabella ausder Räuberhöhle befreit", sowie die „Abreise der Naemi" (1833). Eine neue noch kräftigereEntwickelung bezeichnen sein „Simson", der die Säulen einreißt, und ein herrliches Altar-blakt, „Christus und die Evangelisten" (>835), in dor Kirche zu Meseritz. Unter seinenspätem Bildern zeichnen sich besonders aus, „Das Liebespaar des Hohen Liedes", „Dasgoldene Zeitalter", „Christus an der Säule", „Die im Walde schlafenden Kinder und ihreScbußengel" sowie eineNeihe trefflicher Bildnisse. Von der größten Süßigkeit undSchön-heit ist „Felicitas und der Schlaf", aus Tieck's Octavianus. H. ist ein Maler von großerReinheit der Form und Schönheit der Farbe, obschon man seinen frühern Bildern allzu-große Verschwendung der Lasurfarben zum Vorwurf gemacht hat. Wenn auch hier undda größere Tiefe und Kraft der Farbe und mehr Energie des Ausdrucks zu wünschen wä-rm, so kann sich doch derBeschauer nie der harmonischen Wirkung des Ganzen, der Schön-heit der Töne und der Lieblichkeit des Ausdrucks entziehen, der in H.'s Bildern herrscht.
Hübsch (Heim.), Oberbaurath und Chef der Civilbaudirection in Karlsruhe, einerder namhaftesten unter den gegenwärtigen Architekten, geb. zu Weinheim an der Berg-straße >705, wurde nach vollendeten Vorstudien auf der Universität zu Heidelberg >815Weinbrenncr's Schüler. In der Überzeugung, daß die Formen der antiken Baukunst für^-gegenwärtigen Bauvcrhältnisse nicht mehr ausreichen, wendete er sich mit Vorliebe denDenkmalen der altdeutschen Architektur zu, auf deren Herrlichkeit damals die romantischeSchule mit lautem Entzücken hinwies. Eine Reise nach Italien und Griechenland in denZ. 1817—>9 reifte seine Ansichten dahin, daß eine monumentale Architektur neu zu schaf-ft» sei, welche wesentlich auf dem Rundbogenstil beruhen und Zweck ,und Constructivn inForm und Verzierung sichtbar darlegen müsse. Auch seine Schrift „Über griech. Architek-
(Heidelb. 1822, 4.) und die mit Heger herausgegcbenen „Malerischen Ansichten vonmhen", sowie ein Heft „Ornamente" waren Früchte dieser Reise. Nach einem eifrigenStudium der romanischen Bauten am Rhein und nach einer zweiten Reise nach Italien